Themenüberblick

„Das war eine Frechheit“

Und da waren es nur mehr acht: Zwei Bundesliga-Clubs mussten in der zweiten Runde des ÖFB-Samsung-Cups die Segel streichen. Wiener Neustadt ging bei Regionalliga-Club Villach sang und klanglos mit 1:3 unter, die Admira verabschiedete sich nach Verlängerung in Klagenfurt. Innsbruck benötigte gegen Sollenau 120 Minuten für den Aufstieg, und Sturm Graz blieb in Schwechat souverän.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Wiener-Neustadt-Trainer Heimo Pfeifenberger war nach dem 1:3 (0:3) im für wildes Faschingstreiben bekannten Villach nicht nach Lachen zumute: „Das war eine Frechheit. So darf man nicht auftreten. So kann man kein Spiel bestreiten“, wütete der Coach nach der Blamage gegen den Tabellenachten der Regionalliga Mitte.

Neustadt-Coach Heimo Pfeifenberger

GEPA/Andreas Pranter

Wiener-Neustadt-Coach Pfeifenberger traute in Villach seinen Augen nicht

In Villach stand vor 1.000 Zuschauern die Fußballwelt vom Anpfiff weg Kopf. Der VSV schnürte den zwei Ligen höher angesiedelten Favoriten ein. Das erste Tor servierten die Wiener Neustädter den Villachern auf dem Silbertablett: Denis Curic fing einen katastrophalen Querpass von Matthias Maak ab und stellte auf 1:0 (4.). Die kalte Dusche weckte die Neustädter aber auch nicht auf. Christoph Martschinko legte den spielstarken Michel Sandic, den darauffolgenden Elfmeter verwandelte Johannes Isopp souverän (38.).

Den sensationellen 3:0-Pausenstand fixierte ein herrliches Freistoßtor von Sandic ins Kreuzeck (44.). VSV-Tormann Patrick Böck war über eine Stunde lang fast gänzlich arbeitslos - erst der eingewechselte Günter Friesenbichler sorgte für das 1:3 (64.). Dann wurde es für die Villacher nur noch einmal brenzlig, Daniel Pirker rettete aber auf der Linie (78.).

Spätes Aus für die Admira

Für Europacup-Starter Admira kam ebenfalls auf Kärntner Rasen das Aus: Die Südstädter mussten sich bei der Austria Klagenfurt mit 0:2 nach Verlängerung geschlagen geben. Dabei hielt die Elf von Dietmar Kühbauer die Null - allerdings nur bis zur 115. Minute. Dann netzte Thierry Fidjeu-Tazemata für die Hausherren zur Führung ein. Nur drei Minuten später sorgte Routinier Matthias Dollinger per Freistoß für den Endstand.

Dabei war die Admira engagiert ins Spiel gegangen: Klagenfurt-Goalie Alexander Schenk stand bei einer Chance von Thorsten Schick (2.) sofort im Mittelpunkt. Nach einer halben Stunde fanden die Kärntner aber besser ins Spiel, kurz vor der Pause vergab Rexhe Bytyci eine gute Kopfballchance (44.). Auch nach dem Wechsel hielten die Klagenfurter gut mit.

Die Admira hatte Glück, dass es nach einem Foul von Richard Windbichler an Daniel Lindorfer keinen Elfmeter gab (87.). Vor den beiden Toren bewahrte zudem Austria-Tormann Schenk mit einer Parade in der Verlängerung gegen Marcel Sabitzer (100.) seine Klagenfurter vor einem Rückstand.

Innsbruck in Verlängerungstorlaune

Wacker Innsbruck musste wie bereits in der ersten Runde zittern. Die Innsbrucker setzten sich beim Regionalligisten Sollenau in Niederösterreich erst nach Verlängerung mit 5:1 (1:1,1:1) durch. Ein Hattrick von Stürmer Roman Wallner brachte die Entscheidung (92., 94., 105.). Für den Endstand sorgte der eingewechselte Alexander Fröschl (110.).

Jubel von Roman Wallner und Marcel Schreter (Wacker)

GEPA/M. Hoermandinger

Dreifachtorschütze Wallner brachte Innsbruck auf die Siegerstraße

Zuvor hatten Christoph Saurer für Innsbruck (13.) bzw. Slaven Lalic mit einem direkt verwerteten Corner für Sollenau (20.) getroffen. Die Tiroler verzeichneten durch Carlos Merino vor der Pause einen Stangenschuss (37.), waren aber nicht wirklich spielbestimmend.

Erst in der Verlängerung brach Wallner mit einem sehenswerten Tor ins kurze Kreuzeck den Bann, sorgte zwei Minuten später auch für die Entscheidung. Schon in der ersten Runde hatten die Innsbrucker zittern müssen. Mitte Juli setzte sich das Bundesliga-Schlusslicht nach 120 torlosen Minuten erst im Elfmeterschießen beim Regionalligisten Gratkorn durch.

Sturm Graz in Schwechat ohne Probleme

Sturm Graz gab sich beim Regionalligisten Schwechat vor 1.500 Zuschauern trotz schwacher Anfangsphase keine Blöße. Ein lupenreiner Hattrick von Stürmer Rubin Okotie (49., 64., 66.) brachte die Grazer auf die Siegerstraße. Die eingewechselten Imre Szabics (78.) und Manuel Weber (80.) sorgten letztlich noch für klare Verhältnisse. Einziger Wermutstropfen war eine Knöchelverletzung, die sich Verteidiger Michael Madl nach der Pause bei einem geblockten Schuss zuzog.

Link: