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Nach Wimbledon ist vor Wimbledon

Spätestens mit dem 4:6 7:5 6:3 6:4 im Finale von Wimbledon gegen den Schotten Andy Murray hat sich Roger Federer in die Rolle des Topfavoriten auf Olympiagold gespielt. Olympisches Gold im Einzel ist das Einzige, was dem Schweizer in seiner so erfolgreichen Karriere noch fehlt.

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Sein siebenter Triumph auf dem „Heiligen Rasen“, womit er den Rekord von Pete Sampras egalisierte, war für Federer die perfekte Generalprobe, denn auch das olympische Turnier wird in Wimbledon gespielt. „Hier schon einmal in diesem Jahr gewonnen zu haben, gibt mir Extra-Motivation und noch mehr Selbstbewusstsein für Olympia - es wird wohl einen Hype um mich bei Olympia geben“, sagte die Nummer eins der Welt.

Roger Federer jubelt

Reuters/Toby Melville

Federer ist fest entschlossen, heuer endlich Olympiagold im Einzel zu holen

Akribische Vorbereitung

In der Vorbereitung auf seine nächste große Mission überlässt Federer nichts dem Zufall: Er wohnt getrennt von den anderen und hat für die Spiele in London dasselbe noble Haus gemietet - ganz in der Nähe des All England Clubs. „Ich will meine Routine nicht verändern“, sagte der Schweizer, der seine Entscheidung mit der Entfernung des olympischen Dorfs von der Austragungsstätte begründete. Außerdem habe es etwa in Athen 2004 im Athletendorf zu viel Ablenkung gegeben.

Federer will nun eine Woche pausieren und dann seine Vorbereitung auf die „Wimblympics“, wie es die Zeitung „The Times“ nannte, beginnen. Auf den Physiotherapeuten des 30-Jährigen wartet Schwerarbeit.

Will nicht Fahnenträger sein

Auch sonst gilt Federers Konzentration ganz sich selbst und seinem großen Traum. Die Ehre, bei der Eröffnungsfeier zum dritten Mal die Schweizer Fahne zu tragen, lehnte er ab. „Es wurde mir angeboten, aber ich denke, dass ich einem anderen Sportler diese Chance geben werde“, betonte Federer.

Der 17-fache Grand-Slam-Sieger fungierte schon 2004 in Athen und 2008 bei Olympia in Peking als Fahnenträger der Schweiz und betonte, dass er kein Monopol auf diese Ehre besitze. Federers Dauerrivalen Novak Djokovic (Serbien) und Rafael Nadal (Spanien), jene zwei Tennisprofis, die ihm zweieinhalb Jahre lang alle Grand-Slam-Titel weggeschnappt hatten, tragen dagegen ihre Nationalflaggen.

Rio als übernächstes Ziel

Gemeinsam mit Stansilas Wawrinka hat er 2008 in Peking schon Olympiagold im Doppel geholt („eine Medaille ist eine Medaille“), doch in London soll eben das ersehnte Einzelgold her. Doch selbst wenn es heuer damit klappt, hat Federer, der am 8. August 31 wird, noch nicht genug. An einen Rücktritt denkt er nämlich noch lange nicht.

„Warum sollte London der Schlusspunkt sein, warum sollte ich mir Rio nicht vornehmen können? Dann wäre ich knapp 35. Und in dem Alter haben schon ganz andere Spieler erstaunliche Leistungen vollbracht. Siehe Andre Agassi. Er hat Maßstäbe gesetzt.“

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