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„Was für ein Fahrer“

Formel-1-Doppelweltmeister Fernando Alonso wird die Sommerpause im August als WM-Führender genießen - egal wie das kommende Wochenende in Ungarn verläuft. Der Vorsprung des spanischen Ferrari-Stars auf den ersten Verfolger Mark Webber im Red Bull beträgt dank einer fehlerlosen Vorstellung auf dem Hockenheimring 34 Punkte.

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Alonso wird daher zumindest bis zum Belgien-Grand-Prix am 2. September in Spa an der Spitze thronen. Seine Verfolger, allen voran Sebastian Vettel, dürfen sich keine Ausrutscher mehr leisten, wollen sie dem ab Sonntag 31-Jährigen dessen dritten WM-Titel noch streitig machen. Der Deutsche hat bereits 44 Punkte Rückstand auf den Spanier. Mit zwei Siegen und einem zweiten Platz in den vergangenen drei Rennen fuhr sich Alonso in die Poleposition im Titelkampf.

„Eineinhalb Stunden am Maximum“

Während Titelverteidiger Vettel wegen eines regelwidrigen Überholmanövers von Platz zwei auf fünf zurückgereiht wurde, spricht Ferrari von einem „perfekten Wochenende“ beim Grand Prix von Deutschland in Hockenheim. Spaniens Presse applaudierte, so wie „Marca“: „Alonso schlägt Vettel in dessen Haus. Es war ein schwieriger Sieg. Dank der Strategie Ferraris und der Beharrlichkeit Alonsos schaffte es der Asturier jedoch, einen unglaublichen Sieg zu erringen.“

Sebastian Vettel, Red Bull und Fernando Alonso, Ferrari

APA/EPA/Valdrin Xhemaj

Sieger Alonso durfte sich in Hockenheim Lobeshymnen anhören, Vettel nur Kritik

Lobeshymnen darf sich Alonso nicht nur von den Medien anhören, auch die „Scuderia“ feiert ihren Schützling. „Fernando war perfekt, nicht ein einziger Fehler, kein Zögern. Er hat das Auto eineinhalb Stunden am Maximum gefahren, was für ein Fahrer“, schwärmte Teamchef Stefano Domenicali. Mit seinem 30. Karrieresieg fuhr der Weltmeister von 2005 und 2006 zum 22. Mal in Serie in die Punkte. Er ist damit der mit Abstand konstanteste Fahrer im Feld.

Keine Pause im Titelkampf

Alonso und Ferrari wollen sich aber freilich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns und weiterhin Konkurrenten in schnelleren Autos sitzen. Wir müssen uns weiter auf die Beständigkeit konzentrieren“, erklärte Domenicali. Alonso selbst weiß: „Ich kann auf das beste Team bauen, ein Team, das schon sehr viel gewonnen hat, und werde daher weiterhin Tag und Nacht arbeiten, um diesem Ziel näher zu kommen.“

Beim anderen Doppelweltmeister hingegen sind die Nerven äußerst angespannt. „Gerade haben wir noch gejubelt, und dann kam doch alles anders als gedacht“, stand auf Vettels Website am Montag. Für ihn war die Strafversetzung beim Heimrennen nach dem unerlaubten Überholmanöver gegen Jenson Button kurz vor Rennende nicht der erste Rückschlag im Kampf um die Titelverteidigung. In der ersten Saisonhälfte hatte der Red-Bull-Fahrer bereits mehrfach Grund zum Ärger.

Vettel neben der Spur

In Malaysia schlitzte er sich durch zu harte Gegenwehr des überrundeten Inders Narain Karthikeyan die Reifen auf und wurde nur Elfter. Den Inder bezeichnete Vettel daraufhin als „Gurke“. Vor dem Grand Prix in Kanada waren die Löcher im Unterboden seines Autos verboten worden. In Valencia lag er bis zur Safety-Car-Phase klar in Führung, nach dem Restart ließ die Lichtmaschine am Red Bull Vettel im Stich.

Nun in Hockenheim bezeichnete er ein Manöver von Lewis Hamilton als „dumm“. Der Brite im McLaren war vom Deutschen überrundet worden und passierte prompt Vettel wieder. Dadurch verlor er Zeit auf den führenden Alonso und letztlich auch im Duell mit Button. „Das zeigt, wie reif er ist“, konterte Hamilton Vettels scharfe Kritik. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh sagte zur Vettel-Schelte: „Rennfahrer fahren Rennen. Wenn das dumm war, weiß ich auch nicht mehr ...“

Beim finalen Überholmanöver gegen Button verließ Vettel schließlich die Strecke. Der Regelbruch bedeutete 20 Sekunden Strafe. Am Ende wurde er daher statt als Zweiter nur als Fünfter gewertet. In Ungarn sollte der Doppelweltmeister wieder in die Spur zurückfinden.

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