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„Es gibt keine größere Rivalität“

Martin Harnik ist als Sohn einer Deutschen und eines Österreichers in Hamburg zur Welt gekommen und aufgewachsen. Deshalb hat der WM-Qualifikationsauftakt des ÖFB-Teams am Dienstag (20.30 Uhr, live in ORF eins) im Wiener Happel-Stadion gegen Deutschland für ihn eine besondere Bedeutung.

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„Aber dieses Match ist nicht nur für mich, sondern für jeden Spieler sehr emotional. Es gibt keine größere Rivalität als gegen Deutschland, da gibt es keinen von uns, den dieses Spiel nicht kitzelt.“ Österreich gehe als klarer Außenseiter in die Partie, betonte der 25-Jährige. „Wir wissen über die Rollenverteilung Bescheid. Jeder von uns glaubt an die Chance und will sie nutzen, aber jeder weiß, dass die wichtigen Punkte in der Qualifikation gegen andere Teams gesammelt werden müssen.“

ÖFB-Legionäre „mit hohem Stellenwert“

In allen vier Aufeinandertreffen mit Deutschland seit Februar 2008 kam Harnik zum Einsatz - noch nie aber spürte er in Deutschland vor einem Spiel gegen die ÖFB-Auswahl so großen Respekt. „Der hat durch die Leistungen der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga zugenommen. Österreichische Spieler haben in Deutschland mittlerweile einen hohen Stellenwert.“

Den Respekt erarbeitete sich das Team auch durch drei Siege und ein Remis in den jüngsten vier Partien. „Die guten Resultate sind die Früchte unserer Arbeit. Und wir haben mit Marcel Koller einen Trainer, der unsere Stärken gut zusammenführt. So etwas muss sich auch in Ergebnissen niederschlagen.“

Martin Harnik, Marc Janko und Trainer Marcel Koller während des Trainings

dapd/Hans Punz

Im Training kam auch der Spaß nicht zu kurz

„Das absolute Highlight“

Die Aussicht auf das Duell mit seiner (Wahl-)Heimat lässt auch die Schmerzen aus dem Bayern-Spiel schneller vergehen. „Ich spüre die Blessur noch ein bisschen, aber das Match ist in keinster Weise in Gefahr“, sagte Harnik. „Dieses Spiel ist das absolute Highlight in der Qualifikation, das möchte natürlich keiner verpassen.“

Die leichte Krisenstimmung beim Gegner nach den jüngsten Niederlagen gegen Italien und Argentinien wollte Harnik nicht überbewerten. „Die Deutschen sind derzeit mit sich selbst beschäftigt, aber man darf sie nicht schlechterreden, als sie sind. Wir wissen, dass eine bärenstarke Mannschaft auf uns zukommt.“

Rechter Flügel oder Solospitze?

Welche Position er gegen Deutschland einnehmen wird, ist das vielleicht größte Fragezeichen in der österreichischen Aufstellung. Der Stuttgart-Legionär könnte wie bei seinem Verein auf dem rechten Flügel oder wie zuletzt im Länderspiel gegen die Türkei als einzige echte Spitze eingesetzt werden. „Grundsätzlich glaube ich, dass der Teamchef mit mir auf der rechten Seite plant“, erklärte Harnik.

Für den 25-Jährigen als klassischen Stürmer sprechen unter anderem seine Schnelligkeit und Marc Jankos fehlende Spielpraxis. Allerdings agierte Harnik zuletzt mit Ausnahme der Türkei-Partie praktisch nie ganz vorne. „Ich kann auf beiden Positionen spielen, aber auf der rechten Seite habe ich mehr Erfahrung“, sagte der Offensivspieler.

„Ein wichtiger Spieler für uns“

Dennoch könnte sich Harnik mit der Mittelstürmer-Rolle anfreunden. „Gegen die Türkei habe ich einen Elfmeter rausgeholt, da hat es gut funktioniert und es hat mir auch gefallen.“ Im Falle einer zentralen Angriffsposition wäre der 30-fache ÖFB-Internationale (acht Tore) mit neuen Herausforderungen konfrontiert. „Als Spitze zu spielen ist weniger laufintensiv, man bekommt aber mehr Bälle mit dem Rücken zum Tor und muss sich dann gegen zwei Innenverteidiger behaupten.“

Teamchef Marcel Koller traut Harnik zu, beide Aufgaben einwandfrei zu lösen. „Er kann verschieden Positionen spielen, Tore erzielen und ist ein wichtiger Spieler für uns, der internationale Erfahrung hat“, sagte der Schweizer über den U20-WM-Vierten von 2007.