Kapfenberg bläst zur Aufholjagd
Das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht SV Kapfenberg präsentiert sich im Frühjahr rundum erneuert und bläst zur Aufholjagd. „Jetzt weiß jeder, dass wir noch da sind“, sagte Trainer Thomas von Heesen nach dem sensationellen, aber durchaus verdienten 1:0-Auswärtssieg am Samstagabend gegen die Wiener Austria.
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Bitter für die Steirer ist, dass derzeit auch der Vorletzte SV Mattersburg fleißig punktet, die Burgenländer feierten mit dem 1:0 auswärts gegen die Admira bereits den zweiten Erfolg in Serie. Die Kapfenberger weisen zehn Zähler Rückstand auf das rettende Ufer auf, haben aber zwei Partien weniger ausgetragen. „Zehn Punkte sind schon ein dickes Brett“, so Von Heesen.
Der Deutsche will sich und seine Akteure aber so gut wie möglich aus allen Rechnereien heraushalten. Viel mehr vertraut er scheinbar uneingeschränkt seinen Trainerqualitäten, die er sich seit Ende der 90er Jahre u. a. bei Arminia Bielefeld, Nürnberg und Apollon Limassol angeeignet hat.

Reuters/Christian Hofer
Elsneg, Nathan Junior und Co. haben „noch lange nicht aufgegeben“
„Gebe der Mannschaft Power“
„Ich bin nicht so gestrickt wie irgendwelche Journalisten. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und immer wieder das Gleiche abrufen. Ich gebe der Mannschaft Power und Ideen und sage ihnen: ‚Glaubt daran, dann haben wir Erfolg.‘ Ich bin ja nicht erst seit gestern Trainer, die nötige Portion Erfahrung bringe ich schon mit“, sagte der 50-Jährige nach dem ersten Kapfenberger Auswärtssieg in der Bundesliga seit 16. April 2011.
Von Heesen kündigte an, dass noch deutlich mehr Potenzial in seiner Mannschaft steckt. Das soll auch am Sonntag im steirischen Derby daheim gegen Meister Sturm Graz gezeigt werden. Da wird allerdings der neue Nigerianer Haruna Babangida fehlen, der gegen die Austria wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff die Gelb-Rote Karte gesehen hat.
„Jeder hat gesehen, welche Qualitäten Babangida hat. Er hat die Abwehr der Austria alleine beschäftigt“, so Von Heesen, der nicht nur bei Babangida, sondern auch bei den anderen Verpflichtungen wie Nathan Junior, der per Elfer das Goldtor erzielte (45.), oder Gerson Ferreira ein gutes Händchen gehabt haben dürfte.
„Haben uns noch lange nicht aufgegeben“
Das sieht auch Kapfenbergs Mittelfeldspieler Dieter Elsneg so. „Wir haben technisch hervorragende Spieler dazubekommen. Das hilft natürlich sehr. Wir halten den Ball gut und kommen auch zu Chancen.“ Der Ex-Italien-Legionär sah die Leistung in der Generali Arena als Aufbruchssignal. „Vor der Pause haben wir spielerisch überzeugt, nach der Pause in Unterzahl kämpferisch. Das zeigt, welch großes Herz in dieser Mannschaft steckt. Wir haben uns noch lange nicht aufgegeben“, so der 22-Jährige.
Mattersburg hat aber mit dem 1:0 gegen die Admira den Vorsprung auf die Kapfenberger gehalten. Die Mannschaft von Trainer Franz Lederer freute sich über den ersten Doppelpack seit November 2009, seitdem hat Mattersburg in der Liga nicht mehr zweimal en suite gewonnen. „Wir haben neuerlich mit Disziplin und Entschlossenheit gespielt“, analysierte Lederer nach dem 25. Auswärtssieg seiner seit 2004 dauernden Amtszeit zufrieden.
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