Mansell-Bestmarke im Visier
Erstmals geht ein Formel-1-Finale erst am ersten Adventsonntag über die Bühne. Sebastian Vettel könnte sich in Sao Paulo nach dem zweiten WM-Titel noch einen Rekord sichern. Der Deutsche will zum Abschluss die alleinige Bestmarke an Polepositions in einer Saison aufstellen. Derzeit liegt Vettel mit 14 ersten Startplätzen gleichauf mit Nigel Mansell 1992.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Vettel ist vor allem darauf bedacht, die Enttäuschung von Abu Dhabi vergessen zu machen, als ihm ein Reifenschaden an seinem Red-Bull-Boliden in der ersten Runde den ersten Ausfall der Saison bescherte. Die genaue Ursache ist weiterhin unklar. Sein zwölfter Saisonsieg wäre für den Perfektionisten aber der krönende Abschluss einer famosen Saison. „Danach freut man sich sicher, dass es vorbei ist“, sagte der 24-Jährige.
Gute Red-Bull-Erinnerungen ans Vorjahr
Im Vorjahr hatte Red Bull in Brasilien mit einem Doppelsieg durch Vettel und Mark Webber noch eine Woche vor dem Finale in Abu Dhabi den ersten Konstrukteurs-WM-Titel eingefahren. Den haben die Bullen auch 2011 längst in der Tasche. Die Poleposition holte sich im Autodromo Carlos Pace im Vorjahr aber sensationell der Deutsche Nico Hülkenberg, derzeit nur Reservist bei Force India, im Williams.

GEPA/xpb.cc/Photo4
2010 durfte Red Bull in Brasilien den ersten Konstrukteurs-WM-Titel feiern
Die wechselnden Bedingungen in Interlagos können zu Überraschungen mitunter ihren Beitrag leisten. „Wenn es regnet, was wahrscheinlich ist in Sao Paulo, gibt es extremes Aquaplaning“, erklärte Vettel. Außerdem koste die Höhenlage von rund 800 Metern etwas an Leistung.

AP/Luca Bruno
Button hat im Kampf um WM-Platz zwei derzeit die Nase vorne
Trio mit Chancen auf zweiten WM-Platz
Während Vettel seine Pokale kaum noch zählen kann, geht es für seine Rivalen nur noch um den Trostpreis des Vizeweltmeisters. Jenson Button befindet sich dafür in der besten Position, geht McLaren-Pilot doch mit zehn Punkten Vorsprung auf Ferrari-Star Fernando Alonso ins Finale. Nur noch mit einem Sieg - es wäre sein erster seit Ungarn im August 2010 - könnte der 22 Zähler zurückliegende Webber theoretisch den totalen Triumph für Red Bull sicherstellen.
Von einem Erfolg über Vettel verspricht sich die Konkurrenz zumindest einen Motivationsschub für die Saisonpause. „Es wäre großartig, mit einem weiteren Sieg in den Winter zu gehen“, betonte McLaren-Pilot Lewis Hamilton, der zuletzt in Abu Dhabi aufs oberste Podest zurückgekehrt ist. Seinen WM-Titel 2008 hatte der Brite wie sein Landsmann und aktueller Teamkollege Button ein Jahr später in Sao Paulo fix gemacht.
Vor allem Lokalmatador Felipe Massa, der sich vor drei Jahren einige Sekunden als Weltmeister wähnte, hat schlechte Erinnerungen an 2008. Seit er den Titel in der letzten Kurve an Hamilton verloren hat, hat Massa kein Rennen mehr gewonnen. Auch heuer ist der Brasilianer bereits mehrmals mit dem Briten aneinandergeraten. Eine eventuelle Fortsetzung würde unter anderem Alexander Wurz sanktionieren. Der Österreicher fungiert als Vertreter der Ex-Piloten erstmals in dieser Saison als FIA-Rennkommissar.
Links: