Lange Verletztenlisten
Für die Spieler der Erste Bank Eishockey Liga heißt es durchschnaufen. Nach 20 gespielten Runden dürfen sich die Cracks aufgrund einer Länderspielpause gleich zehn Tage erholen und Verletzungen auskurieren. Das ist nicht nur für die Nachzügler eine willkommene Situation, auch in der oberen Tabellenhälfte ist man aus österreichischer Sicht über die längere Pause froh. Nur Linz hat keine Sorgen.
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Wohl keine Pause benötigt man in Linz. Die Black Wings bestimmten in den ersten 20 Spieltagen der Saison das Geschehen am Eis. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung der Oberösterreicher auf Verfolger Olimpija Ljubljana, erst dreimal hieß der Sieger bei Spielen der Linzer nicht Black Wings. Trainer „Rob“ Daum kann zufrieden bilanzieren, denn in Linz vollzog sich im Sommer ein radikaler Umbau. Gleich 13 neue Gesichter waren auf dem offiziellen Mannschaftsfoto vor der Saison zu finden.
Trainer Daum formte in kürzester Zeit ein schlagfertiges Team, dass den Linzer Fans passend zum Namen der Heimhalle bisher „keine Sorgen“ bereitet. „Es geht leichter, seiner Mannschaft etwas mitzugeben, wenn man Erfolg hat“, wird Daum in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ zitiert. Und: „Die Spieler sehen, dass das, was wir machen, funktioniert.“ Nur einen Vorwurf muss sich der 53-jährige Kanadier gefallen lassen: Gegen Liganeuling HC Znojmo zog Linz bisher in beiden Partien jeweils den Kürzeren.
Vizemeister in der Krise
Vor allem in Klagenfurt und Salzburg kommt die verlängerte spielfreie Phase zur rechten Zeit. Rekordmeister KAC schlitterte mit zuletzt drei Niederlagen in Serie in eine mittlere Krise. Der Ausfall von Stützen wie Tyler Scofield, mit acht Treffern immerhin bester KAC-Torschütze, und David Schuller schlug sich negativ in der Bilanz nieder. Dazu hinken Leistungsträger wie Thomas Koch ihrer Form hinterher.

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Teamstürmer Thomas Koch hat seine Höchstform noch nicht erreicht
Auch in der Verteidigung lag zuletzt der Hund begraben. In drei Partien kassierten die Klagenfurter, durch teils fürchterliche Abwehrschnitzer, 16 Gegentreffer. „Welche Mannschaft kann schon fünf Schlüsselspieler ersetzen?“, versuchte Trainer Emanuel Viveiros die Situation zu erklären. Viel Zeit, um über diese Frage nachzudenken, hat der Austro-Kanadier jedoch nicht. Viveiros steht in der Länderspielpause erstmals als Teamchef bei einem Turnier in Ungarn an der Bande.
„Als Mannschaft besser werden“
Auch bei Meister Red Bull Salzburg war die Stimmung nach den ersten 20 Runden der Meisterschaft schon einmal besser. Die „Mozartstädter“ zeigten in den letzten Partien deutliche Ermüdungserscheinungen. Zwar rehabilitierte man sich mit dem knappen 2:3 n. V. in Ljubljana für das bittere 0:5 eine Runde davor in Zagreb. Den hohen Ansprüchen in Salzburg dürfte Rang fünf in der Tabelle - mit neun Punkten Rückstand auf die Spitze - jedoch nicht genügen.
„Wir müssen als Mannschaft einfach besser werden“, sagte Reijo Ruotsalainen nach der knappen Niederlage in Slowenien. Der Finne führt seit einigen Wochen die Geschäfte für Trainer Pierre Page, der seiner schwer erkrankten Frau zur Seite steht. Für Kapitän Matthias Trattnig ist die Zeit der Ausreden jedenfalls vorbei. „Wir brauchen jeden Punkt, jetzt beginnt langsam das Rennen um die ersten sechs Plätze“, so Trattnig.

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Der VSV kommt einfach nicht aus dem Tabellenkeller nach oben
VSV tritt auf der Stelle
Von der vorzeitigen Qualifikation für die K.-o.-Runde darf man in Villach derzeit nur träumen. Der VSV ziert nach 20 Runden nur das Tabellenende. Einem zwischenzeitlichen Hoch, u. a. mit einem 5:1 bei Tabellenführer Black Wings Linz, folgte am Sonntag mit einem 1:7 in Zagreb der nächste Dämpfer. Grund für das Schicksal als Kellerkind der Liga ist der ausgedünnte Kader der „Adler“. Die Ausfälle von Gerhard Unterluggauer, Mario Altmann und Kyle Wanvig rissen ein tiefes Loch in das Gerüst der Villacher.
„Es nervt ordentlich“, sagte Kevin Mitchell zur Situation des VSV. Die Verpflichtungen von Routinier Mike Craig (40) und des zuvor Langzeitarbeitslosen Markus Peintner brachten nur wenig neuen Schwung in das Spiel der Kärntner. Vor allem zu Hause ist der VSV nur ein Schatten vergangener Jahre. Nur zwei von acht Spielen konnten die Villacher in der heimischen Stadthalle für sich entscheiden. Die einstige blau-weiße Festung entpuppte sich bisher als Kartenhaus.

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Coach Samuelsson hofft auf einen gesunden Kader nach der Pause
„Regeneration und Ausheilen“
Nicht zufrieden mit der Heimbilanz muss man auch in Wien und Graz sein. Die Vienna Capitals halten in ihrem neuen 7.000 Plätze fassenden Schmuckkästchen namens Albert-Schultz-Halle gerade einmal bei einer Siegquote von 50 Prozent. Vor allem in den ersten vier Spielen entpuppte sich die revitalisierte Heimstätte als Fluch für die Wiener. Zuletzt zeigten die Capitals, die ebenfalls mit Verletzungssorgen zu kämpfen haben, jedoch einen klaren Aufwärtstrend. Die Serie von drei Siegen en suite wurde jedoch abrupt von Jesenice mit 2:3 gestoppt.
„Jetzt kommt einmal eine Pause, die ist für uns sehr wichtig zur Regeneration und zum Ausheilen unserer Verletzungen“, will Trainer Tommy Samuelsson von einem Rückschlag jedoch nichts wissen. Einen Aufwärtstrend gab es kurz vor der Pause auch bei den Graz 99ers. Die Steirer feierten in der 20. Runde mit 3:0 in Znojmo als einziges heimisches Team einen Sieg. Größtes Problem der Grazer: Ihre Wankelmütigkeit. Guten Phasen folgen katastrophale Aussetzer. Der neue Goalie Frederic Cloutier soll helfen, mehr Konstanz, vor allem in die Hintermannschaft, zu bringen.
Karl Huber, ORF.at
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