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Eigenfehler ebnen Rosenborg den Weg

Der SK Rapid hat in der UEFA Europa League am Donnerstag einen klassischen Fehlstart hingelegt. Im „Geisterspiel“ zum Auftakt der Gruppe K mussten sich die Hütteldorfer im Ernst-Happel-Stadion dem norwegischen Vertreter Rosenborg Trondheim mit 1:2 geschlagen geben. Zwei Patzer von Verteidiger Gerson und ein vergebener Elfmeter von Deni Alar bescherten dem Team von Peter Schöttel eine unnötige Pleite.

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Tarik Elyounoussi (18.) hatte die Gäste in einer auf bescheidenem Niveau stehenden Partie in Führung gebracht. Mikael Dorsin (59.) gelang per Kopf das zweite Tor, ehe Rapid durch Markus Katzer (65.) nur noch verkürzen konnte. Denn Alar, der bisher in jedem Spiel der laufenden Europacup-Saison getroffen hatte, scheiterte mit einem Elfmeter (69.) an Keeper Daniel Örlund. Im nächsten Match am 4. Oktober in Charkiw steht Rapid bereits unter Zugzwang, wenn man die Aufstiegschance wahren will.

Der Tormann von Rosenborg Trondheim hält einen Elfmeter

ORF.at/Dominique Hammer

Rosenborg-Goalie Örlund wehrte den schlecht geschossenen Elfer von Alar ab

Laut waren nur die Stadionboxen

Neun Tage nach dem Hexenkessel beim WM-Qualifikationshit Österreich gegen Deutschland glich das altehrwürdige Prateroval diesmal einem riesigen, leeren Suppentopf. ÖFB-Teamchef Marcel Koller, der sich auf der Ehrentribüne unter die Rapid-Legenden gemischt hatte, konnte seine Kandidaten - allen voran Torjäger Deni Alar - also unter wirklich außergewöhnlichen Bedingungen beobachten. Nur die Rapid-Hymne dröhnte vor dem Einmarsch der Teams in der üblichen Lautstärke aus den mächtigen Stadionboxen.

„Mr. Europacup“ Alar, der in der Qualiphase viermal getroffen hatte, begann rechts neben Steffen Hofmann. Auf der linken Seite sollte Guido Burgstaller die grün-weiße Solospitze Terrence Boyd mit Vorlagen füttern. Dazu kam es vorerst nicht - die Stille und das gegenseitige Abtasten im Mittelfeld wurden nur von einem nicht wirklich ernst gemeinten Schwalbenversuch von Muhammed Ildiz (7.) unterbrochen. Hofmann mühte sich noch vergeblich, das offensive „Werkl“ der Hütteldorfer in Gang zu bringen.

Guido Burgstaller im Zweikampf,

ORF.at/Christian Öser

Guido Burgstaller erwischte wie seine Kollegen nicht den besten Tag

Gersons doppeltes Blackout führt zu Gegentor

Burgstaller (14.) und Christopher Trimmel (16.) probierten es mit Weitschüssen, brachten Rosenborg-Goalie Daniel Örlund damit aber nicht in Bedrängnis. Wer dann plötzlich enorm gefährlich wurde, und zwar für die eigene Mannschaft, war Rapid-Innenverteidiger Gerson. Zunächst verlor der Brasilianer in der Vorwärtsbewegung leichtfertig den Ball, da konnte Keeper Lukas Königshofer aber noch im letzten Moment gegen Daniel Fredheim Holm klären und die Situation damit eigentlich entschärfen.

Als sich Gerson - nachdem Markus Katzer den Ball unnötigerweise noch einmal quergespielt statt weggeschlagen hatte - aber erneut düpieren ließ, war es um die Rapid-Defensive geschehen. Tarik Elyounoussi schaltete blitzschnell, sah, dass Königshofer noch nicht ins Tor zurückgekehrt war und schlenzte den Ball zum 1:0 (18.) ins Netz. Doppelt bitter und ärgerlich war der Gegentreffer, weil Fredheim Holm ganz zu Beginn der Aktion wohl aus Abseitsposition gestartet war.

Grün-weiße Harmlosigkeit

Für die Schöttel-Elf war das Dilemma jedenfalls vollkommen: Neben Fans und Heimvorteil fehlte nun auch die Sicherheit. Die Norweger zogen sich in der Folge weit zurück und ließen Rapid in aller Ruhe „anrennen“. Die Wiener hatten daher wesentlich mehr Spielanteile, wurden aber selten bis gar nicht gefährlich. Außer einem Kopfball von Katzer (26.) nach Hofmann-Freistoß und einem Schuss von Boyd (42.) hätte es die Zuschauer auch nicht von den Sitzen gerissen, wenn welche im Stadion gewesen wären.

In der Pause fand Schöttel sicher deutliche Worte, danach schickte er seine Mannschaft personell unverändert in die gähnend leere Arena zurück. Und an der Charakteristik des Spiels änderte sich genauso wenig. Die ruhiger und abgebrühter wirkenden Gäste dachten gar nicht daran, mehr zu tun, als gelegentliche Konter zu fahren. Rapid spielte zu ungenau, zu langsam und im Wesentlichen ideenlos. Auch bei hohen Bällen von Burgstaller und Trimmel hatten die körperlich robusten Trondheim-Innenverteidiger immer als Erste den Kopf am Ball.

Zweiter Nackenschlag nach Corner

In der 56. Minute war es Ildiz, der mit einem Volleyschuss von der Strafraumgrenze zumindest einmal für Aufregung im gegnerischen Abwehrverbund sorgte. Wer an diesem Abend aber vorerst die effektivere Mannschaft war, stellte Rosenborg kurze Zeit später unter Beweis. Kapitän Mikael Dorsin (59.) zog ab und zwang Königshofer zu einer guten Parade. Beim daraus resultierenden Eckball sprang Gerson im Fünfmeterraum allerdings zu früh bzw. zu niedrig und ermöglichte Dorsin so einen relativ einfachen Kopfball aus kurzer Distanz zum 2:0. Königshofer war beim Corner noch dazu auf der Torlinie geblieben.

Deni Alar wird im Strafraum gefoult

ORF.at/Christian Öser

Alar wurde kurz vor der Rapid-Viertelstunde elferreif zu Fall gebracht

Die Chance war im Finish noch da

Nach exakt einer Stunde schien die Partie entschieden - doch Rapid bäumte sich noch einmal auf. Mehr oder weniger aus dem Nichts war es auch hier eine Standardsituation, die den Hütteldorfern den Anschlusstreffer bescherte. Ein Eckball von Alar fand Katzer, der unbedrängt zum 1:2 (65.) einköpfelte. Den Schwung nahmen die Grün-Weißen in den nächsten Minuten mit, bis der durchgebrochene Alar (69.) links im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Der Gefoulte trat selbst an und hatte sein fünftes Europacup-Tor auf dem Fuß.

Doch Alar zielte zu schlecht, erwischte Goalie Örlund auf dem Weg in die von ihm gesehen linke Ecke und vergab so den „Matchball“ zum Punktgewinn. Ein Sieg wäre für die fehlerhafte Rapid-Elf nicht verdient gewesen, doch ein Remis wäre alles in allem gerecht erschienen. Auch die Einwechslung von Thomas Prager für Ildiz brachte in den letzten 20 Minuten keinen Umschwung mehr. Insgesamt 75 Prozent Ballbesitz für Rapid waren zwar ein beachtlicher Wert - allerdings auch ohne Wert.

Harald Hofstetter, ORF.at

Europa League, erster Spieltag

Donnerstag:

Gruppe K:

Rapid - Rosenborg Trondheim 1:2 (0:1)

Ernst-Happel-Stadion, SR Todorow (BUL)

Tore: Katzer (65.) bzw. Elyounoussi (18.), Dorsin (60.)

Alar (70.) scheitert mit einem Foulelfmeter an Goalie Örlund.

Rapid: Königshofer - Trimmel, Gerson, Sonnleitner, Katzer - Heikkinen, Ildiz (70./Prager) - Alar, Hofmann, Burgstaller (85./Grozurek) - Boyd

Rosenborg: Örlund - Dorsin, Rönning, Reginiussen, Gamboa - Dockal, Svensson, Diskerud (91./Iversen), Holm (81./Selnaes) - Elyounoussi - Prica

Gelbe Karten: Holm, Rönning, Gamboa, Svensson

Bayer Leverkusen - Charkiw 0:0

BayArena, SR Hansson (SWE)

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