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„Wir sind endlich wieder belohnt worden“

Mit einer mitreißenden Aufholjagd hat Mainz 05 seine Talfahrt in der deutschen Bundesliga gestoppt und den erlösenden Befreiungsschlag gelandet. Das Team von Coach Thomas Tuchel feierte durch Tore des Nigerianers Anthony Ujah (53., 64.) und einen Elfmeter von Andreas Ivanschitz (60.) einen 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart und zum Auftakt des zwölften Spieltages den ersten Sieg seit neun Runden.

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DFB-Stürmer Cacau (50.) hatte die Gäste nach Vorarbeit von Martin Harnik, der bei Stuttgart ebenso durchspielte wie Julian Baumgartlinger bei Mainz, am Freitag vor 34.000 Zuschauern im ausverkauften Mainzer Stadion in Führung gebracht.

„Man hat gesehen, dass wir uns voll reingebissen und alles gegeben haben. Dafür sind wir nach langer Zeit endlich wieder einmal belohnt worden. Heute war es wichtig, auch wieder einmal einen dreckigen Sieg einzufahren. Es war wichtig, vor der Länderspielpause ein Zeichen zu setzen“, erklärte Ivanschitz. „Die Erleichterung ist natürlich riesengroß. Ich freue mich, dass wir das auch mit dem nötigen Glück noch umgebogen haben“, so Coach Tuchel.

Spielszene Mainz - Stuttgart

Reuters/Thomas Bohlen

Ivanschitz war einer der auffälligsten Spieler im Mainzer Dress

Ivanschitz mit guten Chancen

In einer umkämpften Partie blieben klare Torchancen zunächst Mangelware. In der siebenten Minute lenkte Mainz-Goalie Christian Wetklo einen Kopfball von Zdravko Kuzmanovic gerade noch über die Latte. Auf der Gegenseite war Sven Ulreich zur Stelle, als Ivanschitz nach energischem Antritt aus spitzem Winkel abzog (10.). In der 37. Minute konnte Khalid Boulahrouz einen Schuss des Burgenländers gerade noch vor der Linie klären.

Mit wesentlich mehr Power starteten die zuletzt neunmal sieglosen Mainzer in Durchgang zwei, doch das erste Tor fiel auf der anderen Seite. Nach einer scharfen Hereingabe von Harnik erzielte Cacau reaktionsschnell sein viertes Saisontor. Doch Mainz zeigte sich keineswegs im Schock: Nur 140 Sekunden nach dem Rückstand köpfte Ujah eine Flanke von Elkin Soto an Ulreich vorbei.

„Nicht viel nachdenken und scharf ins Eck“

Nur wenige Minuten nach dem Ausgleich war dann die entscheidende Szene des Spiels. Nach einer Hereingabe von Baumgartlinger erachtete der Schiedsrichter ein Foul von Maza an Nicolai Müller als elfmeterreif. Ivanschitz übernahm die Verantwortung und traf eiskalt zur Führung. „Den Elfer wollte ich einfach reinhämmern - nicht viel nachdenken und scharf ins Eck“, sagte der 28-Jährige nach der Partie.

„Der Elfmeter vor dem 2:1 war ein absoluter Scherz. Alle haben weitergespielt, nur der Schiedsrichter hat etwas gesehen. Das hat uns richtig aus dem Konzept gebracht“, ärgerte sich Harnik. Die Stuttgarter hatten sich kaum über die Strafstoßentscheidung beruhigt, als erneut der 21-jährige Ujah nach Kopfballvorarbeit von Ivanschitz zur Stelle war, sein zweites Tor in der Bundesliga erzielte und mit dem 3:1 für die Entscheidung sorgte.

Freude bei Ivanschitz, Ärger bei Harnik

Nach 73 Minuten wurde Ivanschitz dann unter dem Applaus der Fans ausgetauscht. „Es ist gut, wie die Mannschaft drangeblieben ist. Wir haben phasenweise gut Fußball gespielt. Wir stehen alle in der Kritik. Jeder wusste, dass er mehr geben musste. Wir haben aber keinen Druck und Hektik reingelassen“, bilanzierte Ivanschitz, dessen Teamkollege Eugen Polanski eine umstrittene Rote Karte sah (83.).

Nach dem Schlusspfiff erhielt Stuttgarts Abwehrspieler Maza die Gelb-Rote Karte, weil er sich mit dem Schiedsrichter angelegt hatte. „Der Schiedsrichter hat seinen Teil dazu beigetragen, aber unsere Leistung war jetzt auch nicht unbedingt gut. Wir müssen uns selbst hinterfragen, warum wir so nachgelassen haben. Wir wollten zumindest mit einem Remis in die Pause gehen. Anscheinend ist Stuttgart immer gut als Aufbaugegner, das haben wir schon gegen den HSV bewiesen“, ärgerte sich Harnik.

Deutsche Bundesliga

Zwölfte Runde

Freitag, 4. November:
Mainz Stuttgart 3:1
Samstag, 5. November:
Dortmund Wolfsburg 5:1
Bremen Köln 3:2
Hertha BSC Mönchengladbach 1:2
Hoffenheim Kaiserslautern 1:1
Nürnberg Freiburg 1:2
Leverkusen Hamburger SV 2:2
Sonntag, 6. November:
Hannover Schalke 2:2
Augsburg Bayern München 1:2

Tabelle

1. FC Bayern München 12 9 1 2 32:4 28
2. Borussia Dortmund 12 7 2 3 26:9 23
3. Werder Bremen 12 7 2 3 23:16 23
4. Borussia Mönchengladbach 12 7 2 3 15:9 23
5. FC Schalke 04 12 7 1 4 24:18 22
6. Hannover 96 12 5 4 3 15:17 19
7. VfB Stuttgart 12 5 3 4 18:12 18
8. Bayer 04 Leverkusen 12 5 3 4 15:16 18
9. 1899 Hoffenheim 12 5 2 5 15:13 17
10. Hertha BSC Berlin 12 4 4 4 16:17 16
11. 1. FC Köln 12 5 1 6 20:26 16
12. 1. FC Kaiserslautern 12 3 4 5 10:15 13
13. VfL Wolfsburg 12 4 1 7 15:25 13
14. 1. FSV Mainz 05 12 3 3 6 16:23 12
15. 1. FC Nürnberg 12 3 3 6 13:20 12
16. Hamburger SV 12 2 4 6 15:25 10
17. SC Freiburg 12 3 1 8 16:27 10
18. FC Augsburg 12 1 5 6 9:22 8
Stand vom 6. November

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