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„Da sind Fehler passiert“

Verwunderung und Kopfschütteln haben am Donnerstag nicht nur im ÖSV-Team nach dem ersten von zwei Trainingsläufen für die am Samstag geplante Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen geherrscht. Die Kandahar-Strecke am Fuße der Zugspitze präsentierte sich den Läufern bei strahlendem Sonnenschein recht ruppig und schlecht präpariert.

„Da sind Fehler passiert“, stellte Hannes Reichelt fest, der nach einem ausgelassenen Tor mit 0,65 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Peter Fill Bestzeit erzielte. In der Nacht vor dem Training liefen auf der rennfertigen Piste in einer Kurve die Schneekanonen und erzeugten bis zu ein Meter Schnee, der schließlich von den Pistenarbeitern wieder hinausgeschafft werden musste. So begann das Training auch mit einer Stunde Verspätung.

Klaus Kröll, der mit 0,92 Sekunden Rückstand auf seinen ÖSV-Kollegen auf Rang drei landete, hielt mit seiner Kritik an der 3.300 Meter langen Strecke nicht hinter dem Berg. „Die Grundpräparierung ist schon nicht gut, ich denke, sie hätten es besser machen können. Es war schwierig zu fahren“, sagte der Steirer. Dass die Schneekanonen liefen, fand Kröll absolut nicht lustig: „Das sind kuriose Sachen, die man hier erlebt.“

Hannes Reichelt am Start

APA/EPA/Stephan Jansen

Mit Elan nahm Reichelt das erste Training auf der Kandahar in Angriff

Weich, hart und löchrig

Auch die übrigen Österreicher stimmten in die Kritik ein. Mario Scheiber wurde nach einem Torfehler Elfter (1,76) und sprach von einer unruhigen Piste, die sehr knollig war. „Es war schon fahrbar, allerdings hatte ich mit Startnummer eins heute eindeutig einen Vorteil.“ Auch Romed Baumann (26./3,12) ärgerte sich: „Optimal war das nicht, was sie gemacht haben.“ Mit den Beschwerden an das Organisationskomitee standen die ÖSV-Läufer nicht alleine da.

„Es hat keinen Sinn, hier zu viel zu riskieren“, erklärte etwa Didier Cuche, der auf dem 17. Rang 2,63 Sekunden Rückstand hatte. Extrem weiche Stellen wechselten mit harten Passagen ab, dazu gab es viele Löcher auf der ganzen Strecke. Und zur Verschärfung noch das Theater um die Beschneiung. „Schade, da mussten viele Leute arbeiten, die an anderen Stellen abgegangen sind. Vom Tröglhang bis zum Ziel muss man noch viel arbeiten“, richtete Cuche den Veranstaltern aus.

Die „Hölle“ ist wieder zu fahren

Gefahren wird heuer nicht auf jener Strecke, auf der im Vorjahr die WM-Medaillen vergeben worden waren, sondern auf der „alten“, klassischen Kandahar. Ein Umstand, der Kröll besonders freut. „Diese Strecke ist viel schöner als die WM-Piste. Ich fahre lieber hier. Die ‚Hölle‘ ist ein wunderschöner Abschnitt“, sagte der Steirer. Baumann wusste indes gar nicht, was ihn erwartete: „Die Zeit ist heute nicht so wichtig. Ich habe die alte Piste ja noch gar nicht gekannt.“

Für Reichelt ist die Streckenänderung etwas schade, holte der 31-jährige Salzburger doch im Vorjahr die Silbermedaille im Super-G. „Auch wenn wieder auf der alten Strecke gefahren wird, es ist schon recht gut gegangen. Jetzt muss ich nur noch alle Tore richtig passieren“, meinte Reichelt und weiß auch, dass er sich für die Abfahrt am Samstag und den Super-G am Sonntag noch steigern muss.

Erstes Training am Donnerstag:
1. Hannes Reichelt * AUT 1:57,62
2. Peter Fill ITA + 0,65
3. Klaus Kröll AUT 0,92
4. Aksel Lund Svindal NOR 0,96
5. Adrien Theaux FRA 1,04
6. Andrej Sporn SLO 1,08
7. Erik Guay CAN 1,10
8. Andreas Sander GER 1,42
9. Yannick Bertrand FRA 1,57
10. Patrick Küng SUI 1,68
11. Mario Scheiber * AUT 1,76
12. Johan Clarey FRA 2,17
13. Stephan Keppler GER 2,23
14. Christof Innerhofer ITA 2,37
15. Joachim Puchner AUT 2,62
. Mattia Casse ITA 2,62
17. Didier Cuche SUI 2,63
19. Bode Miller USA 2,80
23. Beat Feuz SUI 2,91
26. Romed Baumann AUT 3,12
27. Georg Streitberger AUT 3,25
39. Max Franz AUT 3,65
* Torfehler

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