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ÖOC hofft auf Start im Winter 2016

Auf der 41. Vollversammlung der europäischen Nationalen Olympischen Komitees (EOC) am 7. und 8. Dezember in Rom könnte die Einführung von Europaspielen Realität werden. Auf mehreren Kongressen wurden bereits Für und Wider diskutiert und Studien vorgelegt. Im innereuropäischen Vergleich wären wohl auch die Chancen Österreichs auf Medaillen realistischer.

Geht es nach dem Wunsch von EOC-Präsident Patrick Hickey, ist nun eine Entscheidung fällig, soll doch die Premierenveranstaltung bereits im Sommer 2015 über die Bühne gehen. Das Österreichische Olympische Comite (ÖOC) befürwortet prinzipiell die Idee, kann sich aber eher einen Auftakt 2016 mit Wintersportarten vorstellen.

Andere Kontinente haben längst ihre eigenen Spiele, jeweils aber nur in Sommersportarten. Bei den Asienspielen (die nächsten sind 2014), Panamerikanischen Spielen (2015), Panarabischen Spielen (2015) und Panafrikanischen Spiele (2015) wird die Olympiade überbrückt. Aber auch in Europa müssen Sportler natürlich nicht vier Jahre warten, bis sie wieder die Chance auf Medaillen haben.

Dichter Kalender als Problem

Neben Weltmeisterschaften finden in fast allen olympischen Sportarten auch Europameisterschaften statt. Die Kalender sind dicht, die Sportler ohnehin schon im Dauereinsatz. Die Skepsis mancher kontinentaler Sportverbände ist deshalb groß, denn die Europaspiele sollen nicht zur Konkurrenzveranstaltung von Europameisterschaften werden.

Diese haben zum Beispiel in der Leichtathletik einen großen Stellenwert, weshalb der Europaverband (EAA) noch abwartend agiert. Zumal auch etwa der Event-Kalender 2015 so gut wie steht. Zwar ist der Plan, dass bei den ersten Europaspielen nur ein Teil der olympischen Sportarten vertreten ist (15 bis 18), jedoch soll natürlich die Leichtathletik wie bei Olympia eine Kernsportart sein.

ÖOC plädiert für Auftakt im Winter

„Grundsätzlich halte ich das für eine gute Idee und bin für Europäische Spiele, andere Kontinente haben auch eigene Spiele. Allerdings bin ich für den Beginn mit Winterspielen, denn sie sind einfacher und rascher zu organisieren als Sommerspiele“, sagte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel mit Hinblick auf die kurze Vorlaufzeit der möglichen Premierenveranstaltung. Im Sommer 2015 sieht er eine Kollision mit den schon feststehenden Veranstaltungen der vielen Sportarten, im Winter 2016 hingegen gäbe es bei Nordischen und Alpinen Skisportlern keine WM. Dieses „Loch“ könne man nützen.

Er könne sich vorstellen, Europaspiele im Winter stets im Jahr von Olympischen Sommerspielen (2016, 2020 etc.) und jene im Sommer immer im Jahr von Olympischen Winterspielen (2018, 2022) auszutragen. Die Spiele seien mit viel Geld verbunden, und entscheidend für die Anerkennung in Zukunft sei das Gelingen der Auftaktveranstaltung.

„Wenn die Premiere 2015 schiefgeht, bleibt das für alle Zeiten haften. Drum wäre der Winter 2016 viel besser geeignet“, sagte Mennel, der nur hoffen kann, dass möglichst viele der rund 500 Delegierten aus 49 Mitgliederländern ähnlicher Meinung sind. Auch der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat sein Kommen in Rom angesagt, er ist ehemaliger EOC-Präsident. Die Vollversammlung hätte ursprünglich in Eilat in Israel stattfinden sollen, wurde aber kürzlich wegen der Entwicklungen im Nahost-Konflikt verlegt.

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