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2:1-Führung reicht nicht für Punkte

Auch nach dem fünften Spieltag in der Europa-League-Gruppenphase bleibt Rapid das einzige der 48 Teams ohne Punktegewinn. Die Hütteldorfer mussten sich am Donnerstag bei Rosenborg Trondheim trotz zwischenzeitlicher Führung mit 2:3 (0:1) geschlagen geben. Damit stehen die Wiener vor dem letzten Heimspiel am 6. Dezember gegen Metalist Charkiw auch als Gruppenletzter fest.

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Die Tore für Rapid erzielten bei regnerischen Verhältnissen Thomas Schrammel (53.) und Terrence Boyd (66.). John Chibuike hatte Rosenborg zur 1:0-Pausenführung geschossen (28.). Ausgerechnet in der Rapid-Viertelstunde drehten die Norweger allerdings durch einen Doppelschlag von Tarik Elyounoussi (76.) und Rade Prica (79.) noch die Partie. Im Parallelspiel setzte sich im Duell der beiden bereits aufgestiegenen Mannschaften Charkiw gegen Leverkusen mit 2:0 durch.

Guimaraes Ferreira Gerson (Rapid), John Chibuike (Rosenborg) und Thomas Schrammel (Rapid)

GEPA/Christian Ort

Beim 1:0 durch Chibuike ließen sich die Rapidler wie ein Schülerteam austanzen

Rapid vergibt Chancen

Coach Peter Schöttel wählte mit Deni Alar hinter Boyd die erwartet offensive Variante. Auf der Goalie-Position wartete er hingegen mit einer Überraschung auf. Statt Lukas Königshofer feierte Jan Novota ein Comeback. Bisher stand der Slowake sechsmal im Tor, wobei die Hütteldorfer keine einzige Partie davon verloren. Zu Beginn gab es allerdings nicht viel zu tun, die Partie plätscherte ebenso vor sich hin wie der Dauerregen. Beide Teams gingen zwar couragiert zu Werke, konnten sich aber keine spielerische Überlegenheit erarbeiten.

Mit Fortdauer gewöhnte sich Rapid an das rutschige Terrain, hatte einige Chancen und hätte eigentlich in Führung gehen müssen. Nach Vorarbeit von Terrence Boyd lief Deni Alar alleine auf das Tor (13.), schoss aber ebenso am langen Eck vorbei wie kurz danach Christopher Trimmel nach einer Einzelaktion (15.). Zwei Minuten danach ging ein Schuss von Boyd nach Flanke von Harald Pichler, der den verletzten Muhammed Ildiz im defensiven Mittelfeld ersetzte, an der Stange vorbei (17.).

Nachhilfe in Sachen Effizienz

Wie so oft rächte sich diese Nachlässigkeit, Rosenborg erteilte eine Nachhilftestunde in Sachen Effizienz und ging zum Schrecken der 600 mitgereisten Rapid-Fans mit der ersten wirklichen Chance in Führung, wobei sich die Rapid-Abwehr nicht unbedingt geschickt anstellte. John Chibuike ließ der Reihe nach Gerson, Mario Sonnleitner und Markus Heikkinen aussteigen und schoss mit dem Außenrist vorbei an Novota zur 1:0-Führung (28.).

Bei Rapid riss dadurch der Faden, die Folge waren einige Fehlpässe, druckvolles Offensivspiel daher Mangelware. Einzig ein Versuch von Michael Schimpelsberger (38.) war die Ausbeute. Die Norweger kamen hingegen mit zwei Weitschüssen zu weiteren Chancen. Zuerst parierte Novota gegen den tschechischen Neo-Teamspieler Borek Dockal (42.), danach ging ein Schuss von Daniel Fredheim Holm (45.) vorbei.

Jan Novota kann den Schuss von John Chibuike nicht halten

GEPA/Christian Ort

Goalie Novota hatte bei seinem Comeback keine Schuld an der Niederlage

Auf Umstellung folgt Ausgleich

Nach der Pause kamen beide Teams unverändert aus der Kabine. Rapid forcierte wieder ein wenig mehr die Offensive, kam aber ohne den verletzten Spielmacher Steffen Hofmann nicht zwingend vor das gegnerische Tor. Schöttel änderte daraufhin etwas an der Aufstellung, brachte Christopher Drazan statt des glücklosen Alars und zog Guido Burgstaller in die offensive Zentrale.

Die Maßnahme zeigte Wirkung, wenngleich die Umstellung dafür nicht unbedingt verantwortlich war. Nach einer Ecke kam der Ball über Umwege zum Schrammel. Der Linksverteidiger fackelte nicht lange und sein leicht abgefälschter Schuss fand den Weg ins Tor (53.). Der 25-Jährige erzielte damit seines erstes Europacup-Tor. Kurz danach zirkelte Burgstaller den Ball aufs kurze Eck, doch diesmal war Goalie Hansen auf dem Posten (56.).

Boyd staubt zur Führung ab

Rapid diktierte danach das Spielgeschehen, Rosenborg strahlte lediglich sporadisch im Konter Gefahr aus, Novota musste aber kein einziges Mal eingreifen. Auf der Gegenseite konnte sich Hansen bei einem Drazan-Weitschuss nach kurz abgespielten Freistoß auszeichnen (62.). Danach sah der Rosenborg-Schlussmann aber nicht gut aus. Einen Schuss von Pichler konnte Hansen nur abprallen lassen, Boyd war zur Stelle und staubte durch die Beine des eigentlichen Ersatzgoalies ab (66.).

Terence Boyd jubelt

APA/Roland Schlager

Beim Jubel von Boyd schien der erste Rapid-Sieg zum Greifen nahe

Die Führung wäre beinahe umgehend wieder beim Teufel gewesen. Schiedsrichter Gediminas Mazeika meinte es allerdings gut mit den Hütteldorfern. Gerson foulte bei einer Rettungsaktion Mix Diskerud im Strafraum, der Litauer verweigerte aber den fälligen Strafstoß (70.) und zeigte dem Norweger die Gelbe Karte wegen Kritiks.

Rapid-Viertelstunde gehört Rosenborg

Ganz dem Fair-Play-Gedanken „verschrieben“, gab Rapid das Geschenk des Referees gleich in Form des Ausgleichs an die Norweger weiter. Gerson klärte schlampig mit dem Kopf. Elyounoussi ließ Schrammel aussteigen und traf durch die Beine von Gerson, der unmittelbar vor Novota klären wollte und dabei den Ball abfälschte, zum Ausgleich (76.). Kurz darauf konnte der Rapid-Goalie bei einem Schuss nur kurzfristig Schadensbegrenzung betreiben (78.).

Die neuerliche Rosenborg-Führung ließ nämlich nicht lange auf sich warten. Der kurz zuvor eingewechselte Prica verwertete einen Querpass von Jonas Svensson (79.). Damit drehten die Trondheimer in der Rapid-Viertelstunde innerhalb von drei Minuten die Partie. In der Schlussphase war dann nicht mehr viel drinnen für Rapid. Obwohl sogar Goalie Novota bei Standardsituationen im gegnerischen Strafraum auftauchte, wurde es nichts mit dem ersehnten ersten Punkt.

Christian Wagner, ORF.at

Europa League, Gruppe K

Donnerstag:

Rosenborg Trondheim - Rapid 3:2 (1:0)

Lerkendal-Stadion, 6.000 Zuschauer, SR Mazeika (LTU)

Torfolge:
1:0 Chibuike (28.)
1:1 Schrammel (53.)
1:2 Boyd (66.)
2:2 Elyounoussi (76.)
3:2 Prica (79.)

Rosenborg: Hansen - Gamboa, Reginiussen, Strandberg, Dorsin - Svensson, Diskerud - Dockal (75./Iversen), Elyounoussi, Fredheim Holm (59./Selnaes) - Chibuike (75./Prica)

Rapid: Novota - Schimpelsberger (86./Grozurek), Sonnleitner, Gerson, Schrammel - Pichler (83./Wydra), Heikkinen - Trimmel, Alar (51./Drazan), Burgstaller - Boyd

Gelbe Karten: Svensson, Diskerud bzw. Alar, Pichler

Die Besten: Elyounoussi, Diskerud, Reginiussen bzw. Pichler, Burgstaller

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