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„Unheilbarer Wiederholungstäter“

Frankreichs Nationalspieler Samir Nasri droht wegen seines verbalen Ausrasters bei der EM 2012 nach einem Bericht der französischen „Equipe“ (Dienstag-Ausgabe) möglicherweise eine lange Sperre. Der nationale Verband FFF ziehe eine Bestrafung des Mittelfeldspielers in Betracht: Denkbar sei eine Suspendierung von bis zu zwei Jahren und damit das Aus für die WM 2014 in Brasilien.

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Nach dem Viertelfinal-Ausscheiden gegen Spanien hatte Verbandspräsident Noel Le Graet eine mögliche Sanktion für Nasri, der einen Reporter wüst beschimpft hatte, offengelassen. Die in Frankreich bisher höchste Sperre von 18 Länderspielen (15 Monate) hatte Nicolas Anelka nach der WM 2010 für seine Beleidigung des damaligen Nationaltrainers Raymond Domenech erhalten.

Sportministerin für Sanktionen

Sportministerin Valerie Fourneyron sprach sich unterdessen allgemein für mögliche Maßnahmen aus. „Es gibt Regeln innerhalb des Verbandes, und wenn es ein Verhalten gibt, das sanktioniert werden muss, sollte dies getan werden“, sagte sie dem TV-Sender Canal Plus.

Fourneyron hatte das Auftreten des Nationalteams bei der EM in Polen und der Ukraine vehement kritisiert. Zwar sei aus sportlicher Sicht das Ziel mit dem Viertelfinal-Einzug erreicht worden und das Verhalten „weniger schlecht“ als bei der beschämenden WM 2010 in Südafrika gewesen. „Aber trotz der Arbeit von Le Graet und (Trainer) Laurent Blanc ist man noch weit von von einem Verhalten entfernt, das man von einem Nationalteam zu Recht erwarten kann“, sagte Fourneyron.

Frankreichs Samir Nasri und Spaniens Andres Iniesta kämpfen um den Ball

APA/EPA/Robert Ghemet

Nasris Frust nach dem EM-Aus war unüberhörbar

Erneut negative Schlagzeilen

Frankreich hatte unter anderem durch einen Kabinenstreit und die Journalistenbeschimpfung durch Nasri Schlagzeilen gemacht. „Das Kollektiv existiert nicht“, sagte Fourneyron und sprach von einer „wahren Enttäuschung“. Es gebe noch viel Arbeit. „Ich hoffe, dass sich das Team bewusst macht, dass genug genug ist. Wenn man auf diesem hohen Niveau ist, muss man Respekt vor dem Trikot haben.“

Der frustrierte Nasri war beim 0:2 gegen Spanien nach dem Schlusspfiff völlig ausgerastet. Auf die Bitte des Reporters um eine Reaktion fing er bereits an zu zetern, es würde immer nur „Scheiße“ geschrieben. Als der Journalist ihn daraufhin wüst zum Verschwinden aufforderte, bot der Profi von Manchester City erst an, die Dinge draußen zu regeln, und verlor dann endgültig die Kontrolle über sich.

„F... dich selber in den A..., geh deine Mutter f...“, pöbelte Nasri und bezeichnete den Journalisten als „Hurensohn“. Als Anelka 2010 den damaligen Trainer Domenech verbal angegriffen und das WM-Theater eingeleitet hatte, soll er ähnliche Worte gewählt haben. „Jetzt kannst du schreiben, dass ich schlecht erzogen bin“, spottete Nasri zum Schluss.

Zukunft von Blanc weiter offen

Blanc nannte die Nasri-Affäre später eine „Respektlosigkeit“ und „sehr bedauerlich für sein persönliches Image und das der Nationalmannschaft.“ Vor einer möglichen Strafe soll der 24-Jährige angehört werden. Als „unerträglich“ bezeichnete Le Graet den verbalen Ausbruch: „Samir ist äußerst reizbar, er will immer alles richtig machen. Ihm gelingt es aber nicht, seine Emotionen zu beherrschen.“ Die Zeitung „Le Parisien“ schrieb: „Nasri ist ein unheilbarer Wiederholungstäter.“

Im FFF-Visier sind wegen unterschiedlicher Verfehlungen beim EM-Turnier auch Hatem Ben Arfa, Yann M’Vila und Jeremy Menez. Offen ist weiterhin, ob Trainer Blanc seine Arbeit fortsetzt. Binnen einer Woche wollen sich der Coach, dessen Vertrag nach der EM ausläuft, und Le Graet zu Gesprächen treffen.

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