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Kleinmann zuversichtlich in Qualifikation

Österreichs Volleyball-Herren blasen zum Angriff auf die zweite EM-Teilnahme in Folge. Nach dem Heimspiel im Vorjahr kämpft die ÖVV-Auswahl diesmal auf sportlichem Wege um das Ticket für die Endrunde 2013 in Dänemark. Die Gegner in den zwei Turnieren im Wiener Budocenter (Donnerstag bis Samstag) und in Ostrava (14. bis 16. September) sind Tschechien, Mazedonien und Kroatien.

ÖVV-Präsident Peter Kleinmann gab sich vorsichtig optimistisch: „Aufgrund der Entwicklung kann man sicher auf die Chance spekulieren.“ Härtester Gegner um den Sieg in Gruppe C, der die direkte Qualifikation für die EM bedeutet, ist wohl Tschechien. Platz zwei würde Österreich zumindest ein Play-off-Spiel gegen den Zweiten der Gruppe E (Deutschland, Slowenien, Ukraine, Schweden) im Mai 2013 bescheren.

Schlüsselspiel gegen Mazedonien

Den Auftakt macht am Donnerstag (18.00 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream) das Duell mit Mazedonien, das in Zusammenarbeit mit der Non-Profit-Organisation MyAid im Zeichen der Aktion „Volley-ballern gegen Krebs“ steht. Im Anschluss folgt die Partie zwischen Tschechien und Kroatien (20.20 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream). „Ich schätze die Mazedonier so stark wie uns ein“, sagte Teamchef Michael Warm. Aufspieler Oliver Binder sah es ähnlich. „Sie sind mit uns auf Augenhöhe, ein Sieg wäre ein Superstart“, sagte der Wiener in Diensten des CV Mitteldeutschland.

ÖVV-Teamchef Michael Warm und ÖVV-Präsident Peter Kleinmann

GEPA/Christopher Kelemen

Teamchef Warm und ÖVV-Präsident Kleinmann spekulieren mit der EM 2013

Den größten Respekt zeigt die ÖVV-Truppe vor Samstag-Gegner Tschechien, gegen den man in der European League im Juni zwei Niederlagen, aber auch einen Sieg verzeichnete. „Dass Tschechien Favorit ist, ist kein Thema“, meinte Kleinmann. Warm warnte aber auch vor Freitag-Gegner Kroatien, der sich den Platz in der zweiten Qualiphase erst gegen die Schweiz erkämpfen musste: „Es sieht so aus, als würden sie es diesmal mit allen guten Spielern probieren.“

Positive Entwicklung erkennbar

Nicht nur die jüngsten beiden Testsiege gegen Montenegro und zwei knappe 2:3-Niederlagen gegen Spanien haben Warm in seinem Optimismus bestätigt. Auch die Gesamtentwicklung des Teams, das bei der Heim-EM noch etwas überfordert schien, gibt dem Deutschen Hoffnung. Schließlich konnten in der abgelaufenen Saison einige Spieler als Legionäre Erfahrung sammeln, 2011 war mit Philipp Schneider nur ein im Ausland tätiger Profi (Montpellier) im EM-Kader gestanden.

„Früher waren viel Herz und Energie da, jetzt haben schon einige in die große Welt des Sports hineingeschnuppert und auch ihre Persönlichkeit enorm weiterentwickelt“, meinte Warm, der nicht zuletzt auf den Aufstieg von Diagonalspieler Thomas Zass (22/Friedrichshafen) und Mittelblocker Peter Wohlfahrtstätter (23/Antwerpen) verwies. Ob die Qualifikation für sein erst seit drei Jahren aufgebautes Team noch etwas zu früh kommt, konnte aber auch Warm nicht beantworten. „Das ist noch ein Grenzbereich. Wir sind in der Breite klar gewachsen und haben uns definitiv verbessert. Aber wir wissen, wie hoch der Berg ist, ohne die Selbstüberschätzung, dass wir es eh schaffen können.“

„Alle unsere zwölf Spieler sind fit und für das Mazedonien-Spiel bereit“, sagte Warm. Seine Grundsechs hatte der Teamchef schon länger gefunden und zuletzt in Spanien beginnen lassen. Sie wird gebildet von Binder, Zass, Schneider, Wohlfahrtstätter, Alexander Berger und Daniel Gavan, dazu kommt Libero Philipp Kroiss. Warm: „Wir haben aber auch dahinter Optionen. Das ist wichtig, wenn es bei einem aus der Grundsechs einmal nicht so läuft.“

ÖVV-Damen wohl chancenlos

Wie bei den Herren kommt auch bei den Damen der Gruppensieger fix zur EM-Endrunde. Für die ÖVV-Damen ist das wohl kaum zu erreichen. Sie treffen zunächst am Freitag in Salo in Finnland auf Aserbaidschan, weitere Gegner sind Finnland und Weißrussland. Nächste Woche geht es dann in Baku in Aserbaidschan weiter.

Teamtrainerin Li Qing sieht eine Außenseiterchance: „In unserer Gruppe ist kein europäisches Topteam vertreten, insofern gibt es auf Papier keinen klaren Favoriten. Das heißt aber nicht, dass unsere Gegner keine großen Aufgaben für uns sind.“ Beim ÖVV setzt man auf einen Mix aus älteren und jüngeren Spielerinnen. „Das hat bis jetzt gut funktioniert“, so Li, die hinsichtlich der Erfahrung Vorteile bei den Gegnerinnen sieht. Von den jüngsten drei Testspielen vergangene Woche in Dänemark haben die Österreicherinnen zwei gewonnen und eines verloren.

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