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Fährt sie den Herren auf und davon?

Weltcup-Gesamtsiegerin Lindsey Vonn will es nun endgültig mit den Männern aufnehmen. Die US-Amerikanerin hat den Internationalen Skiverband (FIS) um eine Starterlaubnis für die Weltcup-Herren-Abfahrt am 24. November im kanadischen Lake Louise gebeten. Die Damen bestreiten zur gleichen Zeit einen Slalom und einen Riesenslalom in Aspen (USA).

Der alpine FIS-Vorstand hat die Anfrage der vierfachen Weltcup-Gesamtsiegerin in den vergangenen Tagen bei einem Meeting in Zürich besprochen, die Entscheidung aber auf das nächste Zusammentreffen des FIS-Rats im November verschoben. Vonn, die mit ihrer Aktion das Image der Damen-Skisports verbessern will, richtete die Anfrage per Brief an Herren-Renndirektor Günter Hujara. Scheitern könnte Vonns Plan vor allem am Regelwerk.

Das Problem: Eine Woche nach dem Herren-Rennen bestreiten die Damen zwei Abfahrten in Lake Louise. Vonn hätte durch einen Einsatz zuvor einen Wettbewerbsvorteil, was neben der Publicity der Grund für die Aktion sein könnte. Eine realistische Chance auf eine vordere Platzierung bei den Herren hätte sie wohl nicht. Experten rechnen mit etwa fünf Sekunden Rückstand von Vonn auf die Spitze der Herren.

Lindsey Vonn

GEPA/Wolfgang Grebien

Laut Experten darf sich Vonn keine Chancen ausrechnen

Komplizierte Angelegenheit

„Es ist eine komplizierte Sache. Niemand sollte eine Woche vor seinem Rennen auf dem Kurs trainieren dürfen. Das würde ihr einen riesigen Vorteil gegenüber ihren Rivalinnen bringen“, sagte Damen-Rennleiter Atle Skaardal. „Wir haben darüber gesprochen, aber es wurde noch keine Entscheidung gefällt. Es ist notwendig, in die Regeln zu schauen, um zu sehen, ob es möglich ist bzw. einen Grund zu finden, warum es möglich sein soll“, so der Norweger weiter.

Vonn hat im Laufe ihrer Karriere bisher u. a. 53 Weltcup-Bewerbe gewonnen, darunter 26 Abfahrten. Nur die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll hat noch mehr Abfahrten für sich entschieden (36). Die vergangene Weltcup-Saison der Damen hat Vonn fast nach Belieben dominiert, am Ende hat sie den Allzeit-Punkterekord des Österreichers Hermann Maier (2.000 Zähler) nur um 20 Punkte verpasst.

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