Nächster Schritt auf Karriereleiter
Auf dem Papier sind die letzten beiden Spiele in der EM-Qualifikation praktisch ohne Wert. Mit einer couragierten Leistung am Freitag in Aserbaidschan und am Dienstag in Kasachstan könnten die rot-weiß-roten Kicker allerdings bereits Pluspunkte beim designierten ÖFB-Teamchef Marcel Koller sammeln. Gute Karten scheint Neuling Philipp Hosiner zu haben, der nach der Liga auch im Team aufgeigen will.
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Vor drei Jahren mit der B-Mannschaft von 1860 München noch in der deutschen Regionalliga Süd im Einsatz, stellt der 22-jährige Goalgetter mit FC Trenkwalder Admira derzeit die heimische Liga auf den Kopf und lacht mit dem Aufsteiger nach zehn Runden vom obersten Tabellenplatz. „Nicht nur ich, die ganze Mannschaft hat einen Superlauf“, sagte Hosiner, der sich mit sechs Treffern ex aequo mit Austria-Stürmer Roland Linz national als bisher treffsicherster Stürmer erwies.
„Die Tabellenführung und Platz eins in der Torschützenliste sind egal, wir wollen einfach nur in jedem Match gewinnen“, erklärte der 1,78 Meter große Offensivmann das Erfolgsrezept des vermeintlichen Underdogs. Und nicht zuletzt diese Einstellung sowie seine Treffsicherheit brachten Hosiner nun eine Berücksichtigung für die beiden EM-Qualispiele durch Interimsteamchef Willibald Ruttensteiner ein. Der hauptberufliche Technische Direktor des ÖFB holte den 22-Jährigen allerdings auch, um laut eigenen Angaben seine Wertschätzung für die österreichische Liga zu dokumentieren.

GEPA/Walter Luger
Mit Aufsteiger Admira mischt Hosiner derzeit die Bundesliga auf
Einsatz in Baku winkt
„Ich bin mit seinen bisherigen Leistungen sehr zufrieden. Seine Einberufung ist aus heutiger Sicht sehr, sehr gerechtfertigt“, lobte Ruttensteiner den Teamneuling, der am Dienstag auch beim 4:0-Testsieg gegen Hartberg traf und mit dem er gleich nach seiner Ankunft im Teamcamp ein längeres Gespräch geführt hatte. „Ich habe ihm gesagt, dass er beim Nationalteam am richtigen Ort ist, wenn er genauso spielt wie bei der Admira“, so Ruttensteiner.
Ob der Stürmer am Freitag (18.00 Uhr MESZ, live in ORF eins) in Baku von Beginn an auflaufen wird, ließ der 48-jährige Oberösterreicher offen. Ein Einsatz hängt letztendlich wohl auch vom Fitnesszustand von Marc Janko ab, der wegen der Belastungen auf Kunstrasen prophylaktisch eine Spritze ins Sprunggelenk erhielt und sogar ein Training auslassen musste. Und genau dieses Handicap des etatmäßigen Kapitäns sowie Hosiners gute Bewegungsabläufe auf Kunstrasen könnten schlussendlich für einen Einsatz des Admiraners sprechen.
„Kann von jedem hier lernen“
„Ich bin ein schneller Spieler, vielleicht kommt mir der Kunstrasen entgegen“, sagte der Burgenländer. Einen Anspruch auf einen Fixplatz wollte der Absolvent des BNZ Eisenstadt jedoch nicht stellen. „Falls ich die Chance bekomme, werde ich versuchen, sie zu nützen. Aber ich will vom Nationalteam einfach so viel wie möglich mitnehmen und kann von jedem hier lernen.“
Dass Sensationstabellenführer Admira Meister wird, glaubt Hosiner „eher nicht“. „Aber wir wollen so lange wie möglich oben mitspielen“, erklärte der Angreifer, der über die Vienna den Sprung in die österreichische Bundesliga geschafft hatte. Für die Döblinger hatte der 22-Jährige die gesamte Spielzeit 2010/11 absolviert und dabei 13-mal ins Schwarze getroffen. Unter anderem trug sich Hosiner auch in der Relegation gegen Parndorf in die Schützenliste ein und leistete so seinen Anteil am erfolgreichen Klassenerhalt.
„Vom Kinder- in den Männerfußball“
Begonnen hatte Hosiner seine Karriere 1996 beim SC Eisenstadt, ehe er 2001 zum SV St. Margarethen wechselte. Später spielte er für die AKA Burgenland, bevor er 2006 in die Jugendabteilung des TSV 1860 München wechselte. 2007 holte er mit den A-Junioren der Münchner den DFB-Junioren-Vereinspokal. 2008 wurde er Teil der zweiten Mannschaft, für die er in der Regionalliga Süd zwölf Tore erzielte und acht weitere vorbereitete, womit er der Topscorer seines Teams war.
„Das war eine lehrreiche Zeit, ich habe den Sprung vom Kinder- in den Männerfußball geschafft und deutsche Tugenden wie Siegeswillen und Einsatzbereitschaft gelernt“, sagte der Burgenländer, der 2009 noch ein einjähriges Gastspiel beim SV Sandhausen in der dritten Liga absolvierte, ehe er 2010 zur Vienna und damit zurück in die Heimat kehrte. „Ich wollte, dass man mich in Österreich wieder kennt“, erklärte Hosiner gegenüber der „SportWoche“. Und zumindest das hat der Goalgetter dank starker Leistungen mittlerweile locker geschafft.
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