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Jubiläumstournee lockt mit Geldregen

Mit einer besonderen Aufmerksamkeit warten die Veranstalter der 60. Jubiläumsauflage der Vierschanzentournee auf: mit einem Rekordpreisgeld. Sollte ein Springer alle vier Bewerbe der Tournee gewinnen, wird er zusätzlich mit einer Million Schweizer Franken (810.000 Euro) belohnt. Das Kunststück war als bisher einzigem Springer Sven Hannawald vor zehn Jahren gelungen.

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„Wir möchten zum 60-jährigen Bestehen der Vierschanzentournee einen ganz besonderen Reizpunkt setzen und loben daher die Sonderprämie für den Tournee-Grand-Slam aus“, sagte Tournee-Präsident Alfons Schranz aus Innsbruck. Aber auch ohne Vierfachtriumph darf sich der kommende Tournee-Sieger auf ein Extrapreisgeld freuen: Für den Gesamterfolg gibt es zum Jubiläum (30. Dezember bis 6. Jänner 2012) zusätzlich 20.000 Schweizer Franken (16.200 Euro).

Sven Hannawald (GER) nach seinem Sieg in Bischofshofen 2002

GEPA/Hans Simonlehner

Hannawald gewann als bisher einziger Athlet alle vier Tournee-Springen

Für den Geldregen verantwortlich sind das Organisationskomitee der Vierschanzentournee sowie Deutscher (DSV) und Österreichischer Skiverband (ÖSV). „Mit der Millionen-Prämie wird die Tournee wohl so spannend wie nie zuvor. Für die Athleten wird es noch schwerer, da sie noch mehr unter Druck stehen als bisher“, freute sich auch Stefan Huber, der Geschäftsführer der Vierschanzentournee, auf den Höhepunkt der WM- und Olympia-freien Saison.

Österreicher dominieren

In den vergangenen drei Jahren hatten jeweils die Adler aus Österreich die prestigeträchtige Veranstaltung dominiert: Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler und zuletzt Thomas Morgenstern gelang der ÖSV-Hattrick mit drei Tournee-Erfolgen für eine Nation in Folge. Gemeinsam mit ihrem Landsmann Gregor Schlierenzauer gewann das österreichische Quartett zuletzt neun von zwölf Tageswettbewerben.

Nur dem Schweizer Simon Ammann (zwei Siege) und dem Norweger Tom Hilde (Sieg beim Finale 2011 in Bischofshofen) war es vorbehalten, der österreichischen Erfolgsbilanz zumindest einen kleinen Makel zu verleihen. Die ÖSV-Bilanz bleibt trotzdem eindrucksvoll. Seit der Saison 2006/2007 gab es bei jeder Vierschanzentournee mindestens zwei Tagessiege für Österreich, in den vergangenen drei Saisonen waren es sogar jeweils drei.

Dank Stallorder zur Million?

Das überdimensionale Preisgeld bei der 60. Tournee wird auch Kofler freuen, der heuer die ersten drei Weltcup-Springen für sich entschieden hatte. Für seinen Gesamtsieg bei der Tournee vor zwei Jahren musste er sich nach drei Tagessiegen noch mit einem hübschen Geländewagen (Wert rund 35.000 Euro) abfinden. Dass ihm ausgerechnet diesmal vier Siege gelingen könnten, ist unwahrscheinlich. Dagegen spricht auch die ÖSV-interne Konkurrenz. Mit einer Stallorder (zugunsten eines eventuell im ersten Springen siegreichen ÖSV-Athleten) ist trotz des ausgelobten Rekordpreisgeldes nämlich nicht zu rechnen.

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