Die Sensation ist unter Dach und Fach
In einer Gruppe mit drei UEFA-Cup- bzw. Europa-League-Siegern der letzten Jahre hat APOEL Nikosia die große Sensation geschafft. Der zypriotische Meister fixierte am Mittwoch als erster Club von der Mittelmeerinsel den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Nikosia reichte dafür am fünften Spieltag ein 0:0 bei Zenit St. Petersburg.
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Nikosia behauptete in Gruppe G mit dem fünften ungeschlagenen Spiel in Serie die Führung vor den Russen und kann nicht mehr von den ersten zwei Rängen verdrängt werden, weil Zenit in der letzten Runde auf den FC Porto trifft. Der portugiesische Europa-League-Titelverteidiger wahrte mit einem 2:0-Erfolg bei Schachtjor Donezk seine Chancen und kann mit einem Heimsieg gegen St. Petersburg den Aufstieg fixieren. In der Ukraine trafen Hulk (79.) und Razvan Rat (90./Eigentor).
„Fantastisches Resultat“ für Nikosia
„Das ist ein fantastisches Resultat für uns. Nach unserer glücklichen Qualifikation für die Champions League haben wir alle anderen Gedanken beiseitegeschoben und uns nur auf unser Spiel konzentriert. Es war nicht einfach, aber wir haben hart für diesen Moment gearbeitet. Ich glaube, dass unser Erfolg ein Beispiel für kleinere Länder sein kann“, sagte Nikosia-Coach Ivan Jovanovic, dessen Team sich im Qualifikationsrückspiel gegen Wisla Krakau erst dank eines Tores in der 87. Minute durch Torjäger Ailton durchgesetzt hatte.

AP/Dmitry Lovetsky
Das Stadion in St. Petersburg war nach Schlusspfiff fest in zypriotischer Hand
Spiel stand vor dem Abbruch
Bis die Fans ihren Jubelzug durch Nikosia antreten konnten, mussten einige bange Momente überstanden werden. St. Petersburg war über die gesamte Spielzeit drückend überlegen, brachte allerdings den Ball nicht im Tor unter - teils durch Pech, teils durch eigenes Unvermögen. Nikosia verlegte sich hingegen völlig auf Konter, konnte mit dieser Taktik aber nur eine einzige Chance durch Ailton, der nach Vorarbeit von Gustavo Manduca aus kurzer Distanz vergab, herausspielen.
Fans von St. Petersburg sorgten allerdings beinahe dafür, dass Nikosia die Partie vielleicht am grünen Tisch für sich entschieden hätte. Das Spiel stand wegen des Abbrennens von Pyrotechnik knapp vor dem Abbruch. Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych musste einmal in der ersten Hälfte und einmal nach der Pause mehrere Minuten unterbrechen, bis sich die Rauchschwaden verzogen hatten.

Reuters/Alexander Demianchuk
Dichte Rauchschwaden machten zweimal eine Spielunterbrechung nötig
Ärger über Ergebnis und eigene Fans
„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber in den entscheidenden Momenten den Ball nicht im Tor untergebracht. Nikosia war ein harter Gegner, dem wir aber eigentlich keine Chance auf ein Tor gelassen haben“, ärgerte sich Zenit-Coach Luciano Spalletti, der gemeinsam mit Mittelfeldspieler Roman Schirkow versuchte, die Lage während der zweiten Spielunterbrechung unter Kontrolle zu bringen, bei den eigenen Fans aber nur wenig Gehör fand.
Schirkow ging deshalb mit den Zenit-Anhängern nach der Partie hart ins Gericht. „Der Schiedsrichter hat uns gewarnt, dass er bei einer neuerlichen Unterbrechnung nicht mehr weiterspielen lassen und das Spiel strafverifiziert werden würde. Ich habe das unseren Fans versucht zu erklären, bin aber auf taube Ohren gestoßen. Das sind eben echte Idioten, was soll man sonst über die sagen?“, ärgerte sich der russische Teamspieler.
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