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„Die Statistik ist ernüchternd“

Der scheidende Innsbruck-Trainer Walter Kogler hat sich am Mittwoch nach dem Vormittagstraining von der Mannschaft verabschiedet. Das Tabellenschlusslicht der tipp3-Bundesliga erteilte dem 44-jährigen Kärntner nach vier Jahren im Amt die Dienstfreistellung.

„Es bleibt mehr Positives als Negatives“, betonte Kogler nach der Trennung. „Sportlich hat es zuletzt nicht geklappt, in Summe kann ich hier aber erhobenen Hauptes gehen.“

Vom Klassenerhalt überzeugt

„Es war klar, dass es kein einfaches Jahr wird“, sagte der Ex-Internationale. „Ich bin aber trotzdem davon überzeugt, dass die Mannschaft die Liga hält.“ Das habe er ihr auch beim Abschied gesagt. Vier Punkte fehlen den Innsbruckern nach sieben Niederlagen in Folge auf den Vorletzten Wr. Neustadt.

„Die Statistik ist ernüchternd“, gestand Kogler. „Daher ist es für mich auch nicht überraschend gekommen.“ Bereits in den vergangenen Wochen war in Tirol über eine Ablöse spekuliert worden. Vorerst wurde Kogler vom Vorstand in einem „kurzen, informativen Gespräch“ vom Dienst freigestellt. In den kommenden Tagen sollen die Modalitäten zur Beendigung seines bis Sommer 2013 laufenden Vertrages geklärt werden.

Schuldenfreiheit hat ihren Preis

Seit 2008 war Kogler in Innsbruck tätig. „Es war eine sehr lehrreiche Zeit, in der ich viele Facetten des Sports kennengelernt habe“, sagte der frühere Verteidiger. Highlight war die Rückkehr in die höchste Spielklasse. „Der Aufstieg war für den Verein in dieser Phase existenziell wichtig“, erinnerte Kogler. „Außerdem macht der Verein erstmals seit langer Zeit keine Schulden mehr - das hat aber natürlich auch seinen Preis.“

Der Wacker-Kader kann sich in seiner Dichte nur noch mit wenigen Bundesligisten messen. Das Budget ist eher am unteren Ende angesiedelt. „Wenn alles gut läuft, haben wir eine Mannschaft gehabt, die guten Fußball spielen konnte“, versicherte Kogler. „Wir haben aber in dieser Saison nicht die Substanz gehabt, Ausfälle zu kompensieren.“

Stolz ist Kogler auf die Ausbildung einiger Spieler, die es in seiner Zeit von Wacker zu einem Großclub geschafft haben. „Aus Vereinssicht hat man dadurch auch einiges Geld lukriert“, erklärte der Kärntner. Fabian Koch und Pascal Grünwald etwa gingen zur Wiener Austria, Innenverteidiger Harald Pichler zu Rapid. Wo es für Kogler selbst hingeht, ließ der Ex-Trainer offen. „Es gibt mehrere Möglichkeiten.“ Die wolle er zuerst aber mit seiner Familie besprechen.

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