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„Hochrisikospiel“ sorgt für Chaos

Wie der ÖFB noch am Freitag bekanntgab, wird das Komitee für Cupbewerbe unter dem Vorsitz von Robert Sedlacek am kommenden Montag über die Wertung des Relegationsspiels zwischen Hartberg und dem GAK entscheiden. Danach werde ein Verbandsstrafverfahren eingeleitet.

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„Es geht nicht an, dass der Fußballsport von einer kleinen, gewaltbereiten Minderheit in Geiselhaft genommen wird. Derartige Aktionen sind auf das Schärfste zu verurteilen. Der ÖFB muss und wird mit aller Entschiedenheit gegen solche Vorfälle vorgehen“, wird ÖFB-Präsident Leo Windtner in der Aussendung zitiert.

Der ÖFB hat im Vorfeld dieses zweite Relegationsspiel in Hartberg als Risikospiel eingestuft und mit Peter Truzla einen Spieldelegierten entsandt.

GAK-Fans und Polizei beim Platzsturm

GEPA/Erwin Scheriau

Für zehn GAK-Hooligans endete der Besuch in Hartberg in Handschellen

„Diese Leute gehören nicht zu uns“

Nach dem Platzsturm und Festnahmen äußerten sich eingefleischte GAK-Fans kritisch über die Entscheidung, dieses „Hochrisikospiel“ im Hartberger Stadion auszutragen. Außerdem distanzierten sie sich von jenen „fünf Prozent“ der Anhänger, die den Platz gestürmt hatten: „Diese Leute gehören nicht zu uns.“ Laut Polizei wurden etwa zehn Personen festgenommen, eine Beamtin verletzt und zahlreiche Sachbeschädigungen im Stadion verzeichnet.

Einer der GAK-Anhänger, ein 42-jähriger Familienvater, war gemeinsam mit seiner Tochter zu dem Spiel nach Hartberg gefahren und schilderte das Erlebte. Nach dem dritten Hartberger Tor seien zahlreiche „Rote Teufel“ auf das Feld gerannt. Dann flogen auch bengalische Feuer auf den Rasen. „95 Prozent der GAK-Fans, mich eingeschlossen, genieren sich für den Auftritt einiger Fans“, so der Grazer im Gespräch mit der APA. „Ich frage mich, warum man dieses Hochrisikospiel in Hartberg austragen lässt, wo gerade einmal 3.600 Fans Platz haben.“

Der Polizeieinsatzleiter meinte, dass es bei problematischen Fans nichts helfe, sie in einen Käfig zu stecken: „Damit wird man einen Platzsturm auch nicht verhindern, wenn die das wollen.“ Er bestätigte, dass es im Vorfeld mehrere Besprechungen mit Verantwortlichen gab, man aber auf das Heimrecht nicht verzichten habe wollen.

Zehn Festnahmen nach Platzsturm

Die vorläufige Bilanz der Exekutive, die mit 180 Polizisten und Polizistinnen im Einsatz war, belief sich eine Stunde nach Abbruch der Partie auf etwa zehn Festnahmen: „Einige wurden in Verwahrungshaft genommen.“ Widerstand gegen die Staatsgewalt, Körperverletzung, Sachbeschädigungen und die Anwendung von Pyrotechnik wird ihnen zur Last gelegt.

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