Bremen jubelt über „Ende der Minikrise“
Werder Bremen hat in der deutschen Bundesliga nach drei sieglosen Spielen einen wichtigen Erfolg eingefahren. Einer der tonangebenden Akteure beim Österreicher-Duell bei FSV Mainz 05 war ÖFB-Legionär Sebastian Prödl, der mit seinem ersten Saisontreffer für die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf am Samstag den 3:1-Endstand fixierte.
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Niko Bungert hatte die Mainzer vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Coface-Arena in Führung geköpfelt (23.). Claudio Pizarro brachte die Gäste mit seinem 150. Bundesliga-Treffer (29.) wieder ins Spiel, Aaron Hunt dann in Führung (47.). Prödl (78.) sorgte für das 3:1.

dapd/Ronald Wittek
Prödl schob den Ball aus kurzer Distanz ins Tor
Baumgartlinger: „Es fehlt einfach das Glück“
Frust herrschte dagegen bei den Mainzern, die auch in der neunten Partie sieglos blieben und ihre fünfte Heimniederlage in Serie kassierten. Julian Baumgartlinger kam in der 15. Minute für verletzten Nikolce Noveski aufs Feld, Andreas Ivanschitz durfte ab der 70. Minute ran. „Wir sind wieder einmal in Führung gegangen und haben wieder nichts dafür bekommen. Das ist sehr frustrierend. Es fällt schwer, Worte dafür zu finden“, haderte Mainz-Coach Thomas Tuchel, dessen Elf ambitioniert, aber glücklos agierte.
Das bestätigte auch Baumgartlinger. „Es wiederholt sich immer wieder. Es fehlt uns einfach das Glück in den entscheidenden Situationen. Wir kassieren Gegentore nach einem Schuss aus der zweiten Reihe, nach einer Standardsituation, nach einer Einzelleistung. Wir versuchen aber dranzubleiben und mit Überzeugung die Dinge anzugehen. Wir müssen es weiter erzwingen“, sagte der 23-jährige Mittelfeldspieler.
Spielverderber Pizarro
Zum Mainzer Spielverderber wurde wie so oft Pizarro, der gegen seinen Lieblingsgegner ausglich. Torschütze Bungert konnte den Peruaner an der Strafraumgrenze nicht stoppen. Es war Pizarros elfter Treffer im zehnten Spiel gegen die Mainzer. Hunts Schuss in den Winkel aus gut 20 Metern schockte die Gastgeber gleich nach Wiederanpfiff. Und Prödl beendete mit seinem Treffer aus kurzer Distanz deren letzte Hoffnungen auf zumindest einen Punkt.
„Das Tor ist ein persönlicher Erfolg, aber meine primäre Aufgabe ist die Defensive. Ich werde daran gemessen, hinten dichtzu machen“, zeigte sich Prödl bescheiden. Geschäftsführer Klaus Allofs lobte die Qualitäten des Innenverteidigers auch vor dem gegnerischen Tor. „Das Tor war sicherlich wichtig für ihn. In meinen Augen hat Sebastian den besten Offensivkopfball“, sagte Allofs. „Seine Leistung heute zeigt, dass wir viele Möglichkeiten haben, gerade in der Innenverteidigung.“
„Noch viel Luft nach oben“
Prödl, der nach zwei Spielen auf der Bank die Bremer Abwehr wieder im Griff hatte, war erleichtert. „Durch den Sieg haben wir im Hinblick auf die nächsten Spiele etwas mehr Ruhe. Es war gut, dass wir die Minikrise überwinden konnten, aber wir haben noch viel Luft nach oben“, so der 24-jährige Steirer. Ein Punkt trennt Bremen nun von Schalke 04 und dem zweiten Platz, fünf Punkte voraus marschiert weiter Bayern München an der Tabellenspitze.
Dass die Bremer nach Rückstand noch als Sieger vom Platz gingen und in der Tabelle damit auf Platz vier vorstießen, freute besonders deren Trainer. „Wir waren sehr engagiert und diszipliniert, insbesondere in der Defensivarbeit. Ich bin sehr zufrieden", bilanzierte Thomas Schaaf. Wir haben zwar Anlauf gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Aber meine Mannschaft hat sich für ihren Einsatz dann selbst belohnt.“
„Unsere Leistungen sind aber weiter verbesserungswürdig. Wir haben in unserem Spiel noch nicht die gewünschte Sicherheit. Daran werden wir weiter arbeiten“, sagte Prödl. Schaaf dazu: „Wenn wir jetzt noch ballsicherer werden, dann wird es noch besser.“ Vor allem in Rückstand zu geraten, gelte es in Zukunft zu vermeiden. „Denn wie gut wir spielen können, wenn wir in Führung liegen, hat man in Mainz gesehen“, sagte Torschütze Hunt.
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