Gold in der Kür nach Bronze in der Pflicht
Österreich hat am Montag bei den Paralympics in London die erste Goldmedaille erobert. Dressurreiter Pepo Puch holte sich in der Kür der Klasse Grade Ib mit seiner Stute „Fine Feeling“ in überragender Manier den Sieg.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

GEPA/Christopher Kelemen
Pepo Puch beim Ritt zu Gold
Der Steirer überzeugte mit einer schwungvollen, fehlerfreien Vorstellung zu den Klängen des Radetzkymarsches und brachte es auf 79,150 Punkte. Die Finnin Katja Karjalainen (74,250) sowie der Brite Lee Pearson (74,200) landeten mit Respektabstand auf den weiteren Podesträngen.
„Ich habe schon beim Hineinreiten gewusst, dass das was wird. Mein Gefühl war sehr gut und mein Pferd hat mich nicht enttäuscht. Es ist großartig, dass ich jetzt auch noch Gold geholt habe. Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt“, sagte Puch. Für den 46-Jährigen war es bereits die zweite Medaille, hatte er doch in der Dressur-Pflicht Bronze geholt. Thomas Haller (Grade II) gab hingegen auf.
Mader holt Silber im Tischtennis
Ebenfalls am Montag eroberten Doris Mader Silber im Tischtennis und Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler Bronze über 400 m. Österreichs Behindertensportler haben damit in London schon siebenmal Edelmetall gewonnen, halten bei einer Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen. Am Sonntag hatte es Tischtennis-Silber durch Stanislaw Fraczyk und jeweils Bronze durch die Leichtathleten Natalija Eder (Speerwurf) und Bil Marinkovic (Diskuswurf) gegeben.
Mader, seit einer Tumoroperation 2002 im Rollstuhl, verlor zwar das Finale der Klasse TT3 gegen die Schwedin Anna-Carin Ahlquist mit 0:3, feierte mit Silber aber den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere. „Die Freude überwiegt ganz klar. Gold war einfach nicht in Reichweite. Ich bin hierhergekommen mit dem großen Ziel, eine Medaille zu holen. Dass es Silber geworden ist, ist großartig. Jetzt kann ich aufbauen für die Zukunft und hoffe, dass ich noch bei vielen Events dabei sein kann“, freute sich die 36-jährige Niederösterreicherin in einer ersten Reaktion.

GEPA/Christopher Kelemen
Doris Mader erkämpfte ihre erste Medaille bei den Paralympics
Bei ihrem Paralympics-Debüt 2008 in Peking war Mader Fünfte geworden. In London war sie wie schon länger in einer Doppelfunktion im Einsatz, fungierte sie doch auch als Trainerin ihres Teamkollegen Andreas Vevera. In London kam für Vevera, der vor vier Jahren in China Gold geholt hatte, allerdings schon in der Vorrunde das Out.
400-m-Bronze für Geierspichler
Den Medaillensatz für Österreich komplett machte am Montagabend Geierspichler. Der Salzburger holte in der Klasse T52 über 400 m Bronze. Geierspichler kam als Vierter ins Ziel, durch die nachträgliche Disqualifikation des Japaners Hirokazu Ueyonabaru schaffte er es aber aufs Podest. Er gehört damit zu den erfolgreichsten paralympischen Athleten Österreichs. Der 36-Jährige ist zweifacher Champion und hat zudem noch drei Silber- und nun vier Bronzemedaillen gewonnen.
Im Kugelstoßen landete der sehbehinderte Marinkovic nach seinem Bronze-Gewinn im Diskuswurf in der Klasse F11 auf Finalrang acht. Mit 12,21 m erzielte der 39-Jährige persönliche Saisonbestleistung, auf die Bronzemedaille fehlten 2,52 m.
Das Rollstuhltennis-Duo Martin Legner und Thomas Mossier schied nach den Zweitrundenniederlagen im Einzel am Montag Seite an Seite im Doppel-Achtelfinale aus. Gegen die Franzosen Frederic Cattaneo und Nicolas Peifer setzte es eine 0:6 2:6-Niederlage. Sportschütze Hubert Aufschnaiter verpasste in der Klasse SH1 im 25-m-Bewerb mit der Pistole mit 551 Ringen als 15. das Finale.
Links: