Themenüberblick

Chaos bei erster Abfahrt

Die erste Abfahrt des Jahres in Lake Louise hat auch am Tag danach noch für heftige Diskussionen gesorgt - vor allem im Lager der Österreicherinnen. Weniger der Rückstand auf Siegerin Lindsey Vonn war Grund für Ärger, sondern der Umgang mit den wechselnden Wetterverhältnissen. Nebel, Wind und Schneefall sorgten für Chaos in Kanada.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Damencheftrainer Herbert Mandl

GEPA/Mario Kneisl

Mandl war mit der ersten Abfahrt in Lake Louise nicht glücklich

„Das war irregulär, das muss man ganz klar sagen“, sagte ÖSV-Cheftrainer Herbert Mandl. Zahlreiche Athletinnen mussten auf der schnellen Strecke von Lake Louise einen regelrechten Blindflug durch die Tore antreten. Schneefall und immer wieder durchziehender Nebel machte den Läuferinnen das Leben schwer. Die ÖSV-Läuferinnen hatten diesmal das Glück nicht unbedingt auf ihrer Seite.

„Kein faires Rennen“

Mit Ausnahme von Stefanie Moser, die als Fünfte ihre beste Weltcup-Platzierung bejubeln durfte, und Regina Sterz (12.; vormals Mader) landeten die Österreicherinnen im geschlagenen Feld. „So etwas geht auf Kosten der Athletinnen und des Sports. Die Verhältnisse waren so unterschiedlich, dass es kein faires Rennen war“, sagte Mandl.

Auf eine Analyse der Fehler seiner Fahrerinnen verzichtete der gebürtige Niederösterreicher daher. „Ich möchte und kann den Athletinnen keinen Vorwurf machen. Lizz (Görgl, Anm.) musste sich bei 100 km/h mit der Hand über die Brille wischen. Und die Anna (Fenninger, Anm.) fuhr komplett durch den Nebel. Da hätte man das Rennen längst abbrechen müssen“, sagte Mandl.

Ausgerechnet „Miss Lake Louise“ Vonn hatte auf ihrer Lieblingsstrecke auch das nötige Glück mit dem Wetter. Beim Lauf der Amerikanerin lichtete sich der Nebel etwas und bot der 28-Jährigen freie Sicht auf der Strecke. „Lindsey hat einen Vertrag mit dem Wettergott“, nahm Weltmeisterin Görgl, die über Platz 21 nicht hinauskam, die zufällige bessere Sicht mit Humor. „Ich hätte gerne die Startnummer gleich hinter ihr, dann wär’s bei mir auch einmal hell“, sagte Andrea Fischbacher, die Rang 31 belegte.

Vonn in eigener Liga

Die drittplatzierte Deutsche Maria Höfl-Riesch ließ das Glück ihrer amerikanischen Konkurrenten mit dem Wetter nicht als Ausrede gelten. „Lindsey fährt hier einfach in einer eigenen Liga. Vielleicht sollten wir sie doch gegen die Herren antreten lassen“, sagte Höfl-Riesch. Ein dementsprechender Wunsch von Vonn war ja vor wenigen Wochen vom Weltverband (FIS) abgelehnt worden.

Elisabeth Görgl auf der nebeligen Strecke von Lake Louise

Reuters/Mike Blake

Nicht nur Görgl hofft in der zweiten Abfahrt am Samstag auf besseres Wetter

In Lake Louise hält die 28-Jährige bei mittlerweile zwölf Weltcup-Erfolgen. Insgesamt war der Sieg in Kanada bereits der 54. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. Auch in die Abfahrt am Samstag (20.30 Uhr live in ORF eins und im Livestream) und den Super-G am Sonntag geht Vonn als große Favoritin. Im Vorjahr konnte die US-Amerikanerin alle drei Rennen für sich entscheiden. Übrigens: auch für das Rennen am Samstag ist leichter Schneefall vorhergesagt. Die nächste Wetterlotterie ist vorprogrammiert.

Links: