Themenüberblick

Ziele für London neu definiert

Der Gewichtheber Matthias Steiner hat verletzungsbedingt seine Ziele für die olympischen Spiele 2012 in London neu definieren müssen. „Das Ziel Gold habe ich vorerst abgeschrieben, eine Medaille auch“, sagte der für Deutschland startende Niederösterreicher am Donnerstag.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der 29-Jährige hatte vor zwei Wochen bei einem Trainingswettkampf einen Einriss der Quadrizepssehne im linken Knie erlitten und wurde am vergangenen Freitag operiert. Nach eigenen Angaben hat der Vater eines 18 Monate alten Sohnes die Operation gut überstanden. Steiner nutzt die Auszeit wegen seiner schweren Verletzung, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen.

Matthias Steiner

AP/Burhan Ozbilici

Zuletzt war Steiner bei der WM in Antalya bei einem Großereignis erfolgreich

Training erst ab Jänner möglich

„Mein Alltag ist recht entspannt, weil ich momentan nichts anderes machen kann als abzuwarten“, erzählte der Olympiasieger. Der 29-Jährige aus Obersulz im Weinviertel könne derzeit ohne schlechtes Gewissen vor dem Fernseher liegen und sich „ein wenig verwöhnen“ lassen. Erst im Jänner nächsten Jahres soll Steiner wieder mit dem Training beginnen. „Dafür müssen Heilung und Reha aber normal verlaufen“, sagte Claus Umbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG).

Damit finden die WM der Gewichtheber in Paris (5. bis 13. November) und die deutschen Meisterschaften (7./8. Oktober in Forst) definitiv ohne den Superstar statt. Steiners Gold-Projekt für London (27. Juli bis 12. August 2012) wurde praktisch zu „Mission: Impossible“. Der erhebliche Trainingsrückstand durch die Zwangsabstinenz ist bis zu den Spielen kaum aufzuholen.

Steiner will zumindest an den Start

Die bemerkenswerte Leistung und die sensationellen 461 Kilogramm im Zweikampf bei seinem Olympiasieg 2008 in Peking hat Steiner seitdem ohnehin nie wieder bestätigen können. Trotz der verkürzten Vorbereitung möchte Steiner aber zumindest in London an den Start gehen. Der deutsche Verband teilt diesbezüglich Steiners Optimismus. „Wir glauben, dass er den Sprung schafft“, sagte Umbach.

In den Monaten nach dem Triumph in Peking hatte sich der „stärkste Mann der Welt“ von der Öffentlichkeit feiern lassen und seine immense Popularität genossen. Anfang 2009 wurde er an der Leiste operiert, erst letzte Saison sorgte er wieder für sportliche Schlagzeilen. Im April 2010 holte er bei der EM in Minsk Bronze mit 426 kg, bei der WM in Antalya reichte es sogar zu Silber (440 kg) im Zweikampf und zu Gold im Stoßen (246 kg). „Ich habe es mir bewiesen, dass ich es noch kann“, sagte Steiner damals. Jetzt muss er es sich noch einmal beweisen.

Links: