„Noch gefährlichere Leute als bisher“
In Warschau geht die Sorge vor einem neuen Problemspiel um. Die polnische Hauptstadt befürchtet vor dem Finale in Gruppe A zwischen Russland und Griechenland am Samstag (20.45 Uhr, live in Konferenzschaltung in ORF eins und im Livestream) erneut Ausschreitungen durch gewaltbereite Fußballfans.
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Einige der 20.000 erwarteten russischen Anhänger sollen nicht nur friedliche Absichten haben. Der polnische Regierungschef Donald Tusk deutete an, dass der russische Präsident Wladimir Putin vor möglichen Racheakten russischer Gewalttäter gewarnt habe. „Es könnte sein, dass von russischer Seite noch gefährlichere Leute als bisher auftauchen.“
Brisante Konstellation
Die erschreckenden Bilder vor und nach der Partie zwischen Polen und Russland sind noch immer präsent - am Samstagabend könnte es erneut eine brisante Konstellation geben. Denn zeitgleich zum Spiel der Russen im citynahen Nationalstadion werden in der Fanzone von Warschau rund 100.000 Anhänger erwartet, die das entscheidende Spiel der polnischen Mannschaft in Wroclaw (Breslau) gegen Tschechien auf einer Riesenleinwand verfolgen wollen.

Reuters/Agencja Gazeta
Letzten Dienstag wurden nach Ausschreitungen 184 Personen festgenommen
Sollten sich die Russen (4 Punkte) mit einem Erfolg gegen Griechenland (1) den Gruppensieg sichern und die Polen (2) gegen Tschechien (3) nicht gewinnen, ist die EM für das Heimteam schon nach den ersten drei Spielen beendet - während die Russen noch dabei sein könnten. Die Szenarien für diesen Fall sind besorgniserregend. Kommt es dann zu Zusammenstößen zwischen siegestrunkenen russischen Krawallmachern und deprimierten und in der Ehre gekränkten Polen?
Starke Polizeipräsenz
Ministerpräsident Tusk setzt auf starke Polizeipräsenz: „Wir werden noch mehr Einsatzkräfte und -mittel konzentrieren als bei dem kritischen Spiel gegen Russland“, sagte er in einem Interview mit dem polnischen Rundfunksender Radio Zet am Freitag. „Ich hoffe sehr, es wird nicht notwendig sein, sie einzusetzen.“
Auch der Europäische Fußballverband (UEFA) ist in erhöhter Alarmbereitschaft. „Die UEFA steht in engem Kontakt mit der Polizei. Wir wollen sichergehen, dass entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um die große Zahl an russischen Fans angemessen und sicher in Empfang zu nehmen“, sagte UEFA-Sprecher Robert Faulkner.
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