„Teilweise sehr naiv verhalten“
Die 1:4-Niederlage der Wiener Austria bei Metalist Charkiw am Mittwochabend in der Europa League hat den Klassenunterschied der beiden Teams deutlich zutage treten lassen. „Man muss die Überlegenheit von Charkiw anerkennen“, so Austria-Coach Karl Daxbacher.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Auch wenn aufgrund des 0:0 von Alkmaar in Malmö noch die Mini-Chance auf den Aufstieg unter die letzten 32 besteht, gab man sich im Lager der Wiener desillusioniert: „Wir sind von der Qualität her zu weit entfernt“, sagte Verteidiger Peter Hlinka.
Hlinka, der den ungewohnten Part des verletzten Manuel Ortlechner in der Innenverteidigung hatte übernehmen müssen und vor dem zweiten Gegentor keine gute Figur gemacht hatte („Da war auch Pech dabei, aber so ist eben Fußball“), analysierte nüchtern: „Wir haben uns teilweise sehr naiv verhalten. Wenn man in einem Auswärtsspiel so viele Konter bekommt, stimmt etwas nicht. Aber es ist einfach eine Frage der Qualität. Wenn man etwa die Brasilianer (bei Charkiw, Anm.) anschaut, die haben im Eins-Gegen-Eins überhaupt kein Problem. Und als wir diese Konterchancen gehabt haben, haben wir sie nicht zu Ende gespielt.“

GEPA/Christian Ort
Die Austria hatte an diesem Abend gleich mehrmals das Nachsehen
„Wir haben dumme Gegentore bekommen“
Auch Daxbacher ärgerte sich über die schnellen Gegenstöße der Ukrainer, bei denen acht Südamerikaner in der Starrtelf standen. „Wir hätten uns nicht so auskontern lassen dürfen“, befand der Niederösterreicher. „Im Bestreben, etwas nach vorne zu machen, haben wir dann mit Abspielfehlern Kontermöglichkeiten eröffnet.“ Dennoch habe er nach der Halbzeit noch das Gefühl gehabt, ein Punkt sei in Reichweite.
Der im defensiven Mittelfeld spielende Florian Mader sah das ähnlich. „Nach dem Ausgleichstor war die Hoffnung sicher wieder da. Wir haben dann noch einmal alles probiert“, sagte der Tiroler, der das 1:4 als „sehr bitter“ einstufte. „Mit der Standardsituation ist auch der Glauben in der Mannschaft gestorben“, erkannte Daxbacher.
„Wir haben dumme Gegentore bekommen“, erklärte der Trainer, der gerade über das Zustandekommen des dritten Verlusttreffers in der 60. Minute äußerst unglücklich war. „Das war besprochen, da muss einer dort sein“, merkte er zum Kopfballtreffer Gueyes nach Eckball an. Immer wieder kassiert man in der laufenden Saison ähnliche Tore, „aber anscheinend kommen wir dort nicht hin. Es war zu sehen, dass wir uns da noch verbessern müssen.“
Klassenunterschied deutlich zu sehen
Insgesamt war die Niederlage aber auch für Daxbacher vor allem eine Frage des Klassenunterschieds. „Ich muss die Überlegenheit Charkiws anerkennen, daher bin ich in diesem Fall nicht so böse auf meine Mannschaft. Da bin ich Realist“, erklärte der Coach. „Man hat in vielen Aktionen den Klassenunterschied gesehen.“
„Sie haben die Räume vom Forechecking zum Verteidigen sehr schnell zugemacht, waren schnell wieder hinter dem Ball und haben dann aggressiv attackiert. Wir waren oft etwas überrascht, dass sie so schnell sind“, erklärte Daxbacher. „Da können wir mit unserer Qualität nicht mit. Aber ich glaube schon, dass ein besseres Resultat möglich gewesen wäre.“
Dass die theoretische Chance noch lebt, fand Daxbacher aber dennoch wichtig. „Somit ist das letzte Spiel auch für Fans und Zuschauer nicht reizlos. Wenn Metalist so spielt wie heute - und auswärts sind die Ukrainer noch stärker -, dann machen wir uns da schon noch Hoffnungen“, sagte der 58-Jährige angesichts des abschließenden Gastspiels der „Metaller“ in Alkmaar am 15. Dezember. Ein Heimsieg der Austria gegen Malmö FF am selben Tag ist aber jedenfalls Voraussetzung.
Links: