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„Darauf bin ich stolz“

Die Serie hat gehalten, Markus Rogan hat auch 2011 zumindest eine Medaille geholt. Mit 1:53,63 Minuten und Silber über 200 m Lagen prolongierte der 29-Jährige am Donnerstag in Szczecin (Stettin) seinen 2001 begonnenen Lauf. Sein insgesamt zehnter Kurzbahn-EM-Podestplatz war in Polen zum vierten Mal der zweite Rang.

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Das an den Ungarn Laszlo Cseh gegangene Gold verpasste Rogan um zwei Zehntelsekunden. Dinko Jukic wurde im Endlauf Sechster. „Ich glaube, ich habe zu viel trainiert“, sagte Rogan in einer ersten Analyse. „Ich hätte mir nie gedacht, dass ich das je sagen werde können.“ Der 29-Jährige meinte damit, in der Medaillenentscheidung zu wenig Schnelligkeit gehabt zu haben.

Markus Rogan

APA/Georg Diener

Markus Rogan sorgte für die erste OSV-Medaille bei der EM in Polen

Missgeschick mit Badehaube

Das Zurückschrauben der Trainingsintensität vor dem großen Event hatte der Hakoah-Athlet diesmal also nicht so ernsthaft betrieben. „Aber meine Serie hält, ich bin froh über diese Medaille. Das elfte Jahr hintereinander, darauf bin ich stolz.“

Nach der Delfinlage war Rogan an achter Stelle gelegen, im Rückenpart erinnerte er sich aber seiner früheren Stärke auf dieser Lage und stieß auf Position zwei vor. Für ganz vorne reichte es dann nicht mehr, das hing auch mit einem Missgeschick zusammen. „Während der letzten Wende ist mir die Badehaube runtergerutscht“, sagte der Gewinner von nun 33 internationalen Medaillen.

Jukic hadert mit Wenden

Jukic lag bis zur Halbzeit auf Medaillenkurs, fiel aber zurück. Bronze des Israeli Gal Nevo verpasste er um sieben Zehntelsekunden, 1:55,57 bedeuteten allerdings ebenso persönliche Saisonbestzeit wie Rogans Marke. „Ich bin zufrieden damit, nur verliere ich einfach zu viel bei Wenden und in den Tauchphasen.“ Über 400 m Lagen am Freitag will der 22-Jährige starten, aber wohl nicht mit voller Leistung. „Die 200 m Delfin am Samstag werden ein hartes Rennen, da brauche ich alle Kraft“, so Jukic.

Dinko Jukic

APA/Georg Diener

Dinko Jukic fehlte nicht viel auf eine Medaille

Auch Koschischek und Zaiser zufrieden

Achte Finalplätze hatte es schon vor dem Lagen-Endlauf der Herren von der Wienerin Birgit Koschischek und der Kärntnerin Lisa Zaiser gegeben. Koschischek verbesserte über 200 m Delfin in 2:07,46 Minuten ihren mehr als drei Jahre alten OSV-Rekord um acht Hundertstelsekunden. Zaiser drückte ihre erst am Vormittag im Vorlauf fixierte Bestzeit über 200 m Lagen um weitere 1,18 Sekunden auf 2:09,71 Minuten.

Dabei hatte die 17-Jährige nur auf eine Bestätigung ihrer 2:11er-Zeit vom Ströck-Qualifying gehofft. „Langsamer angehen als im Vorlauf, das hat funktioniert“, so Zaiser. Mit ihrer Zeit hat sie nun eine gute Aussicht auf die Olympianorm. Koschischek war schon vom Finaleinzug überrascht gewesen. „Das ist ein super Auftakt, ich bin happy über meine Zeit“, sagte die Wienerin. „Aber mir macht das Schwimmen derzeit einfach sehr viel Spaß. Ich habe auch den Siegeswillen.“

Gut schnitt außerdem Christina Strigl ab. Die 17-Jährige kam über 50 m Brust in 31,53 Sekunden auf Semifinal-Rang zwölf, nur 11/100 fehlten ihr auf den Endlauf. „Ich bin sehr zufrieden. Ich war auch nicht so nervös wie im letzten Jahr.“ Im November 2010 war die Oberösterreicherin bei ihrem EM-Debüt in Eindhoven sogar Elfte geworden, diese Leistung hat sie nun bestätigt. Strigl tritt in Szczecin noch am Samstag über 100 m Brust an.

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