ÖSV-Lager zwischen Bangen und Hoffen
Der Italiener Matteo Marsaglia hat überraschend den zweiten Super-G der WM-Saison gewonnen. Marsaglia setzte sich am Samstag vor dem Norweger Aksel Lund Svindal (+ 0,27 Sek.) und dem Salzburger Hannes Reichelt (+ 0,70) durch, dessen erstes Saisonpodium jedoch vom Sturz seines Teamkollegen Max Franz überschattet wurde.
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Der 23-jährige Kärntner hatte nach Zwischenbestzeit im oberen Teil ein Tor frontal gerammt, das Bewusstsein verloren und war mit dem Kopf auf die pickelharte Piste geprallt. Nach Erstversorgung an der Unfallstelle wurde Franz, der nach einer Reihe von Verletzungen erst in der Abfahrt von Lake Louise vor einer Woche als Zweiter sein erstes Weltcup-Podium gefeiert hatte, mit dem Krankenwagen zu weiteren Untersuchungen ins Spital gebracht.

APA/EPA/Justin Lane
Reichelts Dritter Platz war überschattet vom Sturz seines Teamkollegen
„War wieder ansprechbar“
„Max ist wieder da, er war wieder ansprechbar. Wir alle hoffen, dass er keine schweren Verletzungen davongetragen hat. Er ist hier aber gut versorgt. Max ist in ein Tor gesprungen und wohl so aufgekommen, dass er wahrscheinlich gleich bewusstlos war“, sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum in einer ersten Reaktion.
Bei ersten Untersuchungen an der Piste wurden bei Franz immerhin keine Verletzungen an Armen und Beinen festgestellt. „Er war kurz bewusstlos und hat Abschürfungen im Gesicht. Arme und Beine sind aber okay“, sagte die behandelnde Ärztin in Beaver Creek. Positive Nachrichten kamen später auch aus dem Spital, Franz habe zwar eine Gehirnerschütterung und Abschürfungen im Gesicht erlitten, aber keine schweren Blessuren. Über Nacht müsse er zur Beobachtung allerdings im Spital bleiben.
Schock bei Teamkollegen
Geschockt war Reichelt, der als Führender den Sturz seines ÖSV-Teamkollegen auf der Videowall im Zielraum mitansehen musste. „Da führt man und hofft, dass die anderen langsamer sind, und dann passiert das“, haderte der Salzburger. Marcel Hirscher, der seinen Ausflug in den Speed-Bereich unbeschadet überstand: „In solchen Momenten relativiert sich alles. Meine eigene Leistung war mir plötzlich komplett egal.“
Wie für Hirscher davor war für die weiteren ÖSV-Läufer nach dem Unfall von Franz der Sieg außer Reichweite. Als zweitbester Österreicher nach Reichelt schwang Matthias Mayer immerhin als Siebenter ab, Florian Scheiber wurde nach Platz vier in der Abfahrt im Super-G noch Zwölfter, Georg Streitberger 14. und Joachim Puchner zwei Plätze vor Klaus Kröll 21.
Auch Keppler schwer gestürzt
Vor Franz war schon der Deutsche Stephan Keppler mit Nummer eins gestürzt, als er im oberen Teil der Raubvogelpiste in einer Linkskurve die Kontrolle verlor. „Alles okay, bloß ein paar blaue Flecken und ein kleiner Cut am Auge“, sagte Keppler. Er habe gewusst, dass da eine Welle sei, sei dann aber „ein bisserl überrascht worden. Es ist schon ein schwerer Super-G. Ich hoffe, Max ist nicht so viel passiert.“
Herren-Super-G in Beaver Creek
1. |
Matteo Marsaglia |
ITA |
1:14,68 |
2. |
Aksel Lund Svindal |
NOR |
1:14,95 |
3. |
Hannes Reichelt |
AUT |
1:15,38 |
4. |
Ted Ligety |
USA |
1:15,42 |
5. |
Werner Heel |
ITA |
1:15,56 |
6. |
Kjetil Jansrud |
NOR |
1:15,58 |
7. |
Matthias Mayer |
AUT |
1:15,67 |
8. |
Gauthier de Tessieres |
FRA |
1:15,79 |
9. |
Thomas Mermillod Blondin |
FRA |
1:15,87 |
10. |
Jan Hudec |
CAN |
1:15,94 |
11. |
Erik Guay |
CAN |
1:15,95 |
12. |
Florian Scheiber |
AUT |
1:15,96 |
13. |
Johan Clarey |
FRA |
1:16,02 |
14. |
Georg Streitberger |
AUT |
1:16,04 |
15. |
Guillermo Fayed |
FRA |
1:16,15 |
16. |
Didier Defago |
SUI |
1:16,17 |
17. |
Christof Innerhofer |
ITA |
1:16,23 |
18. |
Carlo Janka |
SUI |
1:16,25 |
. |
Thomas Biesemeyer |
USA |
1:16,25 |
. |
Siegmar Klotz |
ITA |
1:16,25 |
21. |
Joachim Puchner |
AUT |
1:16,30 |
22. |
Douglas Hedin |
SWE |
1:16,39 |
23. |
Klaus Kröll |
AUT |
1:16,40 |
24. |
Patrick Küng |
SUI |
1:16,48 |
25. |
Adrien Theaux |
FRA |
1:16,49 |
26. |
Ivica Kostelic |
CRO |
1:16,59 |
27. |
Brennan Rubie |
USA |
1:16,65 |
28. |
Romed Baumann |
AUT |
1:16,66 |
29. |
Dominik Paris |
ITA |
1:16,78 |
30. |
Luca de Aliprandini |
ITA |
1:16,81 |
32. |
Marcel Hirscher |
AUT |
1:17,02 |
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