Spektakuläre Personalwechsel
Tag der großen Rochaden in der Formel 1: Lewis Hamilton ersetzt Michael Schumacher ab 2013 für zumindest drei Jahre bei Mercedes. An seiner Stelle wird der aktuelle Sauber-Pilot Sergio Perez aus Mexiko künftig bei McLaren fahren. Während für Rekordweltmeister Schumacher damit die Fahrerkarriere endgültig vorbei ist, gibt Niki Lauda ein „Comeback“ als Aufsichtsratsvorsitzender beim Mercedes-Team.
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Der 63-jährige Österreicher ist derzeit als TV-Präsentator und in anderen Funktionen in der Formel 1 tätig und hat maßgeblich mitgeholfen, einen Kompromiss zwischen Mercedes und F1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone im Ringen um das Concorde-Agreement herbeizuführen. Deshalb hat Mercedes nun nach langem Poker als letztes Topteam auch den neuen Grundlagenvertrag unterzeichnet. Dieser regelt die Verteilung der Vermarktungseinnahmen und soll bis 2020 gelten.
Zukunft in der Formel 1 gesichert
Der deutsche Autokonzern hatte mit Ecclestone lange um die Konditionen für einen Verbleib in der Königsklasse des Motorsports gerungen. Mercedes war verärgert darüber, dass Ecclestone den Rivalen Ferrari, McLaren und Red Bull höhere Bonuszahlungen gewähren wollte. Die Mehrheit der Teams hatte den Vertrag bereits unterschrieben. Zwischen Mercedes und Ecclestone war es nach einem Zerwürfnis zuletzt mit Hilfe von Lauda zu einer Annäherung gekommen.
„Wir wollen so eingestuft werden, wie es sich gehört“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, zu dem der dreifache Weltmeister Lauda ein sehr gutes Verhältnis hat, zuletzt in Singapur. Mit der Zustimmung von Mercedes rückt möglicherweise auch der Börsengang der Formel 1 wieder näher. Ecclestone will die Rennserie in Singapur an die Börse bringen und einen zweistelligen Millionenbetrag erlösen. Mit der Unterschrift von Mercedes hat Ecclestone nun alle wichtigen Teams langfristig an die Formel 1 gebunden.
Hamilton bereit für „neue Herausforderung“
Die Fahrerrochaden und das Aus für Schumacher, der 2010 nach einer dreijährigen Rennpause zurückgekehrt war, haben wiederum viel Schwung in das Transferkarussell gebracht. Hamilton fährt künftig an der Seite des Deutschen Nico Rosberg für Mercedes, Perez zusammen mit Jenson Button bei McLaren. Weil bei Red Bull (Sebastian Vettel, Mark Webber) alles bleibt wie gehabt, ist damit bei den Spitzenteams nur noch der Platz von Felipe Massa bei Ferrari fraglich. Perez könnte bei Sauber durch den Spanier Jaime Alguersari ersetzt werden.

AP/Mark Baker
Wachablöse bei Mercedes - Schumacher macht Platz für Hamilton
„Es wird Zeit für eine neue Herausforderung“, sagte Ex-Weltmeister Hamilton zum Wechsel, um den wegen der immensen Gehaltsforderungen lange gepokert worden war. „Ich glaube, ich kann mithelfen, die Silberpfeile an die Spitze zu steuern und irgendwann Weltmeister zu werden“, sagte der 27-jährige Champion von 2008. Hamilton will damit etwas schaffen, woran Schumacher gescheitert ist.
Schumacher: „Drei nette Jahre“
Mehr als ein dritter Platz dieses Jahr in Valencia war für „Schumi“ in der zweiten Karriere, die im November 2012 in Brasilien endet, bisher nicht herausgesprungen. „Ich hatte drei nette Jahre mit dem Team. Leider lief es sportlich nicht so, wie wir uns das alle gewünscht hätten“, so Schumacher. „Ich wünsche Lewis alles Gute und dass sich bald der Erfolg einstellt, für den wir so hart gearbeitet haben“, ergänzte der 43-Jährige, der sich beim Team für das Vertrauen bedankte.
McLaren sicherte sich mit Perez eine der heißesten Aktien in der Formel 1 auf mehrere Jahre. Der Pilot aus der Ferrari-Akademie hatte 2012 in seiner erst zweiten Formel-1-Saison in Malaysia sowie kürzlich in Monza jeweils Platz zwei geschafft. Er war auch als möglicher Massa-Ersatz gehandelt worden. „Ich bin begeistert und aufgeregt, jetzt ein McLaren-Fahrer zu sein“, sagte „Checo“, der mit einem Schlag ab 2013 zu den WM-Mitfavoriten zählt.
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