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Kirani James entthront LaShawn Merritt

Der erst 18 Jahre alte Kirani James von der Karibikinsel Grenada hat bei der Leichtathletik-WM in Daegu den Titel über 400 m gewonnen. Das Supertalent holte am Dienstag auf den letzten Metern noch den Favoriten LaShawn Merritt ein und siegte in 44,60 Sekunden vor dem Titelverteidiger und Olympiasieger aus den USA (44,63).

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Bronze ging an Europameister Kevin Borlee aus Belgien (44,90), sein Zwillingsbruder Jonathan (45,07) kam auf Platz fünf. Der 25-jährige Merritt hatte erst im Juli eine 21-monatige Dopingsperre abgesessen. Er war im Oktober 2009 dreimal positiv auf das Steroid DHEA getestet worden und hatte stets erklärt, ein Mittel zur Penisvergrößerung eingenommen zu haben.

Kirani James

AP/Michael Dalder

James sprintet Merritt im Finish nieder

„Das ist ein großartiges Gefühl“, sagte der Juniorenweltmeister von 2010, „es ist wunderbar, mein Land hier repräsentieren zu dürfen. Ich habe versucht, entspannt in das Rennen zu gehen und ein starkes Finish hinzulegen.“ Das ist dem Teenager, der am Donnerstag 19 Jahre alt wird, geglückt, immerhin erzielte er auch eine persönliche Bestzeit. James hatte sein Talent bereits 2007 unter Beweis gestellt, als er mit 46,96 die schnellste je gelaufene 400-m-Zeit eines 14-Jährigen erzielte. Auch Merritt zollte ihm Respekt: „Er ist ein toller Athlet. Aber ich habe nicht meinen besten Tag erwischt.“

Siebenkampf an Tschernowa

Neue „Königin“ der Leichtathletinnen ist die Russin Tatjana Tschernowa, die im Siebenkampf in der Jahresweltbestleistung von 6.880 Punkten gewann. Sie entthronte die britische Titelverteidigerin Jessica Ennis (6.751). Bronze ging an die Deutsche Jennifer Oeser (6.572). Die Russin Julia Saripowa wurde Weltmeisterin über 3.000 m Hindernis. In der neuen Jahresweltbestzeit von 9:07,03 Minuten setzte sie sich vor der Tunesierin Habibe Ghribi (9:11,97) und der Kenianerin Milcah Cheywa (9:17,16) durch.

Harting verteidigt Titel im Diskuswerfen

Diskuswerfer Robert Harting verteidigte seinen WM-Titel. Der Deutsche siegte mit 68,97 m klar vor Olympiasieger Gerd Kanter (66,95) aus Estland und Überraschungsmann Ehsan Hadadi (66,08) aus dem Iran. Und wie schon in Berlin 2009 stellte sich Harting vor den Fotografen in Pose, zerriss mit einem Brüllen sein Trikot und zeigte seine Muskeln. „Drei Spritzen ins Knie heute, drei Spritzen morgen - das geht schon“, hatte Harting nach der Qualifikation versprochen.

Ein Teamkollege erzählte, dass der Berliner im Appartement im Athletendorf einen Zettel hingehängt hatte: „Die anderen sind hier, um zu verlieren.“ Erster Verlierer war der Pole Piotr Malachowski, der Qualifikationssieger kam nicht in die Entscheidung der Top Acht. Der Iraner Hadadi holte mit Bronze die erste Medaille für sein Land in der WM-Geschichte.

Rudisha gewinnt über 800 m

Weltrekordler David Rudisha gewann seinen ersten großen Titel über 800 m. Der 22-jährige Kenianer siegte in 1:43,91 Minuten vor Hallenweltmeister Abubaker Kaki aus dem Sudan (1:44,41) und dem Russen Juri Borsakowskij (1:44,49). Rudisha hatte vor einem Jahr zwei Weltrekorde in acht Tagen aufgestellt und danach betont: „Nur wenn man einen Titel gewinnt, erinnern sich die Leute später an einen. Ohne einen Titel ist eine Karriere nicht komplett.“

WM-Hattrick für Geherin Kaniskina

Zum dritten Mal in Folge holte die Russin Olga Kaniskina WM-Gold im 20-km-Gehen. In der einzigen Mittwoch-Entscheidung in Daegu setzte sich die 26-Jährige in 1:29:42 Stunden vor der Chinesin Liu Hong (1:30:00) und ihrer Landsfrau Anisja Kirdjapkina (1:30:12) durch. Kaniskina wurde auch 2008 in Peking Olympiasiegerin und gewann 2010 in Barcelona EM-Gold.

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