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Erfolge sind Schnee von gestern

Christoph Daum hat ihn einst während seiner Zeit als Trainer der Austria als Urheber des Double-Gewinns der Violetten in der Saison 2002/03 gelobt. Doch das ist alles Schnee von gestern, der einstige Austria-Sportdirektor und GAK-Präsident erlebte zu Wochenbeginn eine der bittersten Stunden seines Lebens.

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Der Burgenländer wurde am Montag wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet. Svetits steht im Verdacht der Bestechung einer früheren Angestellten des Ex-Bundesliga-Vereins GAK, der im Mai 2007 wegen hoher Schulden in den Zwangsausgleich gerutscht ist und Abschied vom Profifußball nehmen musste.

Seit 1995 mit Spitzenfußball verbandelt

Svetits, der in jungen Jahren mit seinem Heimatclub USV Rudersdorf burgenländischer Cupsieger (1974/75) und Landesmeister (1977/78) geworden ist und später in der Steiermark in der Regionalliga gespielt hat, war seit 1995 immer wieder eng mit dem heimischen Spitzenfußball verbandelt. Bis Oktober 1998 als Berater und Manager des GAK tätig, bekleidete der Funktionär bis Mai 2001 das Präsidentenamt der Grazer. Danach betätigte er sich bis Ende 2001 als GAK-Sportdirektor.

Nach seiner GAK-Ära holte ihn Frank Stronach Anfang Jänner 2002 als Sportdirektor zur Austria mit der Vorgabe, die Wiener kurzfristig zum Meister zu machen. Svetits „verbrauchte“ drei Trainer und viele neue Spieler, um die Forderung des Chefs zu erfüllen. Im Frühjahr 2002 kam Dietmar Constantini als „Feuerwehrmann“, um im Sommer für Walter Schachner Platz zu machen. Der Steirer seinerseits musste auch bald wieder gehen, um an Daum zu übergeben.

Christoph Daum, Frank Stronach und Peter Svetits 2003 vor dem Magna-Hauptquartier in Oberwaltersdorf

APA/Barbara Gindl

Das Trio Daum, Stronach und Svetits war bei der Austria nicht lange am Werken

Über GAK und Austria zu Wiener Neustadt

Nach dem Double 2003 nahmen Svetits freiwillig seinen Hut. Hintergrund seines Schritts war laut Svetits eine routinemäßige Sitzung des Finanz-Jour-fixe, in der es zu gravierenden Auffassungsunterschieden gekommen sein soll. An diesem Treffen hatte auch der neue Stronach-Berater Günter Kronsteiner teilgenommen. Svetits bot seinen Rücktritt an, den der Magna-Boss zunächst ablehnte. Dem Wunsche Svetits nach Beurlaubung kam Stronach dann aber doch nach.

Nachdem Svetits 2006 einige Monate GAK-Generalmanager war, kehrte er zu Stronach zurück und wurde er als Berater der Hollabrunner Akademie präsentiert und bereitete im Hintergrund die Übernahme des Erstligisten Schwanenstadt vor. Die Lizenz ging damals für einige Millionen von Oberösterreich zum FC Magna Wr. Neustadt, wo Stronach ab März 2008 eine neue Spielwiese gefunden hatte. Ein Jahr später stiegen die Niederösterreicher in die Bundesliga auf.

Unstimmigkeiten auch in Wr. Neustadt

Im Mai 2008 avancierte Svetits zum geschäftsführenden Vizepräsidenten in Wiener Neustadt und bekam die sportlichen Agenden übertragen. Aber die Harmonie war dort bald vorbei. Im Mai 2009 wurde der Vertrag mit Svetits überraschend aufgelöst. Als offizieller Grund wurden „Auffassungsunterschiede in der Kompetenzverteilung zwischen Svetits und dem zweiten Vizepräsidenten Ernst Neumann“ angegeben. Stronach hat sich inzwischen auch von Neumann getrennt.

Verhaftung vor Amtsantritt in Klagenfurt

Um Neumann ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden, dafür entpuppte sich Svetits als „Stehaufmanderl“. Im März 2011 wurde der Steirer auf einer Pressekonferenz als künftiger Präsident des FC Gratkorn vorgestellt. Das Engagement kam wegen des Abstiegs des Vereins in die Regionalliga jedoch nicht zustande. Am 27. Oktober wurde Svetits zum designierten Präsidenten des Regionalligisten Austria Klagenfurt gewählt, das Amt hat er aber noch nicht angetreten.

Ob es damit etwas wird, steht nach der Festnahme des umtriebigen Funktionärs in den Sternen. Er hat jedenfalls große Pläne mit den Klagenfurtern angekündigt. „Ich werde alles versuchen, um den Verein wieder in höhere Sphären zu führen. Die Klagenfurter Arena ist die schönste in Österreich, hier kann man etwas Großes aufbauen. Innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre sollen die Fans hier wieder Profifußball zu sehen bekommen“, hatte Svetits gemeint.

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