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Von 1923 bis 2011

Der 22. Mai 2011 ist noch in schlechter Erinnerung. Der Platzsturm von 300 Rapid-Anhängern in der 26. Minute des 297. Duells war der traurige Höhepunkt gewalttätiger Fanexzesse beim Derby. Das Spiel musste beim Stand von 2:0 für Austria abgebrochen werden, weil selbst eine Hundertschaft an Polizisten nicht mehr für die Sicherheit der Zuschauer im Stadion garantieren wollte.

Diese Partie war aber nicht die einzige, die in der langen Derby-Geschichte vorzeitig beendet werden musste. Bereits 1923 marschierte Rapid nach einem Ausschluss von Stürmer Ferdinand Weseley, 1934 die Austria ebenfalls nach einer Roten Karte vor dem regulären Ende vom Platz. Aber erst im September 1973 führten erstmals Zuschauerausschreitungen zu einem Abbruch.

Erster Platzsturm im Jahr 1973

Nach einem Foul von Austria-Stürmer Julio Morales an Rapid-Goalie Adolf Antrich und dem kurz darauf erfolgten Ausgleich für die Austria gingen die Wogen hoch. Dieser Abbruch sorgte auch für ein Novum: Das nächste Spiel zwischen Rapid und Austria wurde in die Südstadt verlegt und ist bis heute das einzige Pflichtspiel-Derby der Geschichte, das nicht in Wien ausgetragen wurde. Die Austria setzte sich mit 3:1 durch.

Austria Magna-Tormann Joey Didulica foult Axel Lawaree (Rapid Wien) in Kung-Fu-Manier

APA/Herbert Pfarrhofer

Didulica sorgte 2005 im Derby für einen unrühmlichen Höhepunkt

Keine vorzeitigen Spielenden hatten die Skandalpartien im Jahr 2007, als die Einsatztruppe WEGA im Horr-Stadion den Sektor randalierender Rapid-Fans stürmte, und 2008, als Austria-Anhänger Rapid-Goalie Georg Koch mit einem Knallkörper schwer am Ohr verletzten, zur Folge. Der Deutsche bekam seine Gleichgewichtsstörungen nie wieder in den Griff und musste später seine Karriere beenden.

„Böse“ Tormänner

Auch das brutale Kung-Fu-Foul von Austria-Tormann Joey Didulica im Jahr 2005 an Rapids Axel Lawaree sorgte für schwere Empörung, aber keinen Abbruch. Der Australier war danach monatelang der unumschränkte Buhmann bei den Rapid-Anhängern. Die beispiellose Aktion war allerdings nicht die erste in einer Reihe von zahlreichen Härteeinlagen in einem Derby.

Bereits im September 1923 machte Rapids erster großer Torjäger, Josef „Der Tank“ Uridil, mit dem Arm von Austria-Goalie Theodor Lohrmann unliebsame und folgenreiche Bekanntschaft. Der Ball landete zwar zum vorentscheidenden 3:1 im Tor, Uridil bezahlte den Treffer aber mit schweren Gesichtsverletzungen teuer. Unter anderem war das Nasenbein durchgebrochen.

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