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„Man weiß nie, was kommen wird“

Die 500 Meilen im „Nudeltopf“ von Indianapolis sind nach 200 Runden oder fast drei Stunden Fahrzeit beendet. Für Rookie J. R. Hildebrand hätte es im vergangenen Mai zum 100. Geburtstag des legendären Langstreckenrennens ruhig etwas weniger sein können.

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Der US-Amerikaner kam als Führender aus der letzten Kurve und hatte bereits die Ziellinie vor Augen. Doch zum Sieg reichte es nicht. Dieser ging an den am Sonntag verstorbenen Dan Wheldon.

Die Zehntausenden Fans entlang des Ovals hatten dem 23-jährigen Hildebrand bereits zugejubelt, als er wenige hundert Meter vor dem Ziel beim Überrunden eines Konkurrenten plötzlich die Kontrolle über seinen Panther Racing Honda verlor und in die Betonmauer prallte. Mit demolierter Seitenfront rutschte er hinter Wheldon als Zweiter ins Ziel - zu sehen auch in einem Video auf YouTube.

„Eine Enttäuschung für das Team“

Während Wheldon seinen zweiten Sieg nach 2005 bejubelte, stellte sich Hildebrand nach seinem spektakulären ersten Auftritt in Indianapolis tapfer der Presse. „Wir waren in einer Position, um das Rennen zu gewinnen“, sagte er. „Ich bin nicht verärgert oder enttäuscht, dass mein Gesicht nicht auf der Borg-Warner Trophy (Siegespokal für die Indy 500, Anm.) verewigt wird. Es ist eine Enttäuschung für das Team. Es ist nichts Persönliches, aber es kann sein, dass es das noch wird und dass ich auf mich selbst wütend sein werde.“

Rookie J. R. Hildebrand kracht vor Dan Wheldon in Betonmauer

Reuters/Brent Smith

Hildebrand musste bei seinem ersten Indy-Start Lehrgeld bezahlen

Auf die Frage, wie er so gefasst sein könne, zuckte Hildebrand nur mit den Schultern, gab mit einem Lächeln aber auch zu: „Ich kann mich ziemlich gut verstellen. Im Nachhinein muss man sagen, dass die Reifen schon sehr abgenützt waren, und es ist auch eine Erfahrung für mich, dass der Gummiabrieb auf der Strecke sehr stark sein kann.“ Auch nachdem er sein Auto demoliert hatte, versuchte Hildebrand noch, den Sieg zu retten. „Ich bin voll auf dem Gas geblieben. Was hätte ich sonst tun sollen? Nachdem ich in die Mauer gefahren bin, bin ich ja auch nicht langsamer geworden. Ich konnte nur nicht mehr lenken.“

Wheldon zeigte Mitgefühl

Gewinner Wheldon, der das Rennen in den letzten zwei Jahren jeweils als Zweiter beendet hatte und erneut auf Rang zwei zugesteuert war, zeigte damals Mitgefühl und vielleicht auch so etwas wie Vorahnung. „Es ist immer schlecht, wenn man derjenige ist, der etwas abbekommt. Das ist Pech, aber Indianapolis kann dich beißen. Darum ist es das größte Spektakel im Motorsport. Man weiß nie, was kommen wird.“

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