Spielerisches Armutszeugnis
Bei Austria Wien ist nach einem hoffnungsvollen Start ins Frühjahr der tipp3-Bundesliga Tristesse eingekehrt. Beim 0:2 zum Auftakt der 26. Runde am Dienstagabend in Mattersburg gaben die „Veilchen“ erneut gegen einen Nachzügler ein spielerisches Armutszeugnis ab.
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Selbst der trotz dürftiger Leistungen zuletzt immer wieder das Positive hervorstreichende Ivica Vastic war nach der Leistung im Pappelstadion fast sprachlos. „Ich kann das auch nicht erklären“, gab der Trainer der Violetten zu. Ilco Naumoski, Mattersburgs Torschütze zum 1:0, übte sich indes im Sticheln: „Die Austria muss froh sein, dass sie nicht 0:5 oder 0:6 verloren hat.“
Aus den jüngsten Auftritten in Wiener Neustadt und Mattersburg verbuchte die Austria nur einen mageren Punkt. Die Burgenländer präsentierten sich vor heimischer Kulisse zwar erneut als Team, das mit dem Abstieg nichts zu tun haben sollte - dennoch war aus Austria-Sicht klar, dass das Rennen um die Meisterschaft in dieser Verfassung ad acta gelegt werden kann. „Wir wissen, dass der Titel für uns derzeit nicht infrage kommt. Wir werden schauen, dass wir uns für den Europacup qualifizieren“, stellte Vastic klar.
Minimalziel Europa League in Gefahr
Mit den gebotenen Leistungen und der Konkurrenz im Nacken ist selbst das Minimalziel UEFA Europa League für die Favoritner derzeit in gröberer Gefahr. Die mitgereisten Fans quittierten ihren Unmut erneut mit „Vastic raus“-Rufen, bei der Abreise der Mannschaft belagerten sie den Bus. Schon nach wenigen Spielen scheint der Ex-Internationale viel Kredit in der Anhängerschaft verspielt zu haben.

GEPA/Christopher Kelemen
Die mitgereisten Austria-Fans in Mattersburg waren „not amused“
Gefordert wird nicht nur der Einsatz des seit Frühjahrsstart auf die Tribüne verbannten Roland Linz. Dieser ist laut Vastic aber ohnedies verletzt. Thema ist auch die für viele übereilige Trennung von Karl Daxbacher, unter dem die Wiener zwar nicht immer erfolgreich, aber in Austria-Tradition zumindest „schön“ spielten. Dass sich der Tabellendritte in Mattersburg in der Abwehr entgegen der Vastic-Doktrin wieder fehleranfällig präsentierte, passte da gut ins Bild. Beim 0:1 ließ man Naumoski (16.) passieren, beim 0:2 durch Michael Mörz (73.) stand die Defensive ebenfalls nicht sattelfest.
Spieler zeigten sich selbstkritisch
„Natürlich sind die Fans unzufrieden und wir auch“, gab Sport-Vorstand Thomas Parits danach zu Protokoll. Er sprach von Wiedergutmachung am Samstag im Heimspiel gegen Meister Puntigamer Sturm Graz und gab Vastic volle Rückendeckung. Zumindest die Spieler zeigten sich einigermaßen selbstkritisch. „Es ist traurig, wie wir auftreten. Wir müssen viel an uns arbeiten“, meinte Tomas Simkovic, und Michael Liendl ergänzte: „Wir müssen schneller Fußball spielen. Jetzt muss sich jeder an der Nase nehmen.“
Anders präsentiert sich die Situation in Mattersburg. Die Burgenländer halten nach sieben Spielen im Jahr 2012 bei vier Siegen und entledigten sich damit schon fast der Abstiegssorgen. Am Samstag könnte sich der SVM beim Gastspiel bei Schlusslicht Kapfenberg bereits entscheidend absetzen. Trainer Franz Lederer ortete bei seiner Mannschaft „riesiges Potenzial“. Naumoski schickte im Überschwang des Sieges fast schon eine Warnung an die Konkurrenz: „Er ist wirklich wunderschöner Fußball, aber es wird noch besser.“
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