Einvernehmliche Trennung mit ÖFB
Dietmar Constantini wird doch nicht das Nationalteam bis zum Ende der EM-Qualifikation als Teamchef betreuen. Der Tiroler, dessen Vertrag mit Jahresende ausgelaufen wäre, beendete auf eigenen Wunsch vorzeitig seine Tätigkeit beim Österreichischen Fußballbund (ÖFB). Interimistisch übernimmt Sportdirektor Willi Ruttensteiner.
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Constantini habe in einem persönlichen Gespräch mit ÖFB-Präsident Leo Windtner um die vorzeitige Auflösung seines bis Jahresende datierten Vertrages gebeten. Die ÖFB-Spitze hatte sich zuvor bereits darauf festgelegt, den Kontrakt mit dem 56-jährigen Tiroler nach der verpassten Qualifikation für die Euro 2012 in Polen und der Ukraine nicht mehr zu verlängern. Der Tiroler hatte das ÖFB-Team seit April 2009 betreut und dabei eine negative Bilanz zu Buche stehen (23 Spiele: sieben Siege, drei Remis, 13 Niederlagen, Torverhältnis 30:42).

GEPA/Christian Ort
Der eine geht, der andere kommt: Ruttensteiner (l.) übernimmt vorerst
Windtner dankt Constantini
„Die Entscheidung von Constantini ist zur Kenntnis zu nehmen, und es wird daher seinem Ersuchen Rechnung getragen. Ich möchte aber im Namen des österreichischen Fußballs Didi Constantini herzlich für seinen Einsatz danken. Obwohl wir die gesetzten Ergebnisziele nicht erreicht haben, hat er frischen Wind gebracht und viele junge Spieler für das A-Team entwickelt“, sagte ÖFB-Boss Windtner zum vorzeitigen Abgang des Trainers.
Auch Constantini selbst wollte trotz der kritischen Stimmung der vergangenen Wochen nicht im Zorn an seine Tätigkeit als Teamchef zurückdenken: „Es war eine schöne Zeit als österreichischer Teamchef, am meisten freut mich, dass wir eine Begeisterung bei den heimischen Fans rund um das Nationalteam auslösen konnten, die für mich meine Ära auszeichnen wird.“
Ruttensteiners zweiter Versuch
Nach dem Scheitern in der EM-Qualifikation hätte Constantini noch das Team bei den Spielen in Aserbaidschan am 7. Oktober und in Kasachstan am 11. Oktober betreuen sollen. Die Interimslösung Ruttensteiner, dem weiterhin Assistent Manfred Zsak zur Verfügung stehen wird, soll laut ÖFB „einerseits die notwendige Kontinuität sichern und andererseits gewährleisten, dass die verbleibenden zwei Qualifikationsspiele mit professioneller Betreuung über die Bühne gebracht werden können.“
Ruttensteiner gibt damit nach genau sechs Jahren ein Comeback. Der 48-Jährige, der bereits seit 1999 im ÖFB tätig ist und seit 2001 als Sportdirektor fungiert, hatte die Auswahl bereits im Oktober 2005 nach dem Abgang von Hans Krankl für zwei Spiele gemeinsam mit dem Rekordinternationalen Andreas Herzog interimistisch betreut. Der Oberösterreicher erntete damals nach guten Darbietungen in den WM-Qualifikationsspielen gegen England (0:1) und Nordirland (2:0) Lob und Anerkennung für seine Arbeit.
Foda weiter Favorit
Als Favorit auf die Nachfolge als Teamchef war zuletzt Franco Foda von Meister Sturm Graz gehandelt worden. Der ÖFB stellte in seiner Aussendung klar, dass es sich an der Spekulation über den Nachfolger Constantinis nicht beteiligen werde: „Der ÖFB wird sich in dieser Angelegenheit erst dann wieder zu Wort melden, wenn der neue Teamchef präsentiert wird.“
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