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Deutsche wollen alle Spiele gewinnen

Österreichs Nationalmannschaft darf am Freitag (20.45 Uhr, live in ORF eins) in Gelsenkirchen keine Geschenke erwarten. Gegner Deutschland könnte nämlich mit einem Sieg alle Zweifel an der erfolgreichen Qualifikation für die EM-Endrunde 2012 beseitigen. Der Vizeeuropameister will zudem die Kampagne für die Teilnahme in Polen und der Ukraine in makelloser Manier beenden.

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Wie der deutsche Teamkapitän Philipp Lahm erklärte, wolle man die Teilnahme am Großturnier ohne Punkteverlust erreichen. „Noch nie hat ein deutsches Team alle Qualifikationsspiele gewonnen. Wir werden alles dafür tun, dass für Österreich am Freitag nichts zu holen ist“, erklärte der 27-jährige Verteidiger des FC Bayern München. In dem Punkt, dass Deutschland noch nie eine makellose Qualifikation abgeliefert habe, irrte Lahm allerdings.

Jimmy Hoffer (OEFB) gegen Philipp Lahm (GER)

GEPA/Christian Ort

DFB-Kapitän Lahm will die Österreicher erneut anrennen lassen

Deutschland hatte sich für die WM 1982 in Spanien mit acht Siegen aus acht Gruppenspielen und einem Torverhältnis von 33:3 qualifiziert. Gegner in Gruppe 1 waren damals Österreich, Bulgarien, Albanien und Finnland. Auch das ÖFB-Team hatte das Ticket für die Endrunde mit fünf Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen gegen Deutschland (0:2 auswärts, 1:3 daheim) geschafft.

Bierhoff warnt vor „Schlendrian“

Auch der deutsche Teammanager Oliver Bierhoff ließ keine Zweifel an der Marschroute aufkommen und forderte vollste Konzentration ein. Das DFB-Team dürfe nicht wie vor vier Jahren in der Schlussphase der EM-Qualifikation nachlassen. Damals sei laut Bierhoff ein „Schlendrian reingekommen“. In Gruppe A liegt Deutschland mit sieben Siegen aus sieben Spielen klar voran. Ein Erfolg im Prestigeduell mit dem kleinen Nachbarn würde die ohnehin geringen Restzweifel an der EM-Teilnahme beseitigen.

„Erster Schritt ist jetzt, Österreich schlagen und alles klar machen“, sagte Bierhoff. „Uns erwartet ein heißes Spiel. Wir müssen das Ding noch fix machen, aber daran gibt es wenig Zweifel“, ergänzte Bayern-Profi Thomas Müller selbstbewusst. Ein emotionaler Abend dürfte Manuel Neuer erwarten, der erstmals als Bayern-Torwart in die Schalker Arena zurückkehrt: „Ich freue mich. Ich denke, dass es ein schöner Freitagabend wird.“

Selbstvertrauen der Deutschen ist groß

Nur die Türkei könnte die Mannschaft um Teamchef Joachim Löw derzeit rechnerisch noch von Platz eins verdrängen. Für die viertplatzierten Österreicher wäre mit einer Niederlage die ohnedies nur noch verschwindend geringe Chance auf die EM in Polen und der Ukraine dahin. Das Selbstvertrauen der Deutschen ist groß. Auch die Ausfälle von Sami Khedira, Sven Bender, Marco Reus und „Österreich-Schreck“ Mario Gomez bereiten der DFB-Elf keine Sorgen.

Gut möglich, dass Löw gegen Österreich auch von seinem üblichen 4-2-3-1-System auf 4-1-4-1 umstellt. „Es ist nicht notwendig, dass wir immer mit zwei Spielern auf der Sechserposition spielen“, meinte der deutsche Teamchef, der seine 21 Akteure am Mittwochvormittag im Training am neuen System feilen ließ. Nach dem Ausfall von Khedira will Löw wie schon beim Test gegen Brasilien (3:2) das Mittelfeld erneut offensiver ausrichten.

DFB-Trainer Joahim Löw während einer Trainingsstunde

APA/EPA/dpa/Roland Weihrauch

Im Training am Mittwochvormittag ließ Löw am neuen 4-1-4-1-System feilen

Seit Mittwoch hat der Teamchef in Düsseldorf auch wieder seinen gesamten Kader für die Vorbereitung zur Verfügung. Werder-Verteidiger Per Mertesacker hatte Löw am Vortag kurzfristig für einen Trip nach England zu abschließenden Verhandlungen mit Arsenal freigestellt. Gegen Österreich wird er nach einer mehrmonatigen Länderspielpause wegen einer Fersenverletzung wieder als Abwehrchef auflaufen. „Per hat bei der Nationalmannschaft immer seine Leistung gebracht“, betonte Löw die Bedeutung des 75-maligen Auswahlspielers.

Supertechniker gemeinsam auf dem Feld?

Vor Bastian Schweinsteiger plant er mit einer Viererreihe mit Müller, Mesut Özil, Toni Kroos und Lukas Podolski. Das offensivere 4-1-4-1-System eröffnet auch die Möglichkeit, die Supertechniker Özil und Mario Götze gemeinsam einzusetzen. „Selbstverständlich können Özil und Götze auch zusammen spielen. Es ist eine Option“, erklärte Löw. Gegen Österreich setzt er aber wohl zunächst auf Kroos neben Özil.

Der DFB-Teamchef denkt bei seinen Maßnahmen längst über die Qualifikation hinaus. „Wir müssen uns über die nächsten Monate richtig vorbereiten und gewappnet sein für die EM“, betonte Löw. Auch Bierhoff mahnte, dass sich niemand zurücklehnen dürfe. „Wir dürfen nicht den Fehler von 2007 machen, wo nach der Qualifikation ein kleiner Schlendrian reingekommen ist, der sich dann durchgezogen hat bis zur EM.“ Vielmehr gelte es, in jedem Spiel „weiter zu wachsen“.

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