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Jaroslawski lässt Millionen springen

Bei Austrias erstem Europa-League-Gegner Metalist Charkiw spielt Geld nur eine Nebenrolle. Die dritte Kraft im ukrainischen Fußball lebt vom enormen Reichtum des Bauunternehmers und Bankers Alexander Jaroslawski. Der 52-jährige Präsident pumpte seit 2003 Millionen in den Club, der am Donnerstag zum Auftakt im Pool G in der mit einer neuen Flutlichtanlage ausgestatteten Generali Arena gastiert.

Was Rinat Achmetow, der laut „Forbes“ mit Abstand reichste Ukrainer, in Donezk ist, stellt Jaroslawski - in deutlich kleinerer Form - in der 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt Charkiw nahe der russischen Grenze dar. Der ehemalige Polizist bringt nicht nur seinen Verein Metalist auf Vordermann. Es ist zu einem wesentlichen Teil dem Vermögen Jaroslawskis zu verdanken, dass die zweitgrößte Stadt der Ukraine 2012 Austragungsort von drei EM-Gruppen-Spielen (Pool B) ist.

Metalist-Boss kommt per Privatjet

Jaroslawski hatte sowohl beim Bau der EM-Arena als auch bei der Finanzierung des neuen Flughafens und der Errichtung von Elitehotels entscheidend seine Finger im Spiel. Gut möglich, dass Jaroslawski, der im Gegensatz zu Achmetow alles andere als öffentlichkeitsscheu ist, am Donnerstag in seinen Privatjet klettert und nach Wien fliegt. Auf diese Art und Weise hatte der Clubboss im August 2009 auch Graz einen Kurzbesuch abgestattet.

Damals war sein Team in der letzten Qualifikationsrunde für die Europa League an Sturm gescheitert, nach einem 1:1 in Graz hatten die Steirer in Charkiw 1:0 gewonnen. Ein Jahr später, im August 2010, war eine Spielabsprache mit Metalist-Beteiligung aufgeflogen. Ein Abwehrspieler von Karpaty Lwiw (Lemberg) hatte beim 0:4 gegen Charkow im April 2008 ein Eigentor fabriziert und dann auch noch die Rote Karte kassiert.

Viele Legionäre aus Südamerika

Der Akteur war geständig und wurde so wie der führende Metalist-Funktionär Jewgeni Kranikow lebenslang gesperrt. Zudem bekamen beide Clubs eine Geldstrafe von 20.000 Euro aufgebrummt und neun Meisterschaftspunkte abgezogen. Die Austria, die bis 2008 mit Frank Stronach ebenfalls von der Gunst eines „Big Spenders“ gelebt hatte, wird es mit einem bunt zusammengewürfelten Nationen-Mix zu tun bekommen.

Metalist Spieler jubeln

APA/EPA/Sergey Kozlov

Hochkarätige Legionärstruppe gastiert in Wien

Charkiw-Trainer Miron Markewitsch hat zahlreiche Legionäre zur Verfügung, vor allem aus Südamerika. Mit Taison, Xavier Cleiton und Fininho stehen drei Brasilianer im Aufgebot, Argentinien stellt mit Sebastian Blanco, Jonathan Cristaldo, Jose Sosa, Cristian Villagra, Marco Torsiglieri und Juan Manuel Torres gleich sechs Akteure. Chef der Abwehr ist der Senegalese Papa Gueye.

In der laufenden ukrainischen Premier-Liga liegt Charkiw hinter Dynamo Kiew und Schachtjor Donezk auf Platz drei. Genau diese Position scheint Charkiw abonniert zu haben, seit 2007 wurde man mittlerweile fünfmal in Serie Meisterschaftsdritter. International war das Erreichen des Achtelfinales der Europa League in der Saison 2008/09 bisher das höchste der Gefühle.

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