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„Ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören“

Altmeister Thomas Muster ist bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle mit der 2:6-3:6-Erstrundenniederlage gegen ÖTV-Jungstar Dominic Thiem endgültig von der großen Tennisbühne abgetreten. Nach seinem letzten ATP-Match ließ der 44-Jährige vor versammelten Medien nicht nur seinen Emotionen freien Lauf, sondern zog auch über die letzten eineinhalb Jahre seiner „zweiten Karriere“ Bilanz.

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„Wenn du eineinhalb Jahre so viel an Ehrgeiz investiert hast, dann tut so ein Abschied weh und ist sehr emotional“, kämpfte die frühere Nummer eins der Welt, die im Juni 2010 beim Braunschweig-Challenger ihr Comeback gegeben hatte, mit den Tränen. Auch von der Atmosphäre in der mit 7.500 Zuschauern gefüllten Stadthalle war er begeistert: „Die Kulisse war unglaublich. So eine Stimmung wird mir sicherlich abgehen.“

Emotionaler Thomas Muster nach seiner Niederlage in der Stadthalle

APA/Georg Hochmuth

Thomas Muster hatte nach dem Spiel mit den Tränen zu kämpfen

Familie hat jetzt Vorrang

Heuer wird der Steirer noch bei einem Senior-Event in Chile und beim Salzburg-Challenger an den Start gehen. Für 2012 hat Muster aber seine Pläne geändert: „Man wird mich nur mehr auf der Champions Tour der Senioren oder bei Exhibitions sehen“, sprach der Leibnitzer Klartext und wird damit künftig auf Challenger-Turnieren verzichten.

Hauptgrund für diesen Entschluss ist seine Familie, wie Muster sagte. „Es ist ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören. Meine Familie braucht mich mehr, als das Tennis mich braucht“, stellte die Tennislegende, die auch von einem Krankheitsfall in der Familie sprach, klar.

„Vaterfigur“ Muster

An die letzten eineinhalb Jahre auf der Challenger-Tour hat Muster nur gute Erinnerungen. „Ich bereue nichts. Das Comeback war eine unglaubliche Herausforderung, die mir viel Respekt bei den jungen Spielern eingebracht hat. Ich habe außerdem viele Freunde auf der Challenger-Tour gewonnen, die eigentlich meine Kinder sein könnten.“

Vor allem in den letzten drei bis vier Monaten war für Muster ein starker Leistungsschub in seinem Spiel erkennbar. „Da habe ich gesehen, dass ich mit intensivem Training in einem relativ fortgeschrittenen Alter noch viel erreichen kann“, strahlte der 44-fache Turniersieger, der Mitte September mit dem Sieg über den 20 Jahre jüngeren Argentinier Leonardo Mayer (ATP-Nummer 99) für Furore gesorgt hatte.

Abschied von der ATP-Tour

Seinen bewegenden Abgang von der ATP-Bühne verglich Österreichs Tennisikone mit dem letzten Arbeitstag vor der Pension. „Man kann nicht bis 80 spielen und sollte die Dinge nicht endlos ausreizen. Irgendwann muss man sich vom Spitzensport verabschieden. Für mich war es der letzte Tag im großen Büro“, sagte der 44-Jährige mit feuchten Augen.

Für Musters „Pensionsantritt“ sorgte mit Thiem ausgerechnet die größte heimische Tennishoffnung. Der Altstar sparte daher trotz seiner Abschiedsvorstellung nicht mit Lob für den 18-jährigen Bresnik-Schützling: „Dominic hat verdient gewonnen. Er hat ein großes Herz und ist mental sehr stark. Ich wünsche ihm das Beste.“

Rainer Titsch, ORF.at aus der Wiener Stadthalle

650.000-€-ATP-Turnier in Wien

Achtelfinaltableau:
Jo-Wilfried Tsonga (FRA/1) Jarkko Nieminen (FIN) 3:6 6:3 3:1 ret.
Xavier Malisse (BEL) Fabio Fognini (ITA/8) 6:7 (3/7) 6:3 6:3
Daniel Brands (GER) Radek Stepanek (CZE/4) 6:4 7:6 (7/4)
Steve Darcis (BEL) Dominic Thiem (AUT) 6:2 6:2
Kevin Anderson (RSA/6) Marcos Baghdatis (CYP) 6:2 7:6 (7/5)
Jürgen Melzer (AUT/3) Guillermo Garcia Lopez (ESP) 7:5 6:2
Tommy Haas (GER) Aljaz Bedene (SLO) 4:6 6:4 6:1
Juan Martin del Potro (ARG/2) Philipp Petzschner (GER) 6:3 6:4
Erstrundentableau:
Jo-Wilfried Tsonga (FRA/1) Freilos
Jarkko Nieminen (FIN) Robin Haase (NED) 7:6 (7/3) 6:4
Xavier Malisse (BEL) Albert Ramos (ESP) 6:1 6:4
Fabio Fognini (ITA/8) Tommy Robredo (ESP) 7:6 (9/7) 5:7 2:1 ret.
Radek Stepanek (CZE/4) Freilos
Daniel Brands (GER) Martin Fischer (AUT) 6:7 (3/7) 6:2 7:6 (8/6)
Dominic Thiem (AUT) Thomas Muster (AUT) 6:2 6:3
Steve Darcis (BEL) Nikolaj Dawidenko (RUS/7) 3:6 0:6 7:6 (7/2)
Kevin Anderson (RSA/6) Andreas Haider-Maurer (AUT) 6:4 6:4
Marcos Baghdatis (CYP) Ryan Sweeting (USA) 6:4 6:2
Guillermo Garcia Lopez (ESP) James Blake (USA) 6:2 5:7 6:4
Jürgen Melzer (AUT/3) Freilos
Tommy Haas (GER) Juan Ignacio Chela (ARG/5) 6:7 (3/7) 6:3 7:6 (7/5)
Aljaz Bedene (SLO) Ivo Karlovic (CRO) 7:6 (7/4) ret.
Philipp Petzschner (GER) Pablo Andujar (ESP) 6:2 6:2
Juan Martin del Potro (ARG/2) Freilos
Doppel-Finale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Max Mirnyi / Daniel Nestor (BLR/CAN/2) 7:6 (12/10) 6:3
Semifinale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Mariusz Fyrstenberg / Marcin Matkowski (POL/4) 6:3 6:2
Max Mirnyi / Daniel Nestor (BLR/CAN/2) Juan Martin del Potro / Radek Stepanek (ARG/CZE) 6:3 7:6 (7/2)
Viertelfinale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Oliver Marach / David Marrero (AUT/ESP) 6:3 7:6 (7/2)
Juan Martin del Potro / Radek Stepanek (ARG/CZE) Andeas Haider-Maurer / Philipp Oswald (AUT) 6:4 6:4
Achtelfinale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Alexander Peya / Christopher Kas (AUT/GER) 6:7 (9/11) 7:6 (7:4) 11/9
Oliver Marach / David Marrero (AUT/ESP) Scott Lipsky / Rajeev Ram (USA) 7:6 (9/7) 6:1
Juan Martin del Potro / Radek Stepanek (ARG/CZE) Jürgen Melzer / Philipp Petschner (AUT/GER/3) 6:4 6:2
Andeas Haider-Maurer / Philipp Oswald (AUT) Pablo Andujar / Guillermo Garcia Lopez (ESP) 6:1 7:6 (10/8)
Simone Bolelli / Fabio Fognini (ITA) Gerald Melzer / Dominic Thiem (AUT) 6:0 6:3

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