Abschied mit 13 Medaillen
Das letzte Mal ist Anja Pärson am Donnerstag beim Super-G in den Dress für ein Weltcup-Skirennen geschlüpft. Mit der 30-Jährigen Schwedin trat in Schladming eine der erfolgreichsten Athletinnen aller Zeiten ab, 42 Weltcup-Rennen sowie 13 WM- und sechs Olympiamedaillen hat sie gewonnen.
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Ihr letztes Rennen beendete Pärson auf dem achten Platz. Standesgemäß verabschiedete sich die 30-Jährige mit einem Bauchfleck von den Fans. Nun sei die Zeit gekommen, etwas anderes zu machen und die Welt „von einem anderen Blickpunkt aus zu sehen“. Sie habe Spaß und sei traurig zugleich, sagte Pärson.

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Zum Abschied gab es im Zielstadion der Planai noch einmal den „Pärson-Fleck“
„Es haben viele Dinge nicht mehr gepasst, damit ich eine Gewinnerin sein kann. Und ich will eine Gewinnerin sein“, sagte Pärson, die 1998 beim Slalom in Mammoth Mountain ihr erstes Weltcup-Rennen gewonnen hatte. „Ich beende nicht mein Leben, ich beginne ein neues“, sagte die Schwedin. Pärson gewann als eine von fünf Läuferinnen Rennen in allen Disziplinen.
In Abfahrt nicht am Start
Für einen Abfahrtsstart am Mittwoch hatte Pärson zu wenige Punkte auf dem Konto und war nur Zuseherin: „Ich konnte nicht hinsehen, weil ich das Gefühl hatte, ich hätte das gewinnen können“, sagte Pärson in Anspielung auf ihre Möglichkeiten im flachen Gelände.
Die dem Rücktritt vorangegangene Entscheidungsfindung sei ein längerer Prozess gewesen, erzählte Pärson. Sie habe sich 2006 vorgenommen, ihre Karriere nach Olympia 2010 zu beenden. Doch dann sei sie in Whistler noch nicht bereit dazu gewesen.

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Schweden muss künftig ohne seine erfolgreiche Sportlerin auskommen
„Rennfahrerinstinkt verloren“
Nach dem Sturz beim Zielsprung der Abfahrt nach einem 60-m-Satz gewann sie am darauffolgenden Tag Bronze in der Super-Kombination. „Ich habe ein Jahr angehängt und wieder Motivation bekommen. Doch dieses Jahr habe ich die Antworten nicht gefunden, die ich suchte. Ich habe den Rennfahrerinstinkt verloren. Und ich wusste, dass ich etwas ändern muss.“
Für das Leben danach hat die große Triumphatorin ihrer Heim-WM 2007 in Aare - Pärson holte Gold in Abfahrt, Super-Kombination und Super-G sowie Silber im Teambewerb und Bronze im Slalom - noch keine konkreten Pläne.
„Einmal Ferien machen“
„Zuerst werde ich einmal Ferien machen. Ich werde mir erlauben, wenigstens für ein halbes Jahr eine normale Person zu sein. Wenn es Herbst wird und die Weltcup-Saison beginnt, wird es aber sicher noch einmal ganz schwer für mich werden“, machte Pärson klar, dass ihr der Abschied aus der lieb gewordenen „Familie“ schwerfällt.
Sie sieht ihr künftiges Leben aber facettenreich, und sie wird zumindest vorerst in der Athletenkommission der FIS bleiben und auch in der Arbeitsgruppe des nationalen Olympischen Komitees. Engagieren möchte sie sich auch in Charity-Projekten, erzählte Pärson, die davon träumt, eines Tages in irgendeiner Form dem UN-Sondergesandten Kofi Annan bei seiner Tätigkeit helfen zu können.
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