Strafverfahren statt Aufstieg
Mit einem Skandal hat das Relegationsrückspiel zwischen Hartberg und dem GAK geendet. Nachdem Daniel Rossmann das 3:0 für die Hausherren, die in Graz ein torloses Unentschieden geholt hatten, geschossen hatte, stürmten GAK-Hooligans den Platz und sorgten für einen Spielabbruch durch Schiedsrichter Markus Hameter.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Nachdem die Spieler in die Kabinen geflüchtet waren, lieferten sich die Grazer Anhänger einen Schlagabtausch mit der Polizei und versuchten auch die Haupttribüne zu stürmen. Erst gegen 21.30 Uhr beruhigte sich die Situation wieder. Die wahrscheinliche Strafverifizierung zugunsten der Oststeirer vorausgesetzt, ist Hartberg damit in der kommenden Saison zum dritten Mal in Folge in der Ersten Liga engagiert.

GEPA/Erwin Scheriau
Einige GAK-Fans konnten sich mit der Niederlage scheinbar nicht abfinden
Der GAK muss sich indes auf harte Sanktionen gefasst machen. Nach der endgültigen Entscheidung über die Wertung des Spiels am Montag wird die Bundesliga auch ein Verbandsstrafverfahren gegen die Grazer einleiten. Das teilte der Österreichische Fußballbund (ÖFB) in einer Aussendung mit.
Sturm-Leihspieler zerstört GAK-Hoffnungen
Der GAK, der 2004 noch den ersten Meistertitel bejubelt hatte, 2007 nach dem Konkurs aber in die dritthöchste Liga absteigen hatte müssen, rückte wie erwartet mit einem großen Fankontingent an, das auch einen starken Beginn der „Roten Teufel“ sah. Doch ausgerechnet Sturm-Leihspieler Luca Tauschmann erzielte in der 19. Minute nach einem Eckball die Führung für die Hartberger.
Nach Seitenwechsel kam es für die Grazer noch schlimmer. Matej Miljatovic (60.) traf erneut nach einem Corner. Als Rossmann für die Truppe von Trainer Walter Hörmann das 3:0 nachlegte (76.), brannten bei einem Teil der GAK-Anhänger die Sicherungen durch. Sie stürmten auf das Spielfeld, Schiedsrichter Markus Hameter beorderte die Spieler in die Kabinen. Rund 150 Polizisten versuchten, die aufgebrachten Fans auf die Tribüne zurückzudrängen. Da sich die Lage allerdings nur langsam beruhigte, brach Hameter die Partie wegen Sicherheitsbedenken ab.
LASK-Fixabstieg rettet Hartberg
Hartberg, das erst durch die verweigerte Lizenz für den LASK den Fixabstieg abwendete und den Sprung in die Relegation schaffte, wird damit zum Albtraum des GAK: 2009 hatten die Hartberger in der letzten Runde mit einem 6:0-Kantersieg gegen den SAK Klagenfurt noch den Regionalliga-Titel und den Aufstieg fixiert, aufgrund der um zwei Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem punktgleichen GAK.
Erste Liga, Relegationsrückspiel
Freitag:
TSV Hartberg - GAK 3:0 (1:0) - Abbruch
Stadion Hartberg, 3.600 Zuschauer, SR Hameter
Hinspiel: 0:0
Torefolge:
1:0 Tauschmann (19.)
2:0 Miljatovic (60.)
3:0 Rossmann (76.)
Hartberg: Rindler - Tauschmann, Kozissnik, Miljatovic, Strobl - Ismaili, Rossmann, Huber, Rakowitz (75./Schober) - Adilovic (67./Gremsl), Mössner
GAK: Pösendorfer - Berger (74./Fink), Deutschmann, Kammerhofer, Schilling - Durlacher (59./Fuchshofer), Hofer, Leitgeb (65./Oved), Murg - Rauter, Brauneis
Gelbe Karten: Keine bzw. Durlacher
Anm.: In 76. Minute nach einem Platzsturm der GAK-Fans abgebrochen.
Links: