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Österreich darf kein Stolperstein sein

Das Skandalbuch von Philipp Lahm, der Arsenal-Transfer von Per Mertesacker und die Rückkehr des zu Bayern München gewechselten Ex-Schalke-Keepers Manuel Neuer nach Gelsenkirchen - das sind die Themen in Deutschland vor dem Duell mit Österreich. Über den Ausgang der EM-Qualipartie (20.45 Uhr, live in ORF eins) gibt es keine zwei Meinungen - weder in den Medien noch unter Fans oder DFB-Spielern.

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Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw will dementsprechend mehr als nur einen Sieg gegen Österreich. Nachdem an der Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine keine Zweifel mehr bestehen, soll das junge DFB-Team seine extrem positive Entwicklung der letzten Jahre mit einem glanzvollen Erfolg über den Außenseiter fortsetzen. Mit den großen Zielen, Spanien bis 2014 sowohl vom EM- als auch vom WM-Thron zu stürzen, will man das Spiel gegen die ÖFB-Auswahl offensiv, attraktiv und dominant bestreiten.

DFB-Teamchef Joachim Löw

APA/EPA/Roland Weihrauch

Geht es nach Joachim Löw, droht Österreich in Gelsenkirchen ein Lehrspiel

Eindrucksvolle Systemprobe gegen Brasilien

„Ich glaube, dass wir nichts anbrennen lassen“, sieht Löw die Österreicher nicht als potenziellen Stolperstein. „Ich spüre auch, dass die Konzentration vorhanden ist. Dann werden wir dieses Spiel auch gewinnen.“ Ein paar klare Aufgaben habe er der Mannschaft gesagt, betonte der ehemalige Innsbruck- und Austria-Coach am Donnerstag bei der abschließenden DFB-Pressekonferenz. „Dass wir in der Lage sind, Österreich unter Druck zu setzen und fußballerisch zu überzeugen“, forderte Löw drei Monate nach dem mühevollen 2:1 im Ernst-Happel-Stadion in Wien.

Der medial mitunter als „Bundes-Jogi“ bezeichnete Löw setzt gegen ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini auf seine beim beachtlichen 3:2 über Brasilien erprobte 4-1-4-1-Formation. Da Toni Kroos gegen Österreich als Verbindungsmann zwischen „Sechser“ Bastian Schweinsteiger und Real-Madrid-Jungstar Mesut Özil vorgesehen ist, muss Dortmunds Senkrechtstarter Mario Götze vorerst auf der Ersatzbank Platz nehmen. Ob der Ex-Bremer Mertesacker nach der Vertragsunterzeichnung in London in der Innenverteidigung spielen wird, ließ Löw noch offen.

Rekord im Visier

„Ich habe den Fokus schon wieder auf Österreich ausgerichtet“, versprach Mertesacker jedenfalls. „Ich bin hier beim Nationalteam lange dabei, ein Tag weg bringt mich nicht aus der Fassung“, so der bisherige Clubkollege von Sebastian Prödl. Dass die Aufregung um das kürzlich veröffentlichte Lahm-Buch langsam abebbt, nahm man ebenfalls zufrieden zur Kenntnis. „Man spürt, dass die Konzentration richtig Fahrt aufnimmt“, sagte Löw. „Unsere Aufgabe ist, dass wir uns definitiv qualifizieren“, gab er die Marschroute für Freitagabend aus.

Mit einem Sieg im achten Gruppenspiel würde das DFB-Team auch einen 30 Jahre alten Rekord einstellen. Nur auf dem Weg zur WM 1982 hatte Deutschland bis dahin mit acht Siegen eine makellose Bilanz. Die will Kapitän Lahm dann in der Folge mit Siegen im Oktober in der Türkei und gegen Belgien sogar noch überbieten. „Das ist unser Anspruch und unser Ziel, dass wir perfekt vorbereitet in die EM gehen“, blickte auch Lahm schon über das Match gegen Österreich hinaus.

Sebastian Schweinsteiger

AP/Matthias Schrader

Bastian Schweinsteiger ist mit 27 Jahren ein Routinier im DFB-Team

„Klassepotenzial von jungen Spielern“

Sein Bayern-Kollege Schweinsteiger will sich auf dem Weg zu dieser Bestmarke ebenfalls keinen Umfaller gegen den „kleinen“ Nachbarn leisten. „Wir sind ungeschlagen in der Gruppe, wir sollten es bleiben“, so der DFB-Vizekapitän. „Und das Ziel vor Augen haben, einmal eine komplette Qualifikationsrunde ohne Punktverlust zu überstehen.“ Härtere Gegner als die Österreicher, denen Löw zumindest „sehr, sehr gute Leistungen gegen starke Gegner“ attestierte, könnten schon bald kommen. „Für mich ist es wichtig, dass wir uns richtig vorbereiten und gewappnet sind für die EM“, stellte Löw klar.

Der frühere Assistent von Jürgen Klinsmann bei der Heim-WM 2006 hat mittlerweile auf allen Positionen die Qual der Wahl. „Wir haben ein Klassepotenzial von jungen Spielern, die gut ausgebildet sind. Wir haben uns fußballerisch enorm entwickelt“, ist Löw von der Qualität in seiner Auswahl begeistert. Und Mertesacker kann ob der Dichte im Kader nur staunen: „So eine Luxussituation habe ich noch nie miterlebt.“ Einzig der im Nationalteam seit 492 Minuten torlose Lukas Podolski bereitet Löw Kopfzerbrechen. Vom Köln-Stürmer will er am Freitag etwas sehen - auch das noch, ist man aus österreichischer Sicht geneigt, zu sagen.

Harald Hofstetter, ORF.at aus Gelsenkirchen

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