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„Noch Jahrzehnte etwas Besonderes“

Es war einer der eindrucksvollsten Erfolgsläufe einer österreichischen Mannschaft bei einem Großereignis. Österreichs Skispringer schafften bei der WM 2011 im Februar/März auf dem Holmenkollen nach dem ersten Damen-Gold durch Daniela Iraschko bei den Herren den „WM-Slam“. Alle vier Herren-Weltmeistertitel in Oslo gingen an Österreich, dazu gab es auch noch zweimal Silber.

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Den Auftakt machte Thomas Morgenstern, der von der Normalschanze seiner Favoritenrolle in souveräner Manier gerecht wurde und sein erstes Einzelgold bei einer WM gewann. Der 25-jährige Kärntner kam auf dem Midtstubakken in beiden Durchgängen auf die Höchstweite (101,5 m/107,0 m) und siegte 9,1 Punkte vor seinem Teamkollegen Andreas Kofler.

Dann holte sich das Quartett Gregor Schlierenzauer, Martin Koch, Kofler und Morgenstern den Sieg von der Normalschanze - mit 25 Punkten Vorsprung vor Norwegen und Deutschland. Schlierenzauer schlug dann im Einzelbewerb auf der Großschanze zurück und verwies Morgenstern um 0,3 Punkte auf den Silberrrang.

Cheftrainer Alexander Pointner (AUT), Ernst Vettori (Nordischer Direktor/ OESV), Trainer Alexander Diess (vorne), Thomas Morgenstern, Martin Koch, Andreas Kofler und Gregor Schlierenzauer (AUT)

GEPA/Andreas Reichart

Die erfolgreichen ÖSV-Adler mit ihren Betreuern

„Unwahrscheinlich glücklich“

Und das bewährte Team von der Normalschanze krönte seinen Auftritt in Oslo zum Abschluss noch mit dem Teamsieg von der Großschanze, das Springen wurde allerdings nach einem Durchgang abgebrochen. Die zweitplatzierten Norweger lagen nach dem Durchgang bereits 63,6 Punkte zurück. Damit schrieben die Athleten von ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner einmal mehr Geschichte. „Ich bin unwahrscheinlich glücklich. Jetzt kann man das einmal genießen und richtig annehmen“, sagte Pointner.

Natürlich war dem gebürtigen Oberösterreicher bewusst, dass die Triple-Weltmeister Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer und die Doppelweltmeister Andreas Kofler und Martin Koch österreichische Sportgeschichte geschrieben haben. „Das wird für einige Zeit einmalig sein und einmalig bleiben, dass wir gerade im Mekka des nordischen Skisports Geschichte schreiben. Das wird sicherlich noch Jahrzehnte danach etwas Besonderes sein.“

Angst, dass die jahrelange Überlegenheit den Sport langweilig machen könnte, hat Pointner nicht. „Es gibt immer Schwankungen. Es wird trotzdem auch keinem fad, gegen uns anzutreten, und die anderen werden auch alles dazu tun, uns das Leben nicht so leicht zu machen.“ Wichtig sind Strategien, um mit den Erfolgen und dem Erwartungsdruck umzugehen. „Sonst wird man irgendwann zerbrechen an dem Ganzen.“

WM in Oslo im Zeitraffer

25. Februar: Daniela Iraschko gewinnt das Springen von der Normalschanze und kürt sich damit zur ersten ÖSV-Weltmeisterin aus dem nordischen Lager.

26. Februar: Skispringer Thomas Morgenstern krönt seine Saison mit Gold von der Normalschanze. Der Weltcup-Sieger triumphiert wie bereits bei den Olympischen Spielen 2006 vor seinem Teamkollegen Andreas Kofler sowie dem Polen Adam Malysz. Morgenstern zieht durch seinen ersten WM-Einzeltitel mit den Allzeitgrößen Matti Nykänen, Jens Weißflog und Espen Bredesen gleich, die ebenfalls Olympia- und WM-Gold, die Vierschanzentournee und den Gesamtweltcup gewonnen haben.

26. Februar: Bei seiner letzten WM holt Felix Gottwald im ersten Bewerb der Nordischen Kombinierer Bronze. Der Salzburger muss nur den beiden Deutschen Eric Frenzel und Tino Edelmann den Vortritt lassen. Im Sprint um Silber stürzt Gottwald, rettet bei seiner letzten WM aber Platz drei und somit seine fünfte Medaille ins Ziel.

27. Februar: Im Teambewerb von der Normalschanze sichern sich die favorisierten und bei Großereignissen seit 2005 ungeschlagenen Österreicher erwartungsgemäß den Titel. Gregor Schlierenzauer, Martin Koch, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern siegen überlegen vor Norwegen und Deutschland.

28. Februar: Die Nordischen Kombinierer legen nach und holen im Mannschaftsbewerb mit Springen von der Normalschanze ebenfalls Gold. David Kreiner, Bernhard Gruber, Felix Gottwald und Mario Stecher gewinnen vor Deutschland und Norwegen. Damit steht bereits nach zehn von 21 Bewerben fest, dass die WM die erfolgreichste der Geschichte für Österreicher ist.

3. März: Die Skispringer setzen ihren Siegeszug mit einem weiteren Doppelsieg fort. Gregor Schlierenzauer behält auf der Großschanze 0,3 Punkte vor Normalschanzensieger Thomas Morgenstern die Nase vorne.

4. März: Auch im Teambewerb der Nordischen Kombinierer mit dem Springen von der großen Schanze triumphieren die Österreicher. Bernhard Gruber, David Kreiner, Felix Gottwald und Mario Stecher behalten wie schon in der ersten Mannschaftskonkurrenz vor Deutschland und Gastgeber Norwegen die Oberhand.

5. März: Die rot-weiß-roten Skispringer lassen sich Gold auch im Teambewerb vom großen Bakken nicht nehmen. Gregor Schlierenzauer, Martin Koch, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern gewinnen vor Norwegen und Slowenien. Die ÖSV-„Adler“ gewannen damit alle fünf Skisprungbewerbe, hinzu kommen noch zwei Silbermedaillen.

Österreichs WM-Medaillen in Oslo 2011

Gold:

  • Thomas Morgenstern (Springen Normalschanze)
  • Gregor Schlierenzauer (Springen Großschanze)
  • Morgenstern/Schlierenzauer/Andreas Kofler/Martin Koch (Springen Team-NS)
  • Morgenstern/Schlierenzauer/Kofler/Koch (Springen Team-GS)
  • Felix Gottwald/Mario Stecher/Bernhard Gruber/David Kreiner (Kombination Team-NS)
  • Gottwald/Stecher/Gruber/Kreiner (Kombination Team-GS)
  • Daniela Iraschko (Springen Damen Normalschanze)

Silber:

  • Andreas Kofler (Normalschanze)
  • Thomas Morgenstern (Großschanze)

Bronze:

  • Felix Gottwald (Kombination Einzel NS)

NS=Normalschanze
GS=Großschanze

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