Aufgebot gleich groß wie in Peking
Das Österreichische Olympische Comite (ÖOC) hat 70 Athleten für die Sommerspielen in London (27. Juli bis 12. August) nominiert. Das sind exakt gleich viele wie 2008 in Peking. Wie zuletzt in China mit einmal Silber und zweimal Bronze erhofft sich ÖOC-Präsident Karl Stoss auch in England drei Medaillen.
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„Rein statistisch gesehen, holen wir im Schnitt drei Medaillen. Damit wären wir diesmal auch zufrieden“, sagte Stoss. Bis Montag 0.00 Uhr muss die endgültige Nominierung beim Internationalen Olympischen Comite (IOC) eingegangen sein, aktuell werden 31 Damen und 39 Herren beim Highlight des Sportjahres 2012 Rot-Weiß-Rot tragen. Der ÖOC-Vorstand segnete in seiner Sitzung am Freitag die Vorschläge der nationalen Fachverbände ab.

APA/Georg Hochmuth
Markus Rogan wurde als Fahnenträger auserwählt
Anders als bei den Spielen zuvor beschloss das ÖOC, alle Athletinnen und Athleten mit internationalem Startrecht mitzunehmen. „Die internationalen Limits sind sehr hart. Wenn man die erreicht, soll man auch an Olympia teilnehmen, da sollte man großzügig sein“, sagte Stoss, der den finanziellen Gesamtaufwand des ÖOC (inklusive u. a. spezieller Trainingscamps im Vorfeld) für London-Olympia mit 1,6 Millionen Euro bezifferte.
Zahlreiche Routiniers dabei
Thomas Farnik rückt mit seiner London-Teilnahme zum zweitaktivsten Österreicher bei Sommerspielen auf. Der Sportschütze blickt seiner sechsten Olympiateilnahme nach 1992, 1996, 2000, 2004, 2008 entgegen. In der ewigen Rangliste liegt Segler Hubert Raudaschl mit zehn Starts unangefochten in Führung, es folgen Farnik und Springreiter Hugo Simon mit je sechs Antreten im Zeichen der Fünf Ringe.
Die jeweils fünften Sommerspiele erleben Kanute Helmut Oblinger und Tischtennis-Ex-Weltmeister Werner Schlager. Zum vierten Mal werden Günther Weidlinger (Leichtathletik), Markus Rogan (Schwimmen), Andreas Geritzer (Segeln) und Liu Jia (Tischtennis) dabei sein.
Rogan bei Eröffnung Fahnenträger
Rogan wurde auch als Fahnenträger für die Eröffnungsfeier am 27. Juli im Olympiastadion ausgewählt. Der zweifacher Medaillengewinner „freut sich besonders“, teilte Stoss mit.
Judokämpfer Ludwig Paischer, in Peking Silbermedaillengewinner, wäre auch ein Kandidat gewesen, da der Salzburger aber traditionell bereits am ersten Wettkampftag im Einsatz ist, wird er nicht an der vorabendlichen Eröffnungsfeier teilnehmen. „Es war schon in Athen und Peking so. Es wäre kontraproduktiv, zur Eröffnung zu gehen. Wir sind ja alle bei Olympia, um erfolgreich in unserer Sportart zu sein“, meinte Paischer.
Auch 60 Betreuer dabei
Damit die Sportler auch bestmöglich unterstützt werden, kam das ÖOC den Wünschen der Fachverbände nach Betreuungspersonal nach. Das Betreuerteam wird 60 Personen umfassen. „Es wird keine Funktionäre geben, die funktionslos unterwegs sind“, versicherte ÖOC-Vizepräsident Paul Schauer, der Vorsitzende des Sommersportausschusses. „Wir haben die Wünsche der Verbände zu 100 Prozent erfüllt. Es ist erstmals gelungen, jedem Athleten seinen Betreuer zuzusichern“, sagte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel.
Besonders freut es das ÖOC, dass es mit Seglerin Lara Vadlau und Leichtathletin Ivona Dadic zwei Sportlerinnen gibt, die bei der Premiere der Olympischen Jugendspiele 2010 in Singapur dabei waren und nun direkt zu den Spielen der „Großen“ aufgestiegen sind. „Weltweit haben das nur 40 Athleten und Athletinnen geschafft. Das zeigt, dass das ÖOC mit der besonderen Nachwuchsarbeit auf dem richtigen Weg ist“, meinte Stoss.
Straffer Terminplan
Der Olympiacountdown ist bereits klar geregelt. Nach der Einkleidung und Ausstattung der ÖOC-Abordnung am 14. und 15. Juli in einem Wiener Hotel findet am Abend des 15. Juli eine Farewell-Feier statt. Am 16. Juli empfängt Bundespräsident Heinz Fischer die Delegation in der Hofburg zur offiziellen Vereidigung.
Bereits am Abend werden die ersten Athleten in das Olympische Dorf in London einziehen. Im Dorf in Stratford sind 108 Betten für Österreich reserviert, in der Außenstelle der Segler 16, bei den Kanuten sechs.
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