Themenüberblick

Aufstiegschance und Salzburg leben

Der FC Salzburg hat am Donnerstagabend am fünften Spieltag der Europa-League-Gruppe F mit einem verdienten 2:0 gegen Paris Saint-Germain (PSG) die Aufstiegschancen gewahrt. Vor 8.100 Zuschauern sorgten Jakob Jantscher (20. Minute) und vor allem Dusan Svento mit seinem Last-Minute-„Kracher“ (94.) für die „goldenen“ Treffer, für die in der ersten Hälfte stark aufspielenden Salzburger.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Durch das 2:0 gegen großteils wenig durchschlagskräftige Franzosen steht für die „Bullen“ die Tür in das Sechzehntelfinale offen. Salzburg entschied nach dem 1:3 Mitte September in Paris das direkte Duell mit den Franzosen für sich. Damit würde den Salzburgern zum Abschluss der Gruppenphase in zwei Wochen bei Schlusslicht Slovan Bratislava ein Sieg zum Aufstieg reichen - unabhängig vom Resultat im Parallelspiel zwischen PSG und Gruppensieger Athletic Bilbao.

Christoph Leitgeb am Ball

ORF.at/Dominique Hammer

Christoph Leitgeb und Co. machten gegen die Franzosen viel Dampf

Salzburg, in der Liga zuletzt bis auf das 6:0 vor wenigen Tagen gegen Ligaschlusslicht Kapfenberg völlig von der Rolle, witterte von Anfang an seine Chance gegen PSG. Die Pariser, obwohl Tabellenzweite, sind in Frankreich seit drei Spielen sieglos, am Sonntag gab es ein 0:3 gegen Marseille. Zudem waren die Gäste in der Europa League nach der Niederlage gegen Athletic Bilbao (0:2) und dem Remis gegen Slovan Bratislava (0:0) auswärts noch sieg- und torlos.

Salzburg weiß, was auf dem Spiel steht

Bereits nach 56 Sekunden hatte dann auch Gonzalo Zarate die erste Chance, und die Salzburger setzten nach, versuchten gegen die auswärtsschwachen Franzosen gleich Druck aufzubauen. Vor allem Stefan Maierhofer begann die PSG-Verteidiger früh zu attackieren. Auch Leonardo prüfte Paris-Torhüter Nicolas Douchez mit einen Schuss von der Strafraumgrenze (10.). Der französische Ligazweite ließ sich aber nicht aus dem Konzept bringen.

Jubel von Jakob Jantscher

ORF.at/Dominique Hammer

Jakob Jantscher brachte sein Team auf die Siegerstraße

Salzburg musste unbedingt zumindest zwei Tore schießen, PSG durfte seinerseits nicht zwei Treffer erzielen, um der Moniz-Elf noch alle möglichen Aufstiegschancen für den sechsten Spieltag zu lassen. Den ersten Schritt zur Wahrung des Traums von der Europa-League-Play-off-Phase machte dann Jantscher. Er leitete einen Konter über Leitgeb nicht nur ein, sondern schloss diesen dann auch perfekt ab. Als er im Strafraum vollkommen frei stehend die Leitgeb-Flanke volley zum 1:0 (20. Minute) in die Maschen setzte.

Das 2:0 liegt in der Luft

Beinahe hätte Jantscher nur wenige Minuten später auf 2:0 erhöht, als der unsichere Douchez einen nicht allzu gefährlichen Weitschuss des Salzburgers durch die Hände gleiten ließ, und der Ball nur haarscharf an der Stange vorbeikullerte. Paris zog sich aber nicht zurück, um einen zweiten Gegentreffer zu verhindern, sondern suchte weiter den Weg zum Tor. Das ließ den „Bullen“, die geschickt verteidigten, auch immer wieder Raum zu Gegenstößen.

So wie in der 30. Minute als Zarate eine Jantscher-Hereingabe per Kopf knapp neben das Tor setzte. Oder in der 34. Minute als neuerlich Zarate eine Leonardo-Vorlage am Tor vorbeizog. Das 2:0 für die spielfreudigen Salzburger lag zu diesem Zeitpunkt eher in der Luft als der Ausgleich für die ballsicheren, aber ideenarmen Franzosen. Einziger Unsicherheitsfaktor bei den Weiß-Roten war Linksverteidiger Jefferson, der in seinen Aktionen zu hektisch agierte.

PSG findet seinen Rhythmus

Kurz vor der Pause kam Paris dann aber doch noch gefährlich vor das Salzburger-Tor, plötzlich funktionierte auch der letzte Pass. Nene (Walke drehte den gefinkelten Schuss gerade noch über das Tor) und Christophe Jallet (nach Konter am langen Eck vorbei) blieb aber das 1:1 verwehrt. Diesen Schwung nahmen die Franzosen dann auch aus der Kabine mit. Salzburgs Angriffsversuche wurden weniger, das Hauptaugenmerk lag nun auf der Defensive.

Moniz reagierte und brachte nach einer guten Stunde Simon Cziommer für den angeschlagenen Jantscher, der nach einer starken ersten Hälfte nicht mehr dieselbe Dynamik ins Spiel bringen konnte. Cziommer übernahm den Part des defensiven „Sechers“, Leitgeb rückte ins offensive Mittelfeld, ließ dabei aber oft eine zu große Lücke zu der Sturmreihe entstehen. Die „Bullen“ kamen nur langsam wieder in die Gänge, ein Leitgeb-Weitschuss (66.) endete bei Douchez, auf der anderen Seite verhinderte Walke bei einem Versuch von Jean-Christophe Bahebeck Schlimmeres.

Svento lässt die „Bullen“ toben

Das einst flotte Spiel verflachte zusehends, durchdachte Salzburger Angriffsaktionen waren nicht mehr auszumachen, der Zufall schien das Kommando übernommen zu haben. Zum Glück für die Heimischen hatten auch die Pariser Offensivbemühungen an Vehemenz verloren. Glück für die Salzburger war außerdem, das ein Weitschusskracher von Kevin Gameiro nur um Zentimeter sein Ziel verfehlte.

Jubel der Salzburger

ORF.at/Dominique Hammer

Dusan Svento avancierte im Finish zum gefeierten Helden

In der vierminütigen Nachspielzeit drückte aber nochmals Salzburg auf das so wichtige 2:0. Es war schließlich Svento, der den von Wallner nach einem Corner per Kopf verlängerten Ball in der 94. Minute für Douchez unhaltbar, volley ins Netz jagte. Befreiender Jubel erfasste die „Bullen“-Arena, die verkorksten Partien der jüngsten Vergangenheit waren mit einem Schuss vergessen. Die Svento-„Bombe“ ließ die Stimmung explodieren und verschaffte den Salzburg-Fans noch einmal spannende 90 Minuten am 14. Dezember in Bratislava, wo der Traum vom Aufstieg wahr werden soll.

Martin Wagner, ORF.at aus Salzburg

Europa League, Gruppe F, fünfter Spieltag

Red Bull Salzburg - Paris St. Germain 2:0 (1:0)

Red Bull Arena, 8.100 Zuschauer, SR Liran Liany (ISR)

Torfolge:
1:0 (20.) Jantscher
2:0 (94.) Svento

Salzburg: Walke - Hierländer, Pasanen, Hinteregger, Jefferson - Leitgeb, Svento - Jantscher (59. Cziommer), Leonardo, Zarate (83. Teigl) - Maierhofer (89. Wallner)

PSG: Douchez - Ceara, Bisevac, Camara, Tiene - Sissoko (73. Matuidi), Chantome (62. Gameiro) - Jallet (46. Bahebeck), Bodmer, Nene - Mevlüt Erdinc

Gelbe Karten: Leitgeb (nächstes Spiel gesperrt), Cziommer, Svento bzw. Camara, Sissoko, Nene, Tiene

Die Besten: Hinteregger, Jantscher, Leitgeb, Leonardo bzw. Camara,
Bodmer, Nene

Links: