WTA über Aussagen empört
Gilles Simon hat in Wimbledon mit seiner Kritik an der Preisgeldverteilung für Wirbel gesorgt. Der Franzose sprach sich gegen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern beim Preisgeld bei Grand-Slam-Turnieren aus. „Männer-Tennis steht über Frauen-Tennis“, sagte der als Nummer 13 gesetzte Simon. Die WTA reagierte empört auf die Kritik.
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Für Simon steht die Verteilung des Preisgeldes bei Grand Slams in keinem Verhältnis zum Gezeigten. Da bei Männern, im Gegensatz zu herkömmlichen Turnieren, bei den Grand Slams auf drei gewonnene Sätze gespielt wird, stünden die Herren der Schöpfung viel länger auf dem Platz als ihre weiblichen Kolleginnen. Bei den Damen wird auch bei den großen Turnieren auf zwei gewonnene Sätze gespielt. „Männer stehen doppelt so lange auf dem Platz“, sagte Simon, der erst am vergangenen Wochenende in den Spielerrat der ATP gewählt wurde.
„Attraktivere Show“
Für den 27-Jährigen bekommen die Zuschauer im Herren-Tennis auch mehr geboten als bei den Damen. „Männer bieten eine attraktivere Show“, sagte Simon, für den das Viertelfinale bei den Australian Open 2009 bisher das Höchste der Gefühle bei einem Grand-Slam-Turnier war. Dass Frauen bei den großen Turnieren dennoch gleich entlohnt werden, stößt dem Franzosen sauer auf.
„Wir sprechen immer von gleicher Bezahlung. Das funktioniert aber im Sport nicht“, so Simon. Stacey Allaster, Präsidentin der World Tennis Association (WTA), reagierte empört auf die Aussagen des Franzosen. „Ich kann es nicht glauben, dass heute noch jemand so denkt“, ließ die WTA-Präsidentin via Aussendung ausrichten, „solche Aussagen sind der Grund, warum die WTA gegründet wurde und immer für das Recht kämpfen wird.“
„Verdienen uns unser Geld“
In Wimbledon wurden erst 2007 gleiche Preisgelder für Damen und Herren eingeführt, nachdem die French Open in Paris ein Jahr zuvor für Gleichheit gesorgt hatten. Bei den Australian und US Open sind gleiche Preisgelder bereits seit längerem üblich. Zu Beginn der professionellen Ära in Wimbledon im Jahr 1968 bekam Damen-Siegerin Billie Jean King nur etwa ein Drittel des Preisgelds des Herren-Siegers Rod Laver.

AP/Kirsty Wigglesworth
Venus Williams kassierte 2007 als erste Frau gleich viel wie der Herrensieger
Die heutige Generation an Spielerinnen kann mit der Forderung ihres männlichen Kollegen zur Rückkehr in alte Zeiten wenig anfangen. „Ich denke, wir verdienen uns unser Geld auch“, sagte die ehemalige Nummer eins, Ana Ivanovic, die sich in der ersten Runde gegen die Spanierin Maria Jose Martinez Sanchez erst nach drei Sätzen durchsetzte. „Auch ich bin zweieinhalb Stunden auf dem Platz gestanden.“
Die australische US-Open-Siegerin Samantha Stosur kritisierte Simons Ansicht von zu wenig Action im Damen-Tennis. „Die Leute sehen uns zu, weil sie uns zusehen wollen“, sagte die 28-Jährige, „es gibt auch bei den Männern Fünfsatzspiele, die langweilig sind. Nur weil es länger dauert, heißt es nicht, dass es besser ist.“ Für Stosur ist die aktuelle Debatte eine, „die niemals aufhören wird“. Der Vorschlag der Frauen in Richtung Simon: Gleichberechtigung auf allen Ebenen.
Männer halten sich zurück
Die Deutsche Julia Görges versuchte die Kritik Simons zu relativieren. „Ich kann die Männer zum Teil verstehen“, sagte die 23-Jährige, „wenn sie fünf Stunden spielen und wir 55 Minuten, ist das nachzuvollziehen, was Simon meint.“ Das gelte jedoch nicht für „normale“ Turniere. Denn obwohl Männer und Frauen dort die gleiche Anzahl an Sätzen zum Sieg benötigen, ist man bei Gleichberechtigung beim Preisgeld weit entfernt.
Simons männliche Kollegen vermieden es, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen. „Die Debatte gibt es, seit es gleiche Preisgelder gibt“, sagte der sechsfache Wimbledon-Sieger Roger Federer, „man kann sowieso nichts machen.“ Die Hoffnung auf eine Lösung hat der Schweizer nicht. „Es ist eine Frage der Ansichtssache, daher wird die Debatte ewig weitergehen“, meinte Federer. Übrigens: Auf die Sieger in Wimbledon warten heuer nach einer Erhöhung des Preisgeldes 1,15 Millionen Pfund (rund 1,4 Mio. Euro).
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