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Mitfavorit mit Rücken zur Wand

Portugal steht bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine am zweiten Spieltag der Gruppe B bereits mit dem Rücken zur Wand. Nach der Auftaktniederlage gegen die Deutschen benötigen Cristiano Ronaldo und Co. gegen Dänemark am Mittwoch (18.00 Uhr) in Lwiw (Lemberg) einen Sieg. Im Lager der Portugiesen herrscht dicke Luft. Teamchef Paulo Bento liegt nicht nur mit Journalisten im Clinch.

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Nach dem Spiel gegen Deutschland soll sich der portugiesische Trainer Medienberichten zufolge in der Kabine ein Schreiduell ausgerechnet mit Cristiano Ronaldo geliefert haben. Bento soll den Superstar für seinen überstürzten Abgang nach dem Spiel vor versammelter Mannschaft zur Rede gestellt haben. Ronaldo hatte auf eine Abschiedsrunde vor den mitgereisten Fans verzichtet. Bento schmeckte das Verhalten seines Kapitäns überhaupt nicht, Ronaldo nahm die Kritik des Trainers ebenfalls nicht gut auf.

Gruppe B

Mittwoch, 18.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream

Dänemark - Portugal

Lwiw (Lemberg), Arena Lwiw, SR Thomson (SCO)

Mögliche Aufstellungen:

Dänemark: Andersen - Jacobsen, Kjaer, Agger, Silberbauer - Kvist, Zimling - Rommedahl, Eriksen, Krohn-Dehli - Bendtner

Portugal: Patricio - Pereira, Pepe, Alves, Coentrao - Meireles, Veloso, Moutinho - Nani, Postiga, Cristiano Ronaldo

Trainer dementiert

Berichte über eine angebliche Abwesenheit Ronaldos beim Training als eine Reaktion auf den Zwist in der Kabine wurden von portugiesischer Seite dementiert. Auch ein kolportiertes Schreiduell soll es nicht gegeben haben. „Ich kann allen versichern, dass 23 Spieler beim Training waren“, wird Bento etwa in der englischen „Sun“ zitiert, „Ronaldo hat hier noch nie ein Training versäumt.“ Auch den überstürzten Abgang nach dem Deutschland-Spiel sah der Teamchef einige Tage danach, zumindest nach außen hin, in einem anderen Licht.

„In einer gewissen Weise verstehe ich Cristianos Reaktion“, sagte der 43-Jährige. Ronaldos Teamkollegen nahmen den Superstar in Schutz. „Er ist nicht zu den Fans gegangen, weil er Probleme mit dem Rücken hatte. Er ist sofort zu unserer medizinischen Abteilung“, sagte Sturmkollege Nani. Trotz etwaiger Rückenbeschwerden wird Ronaldo Portugal am Dienstag wieder als Kapitän auf das Spielfeld und zum dringend benötigten Sieg führen.

Postiga bleibt gesetzt

Die Torflaute ist das größte Problem der Portugiesen. Nur einmal in den vergangenen vier Spielen, beim 1:3 im letzten Test gegen die Türkei, traf ein portugiesischer Spieler ins Schwarze. „Das ist schon verrückt, wenn man jemanden wie Cristiano Ronaldo im Team hat“, sagte Nani. Auf der Position des Mittelstürmers hält Teamchef Bento auch gegen Dänemark an Helder Postiga fest - und geriet damit ins Schussfeld der Altstars Luis Figo und Rui Costa. Der Stürmer ist neben Ronaldo das einzige Überbleibsel des EM-Kaders von 2004.

Helder Postiga (Portugal) zwischen den Deutschen Mats Hummels und Thomas Müller

APA/EPA/Kerim Okten

Helder Postiga kommt bei seinen berühmten Vorgängern nicht gut an

Obwohl schon bei FC Porto, Panathinaikos Athen, Tottenham Hotspur und Real Saragossa unter Vertrag, schaffte Postiga nirgendwo den großen Durchbruch. Unter Bento ist der 29-Jährige dennoch gesetzt. Auf Kritik von Journalisten an seiner Aufstellung reagiert der Teamchef allergisch. „Alle Spieler, die ich, egal auf welcher Position, aussuche, sind dabei, weil ich glaube, dass sie alles für ihr Nationalteam geben“, sagte Bento. Postiga verlieh er für seine Leistung gegen Deutschland das Prädikat „außergewöhnlich“.

Teamchef angezählt

Gegen Dänemark muss nicht nur Postiga der Knopf aufgehen. Mit einer weiteren Niederlage und einem Sieg der Deutschen über die Niederlande wäre das EM-Abenteuer für die als aussichtsreicher Außenseiter in das Turnier gestarteten Portugiesen früher als erwartet zu Ende. „Es sind 90 Minuten voller Chancen“, beteuerte Bento, dessen ganz persönliches Schicksal auch mit dem EM-Abschneiden in Verbindung steht.

Scheitern Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen schon in der Vorrunde, gerät der Trainer zwangsläufig in Bedrängnis - obwohl Bentos Vertrag noch bis 2014 läuft. Auf Nachfragen reagierte er am Dienstag in Lwiw äußerst gereizt. „Sie müssen den portugiesischen Verband fragen, was die vorhaben. Es ist ihre Entscheidung, nicht meine“, verdeutlichte Bento und betonte: „Ich zumindest will den Vertrag erfüllen.“

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