Moniz rechnet mit Duell auf Augenhöhe
„Es hätte schlimmer kommen können“, kommentierte Salzburg-Coach Ricardo Moniz den Gegner für das Sechzehntelfinale in der Europa League. Die Auslosung am Freitag in Nyon ergab für die „Bullen“ Metalist Charkiw als Gegner in der ersten K.-o.-Runde. Die Ukrainer beendeten die Austria-Gruppe G als Sieger und setzten sich dabei gegen die „Veilchen“ mit 2:1 in Wien und 4:1 in Charkiw durch.
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Aus finanzieller Sicht hätte es für Salzburg durchaus attraktivere Lose gegeben. Neben der weiten Anreise ist Charkiw auch nicht unbedingt der erhoffte Publikumsmagnet. Auch sportlich gesehen demonstrierten die Ukrainer in der Gruppenphase ihre Stärke. Moniz sieht sein Team trotzdem auf Augenhöhe. „Es sind zwei Finali, die Chancen stehen 50:50. Gegen diesen Gegner wird jedes Detail ausschlaggebend sein. Wir werden bereit sein“, sagte der Niederländer.
Bei einem Aufstieg würde im Achtelfinale der russische Verein Rubin Kasan oder der griechische CL-Absteiger Olympiakos Piräus warten. Hoffnungen setzt Moniz vor allem in die lange verletzt gewesenen Douglas und Mendes da Silva, die im Gegensatz zur Gruppenphase in der K.-o.-Phase einsatzberechtigt sind. „Unser Vorteil ist, dass Douglas und Mendes wieder dabei sind“, so der 47-Jährige. Gegenüber der Gruppenphase können drei Spieler des Kaders verändert werden.

ORF.at/Dominique Hammer
Die Kicker von Charkiw lehrten Austria das Fürchten
„Traumlos schaut sicher anders aus“
Für Franz Schiemer ist der ukrainische Tabellendritte nicht der attraktive Gegner, den er sich gewünscht hätte. „Ein Traumlos schaut sicher anders aus“, sagte der 25-Jährige, dessen Team auch auf Kaliber wie Manchester United, Manchester City oder Valencia treffen hätte können. Auch mit den brisanten Duellen mit den Ex-Trainern Huub Stevens (Schalke 04 mit Christian Fuchs) oder Co Adriaanse (Twente Enschede mit Marc Janko) wurde es ebenso nichts, wie mit dem Wunschlos von Moniz, dem PSV Eindhoven.
Charkiw ist zwar vom Namen her nicht in die Größenordnung dieser Clubs einzuordnen, stellt aber trotzdem eine hohe Hürde dar, wie schon die Austria zur Kenntnis nehmen musste. „Da waren sie ziemlich chancenlos in beiden Spielen“, sagte Ex-Austrianer Schiemer und ergänzte: „Es wird sehr schwierig. Sie sind Gruppensieger und haben hervorragende Spiele abgeliefert. Aber egal, wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen.“
Informationsaustausch mit Austria
Dass Charkiw bereits gegen einen ÖFB-Club im Einsatz war, könnte sich noch als Vorteil herausstellen. Salzburg wird Informationen von Bundesliga-Konkurrent Austria einholen. „Die werden sicher kooperativ sein“, sagte Moniz, der zudem einen guten Freund kontaktieren wird, der bei Schachtjar Donezk arbeitet.
Das Hinspiel geht am 16. Februar in der Red-Bull-Arena über die Bühne, das Rückspiel folgt eine Woche später im 41.307 Zuschauer fassenden Metalist-Stadion. „Wir haben genug Zeit, um uns hundertprozentig vorzubereiten“, sagte der 47-jährige Salzburg-Coach. Auch Schiemer ist davon überzeugt, dass sich die Salzburger nicht verstecken müssen. „Wir haben gezeigt, dass wir in einer Weltklassegruppe bestehen können“, erklärte der Abwehrspieler seinen Optimismus.
Südamerikanische Fußballkunst in Charkiw
Das von Bauunternehmer und Banker Alexander Jaroslawski finanziell unterstützte Team von Charkiw, das von Miron Markewitsch betreut wird, verfügt unter anderem über drei Brasilianer und sechs Argentinier und damit viel spielerische Klasse. In der nationalen Meisterschaft ist Charkiw wie auch am Ende der vergangenen Saison nach 20 Runden Tabellendritter, mit fünf Punkten Rückstand auf Leader Dynamo Kiew.
In der Europa League blieben Cristaldo und Co. in sechs Partien ungeschlagen, mussten in der Gruppe G nur gegen Alkmaar (zweimal 1:1) Punkteverluste hinnehmen. Es ist schon das dritte direkte Duell mit einem österreichischen Club innerhalb kürzester Zeit. In der Europa-League-Saison 2009/10 hatte Sturm Graz dank eines 1:1 (in Graz) und 1:0 (in der Ukraine) gegen Metalist im Play-off den überraschenden Aufstieg in die Gruppenphase fixiert.
Lösbare Aufgaben für ÖFB-Legionäre
Den österreichischen Legionären hat die Auslosung lösbare Aufgaben beschert. Marc Janko trifft mit Twente Enschede auf Steaua Bukarest, Christian Fuchs und Schalke 04 bekommen es mit Viktoria Pilsen zu tun. Hannover 96 (Emanuel Pogatetz, Daniel Royer, Samuel Radlinger) misst sich mit Club Brügge, Besiktas Istanbul (Veli Kavlak, Ekrem Dag, Tanju Kayhan) spielt gegen Braga, und der PSV Eindhoven (Marcel Ritzmaier) kämpft gegen Trabzonspor um den Aufstieg ins Achtelfinale.
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