UEFA bleibt hart, Rapid gibt auf
Der Berufungssenat der UEFA hat am Freitag im schweizerischen Nyon nach einer rund zweieinhalb Stunden dauernden Verhandlung im Fall der Ausschreitungen beim Europa-League-Spiel PAOK Saloniki gegen Rapid am 23. August die von der ersten Instanz getroffene Entscheidung bestätigt.
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Der Einspruch Rapids hatte damit keinen Erfolg. Die Hütteldorfer wurden aufgrund der Zuschauerausschreitungen, Sachbeschädigungen und vor allem aufgrund des Zündens und Werfens von Gegenständen und Feuerwerkskörpern zu einer Geldstrafe von 75.000 Euro verurteilt. Zudem muss Rapid sein nächstes Spiel in einem europäischen Bewerb am 20. September in Wien gegen Rosenborg Trondheim, unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten. ORF eins überträgt ab 20.15 Uhr (Anpfiff 21.05 Uhr) live aus dem Ernst-Happel-Stadion.
Bereits gekaufte Eintrittskarten für das Spiel, die Rapid im Rahmen eines ursprünglichen Dreierabos anbot, gelten nun als Gutschein, der im Rapid-Fanshop oder für Tickets für ein Rapid-Heimspiel in der laufenden Saison verwendet werden kann. Rapid hat bisher bereits fast 25.000 Abos für die nun zwei Europa-League-Gruppenspiele im Ernst-Happel-Stadion abgesetzt.
Keine Gnade bei Pyrotechnikmissbrauch
"Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für uns“, sagte Rapid-Präsident Rudolf Edlinger in einer ersten Stellungnahme. „Wir haben alles versucht, um eine Milderung der Strafe zu erreichen und unserer Mannschaft sowie unseren Fans drei Spiele in einem vollen Happel-Stadion zu ermöglichen. Leider blieben die Verantwortungsträger der UEFA bei ihrer für uns harten Entscheidung. Aber die UEFA kennt gerade beim Missbrauch von Pyrotechnik keine Gnade und hat wegen des Gefährdungspotenzials auch in vollem Ausmaß gestraft.“

APA/Herbert Neubauer
Aus dem Rapid-Sektor wurden in Saloniki Leuchtraketen abgefeuert
PAOK Saloniki war bereits erstinstanzlich zu drei „Geisterspielen“ und 150.000 Euro Strafe verurteilt worden. Im Wiederholungsfall der Ausschreitungen droht Rapid sogar der Ausschluss aus einem internationalen Bewerb, für den man sich in den nächsten fünf Jahren sportlich qualifiziert hätte. Die Bewährungsfrist für die Hütteldorfer wurde auf drei Jahre angesetzt.
Deshalb warnt Edlinger auch: „Allen Rapidlern muss klar sein, dass wir weiter - auch bei nationalen Spielen - unter genauester Beobachtung stehen. Man darf nicht vergessen, dass sogar der Ausschluss aus einem internationalen Bewerb für längere Zeit wie ein Damoklesschwert über unserem Club schweben wird.“
Einspruch vor Sportgericht chancenlos
Rapid hat auch beschlossen, keine weiteren Rechtsmittel mehr anzuwenden. Der verbandsinterne Instanzenweg ist ausgeschöpft, lediglich ein Gang zum Internationalen Sportsgerichtshof (CAS) in Lausanne wäre noch möglich.
Davon wird aber abgesehen, da dieser Weg lediglich weitere hohe Kosten bringen würde und keinerlei Aussichten auf Milderung der Höhe der Strafe bestehen. Edlinger dazu: „Wir müssen leider zur Kenntnis nehmen, dass eine Abänderung des Urteils durch den CAS in keiner Weise zu erwarten ist."
Rapid hoffte auf die Macht der Bilder
Im Gegensatz zur ersten Instanz, als nur eine schriftliche Stellungnahme erlaubt war, war am Freitag ein Vortrag der Rapid-Vertreter rund um Präsident Rudolf Edlinger erlaubt. Dazu setzen die Grün-Weißen auf umfassendes Video- und Bildmaterial von den Vorfällen in und um das Toumba-Stadion. „Wir haben sehr viele Bilder und Videos vom Angriff mit Molotowcocktails auf die Rapid-Fans vor dem Stadion mit. Ich glaube, dass das schon anders wirkt als unser schriftlicher Bericht für die erste Instanz“, war Clubserviceleiter Andy Marek vor der Verhandlung noch optimistisch.
Rapid-Fans wurden am 23. August in Thessaloniki vor dem Stadion mit Molotowcocktails attackiert, Besucher des Rapid-Sektors im Toumba-Stadion feuerten ihrerseits Leuchtraketen in den Nachbarblock und lösten damit den Platzsturm der PAOK-Anhänger aus. Für die UEFA ist der zentrale Bestandteil ihres Urteils gegen die Wiener die Provokation durch die Rapid-Fans im Stadion.
Public Viewing im Hanappi-Stadion geplant
Da das Spiel gegen Trondheim aufgrund der Bestimmungen auch im Happel-Stadion ausgetragen werden muss, arbeitet Rapid an einer Public-Viewing-Lösung für die Fans im Hanappi-Stadion. „Es gilt aber, noch einige organisatorische Rahmenbedingungen - beispielsweise mit der UEFA - abzuklären. Nähere Informationen dazu gibt es beim Heimspiel gegen die Admira“, so Marek.
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