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„Habe mein Selbstvertrauen verloren“

Menschlich hat Lindsey Vonn am Wochenende einen Erfolg errungen, sportlich ist sie hingegen auf der Strecke geblieben. Nach dem Sturz in der Abfahrt von Val d’Isere am Freitag schied die Dominatorin der vergangenen Weltcup-Saison auch in Courchevel am Sonntag im Riesentorlauf aus. Davor hatte Vonn mit der Offenbarung eines psychischen Leidens für Aufsehen gesorgt.

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Das Weltcup-Wochenende in Frankreich hatte sich der US-Topstar anders vorgestellt. Statt mit den gewohnten Spitzenergebnissen rückte sie durch ihrer langjährige psychische Erkrankung - Depressionen - in den Fokus. „Ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte. Das tut gut und das habe ich gebraucht. Jetzt kommt der nächste Schritt in meinem neuen Leben“, sagte die 28-Jährige am Sonntag.

Im US-Magazin „People“ hatte Vonn, die im Gesamtweltcup nun sogar hinter Kathrin Zettel auf Platz vier zurückfiel, zuvor erstmals über ihre Depressionen gesprochen. Nach einer Diagnose im Jahr 2008 sei die Krankheit mit Medikamenten behandelt worden. „Ich kam nicht mehr aus dem Bett. Ich fühlte mich hoffnungslos, leer, wie ein Zombie“, sagte die Amerikanerin über diese Zeit. Sie habe sich in der Nacht in den Schlaf geweint, nicht lachen können und später einmal mehr weinen müssen.

Abschied durch Hinterausgang

Nach dem heftigen Abflug ins Netz am Freitag durfte Vonn in sportlicher Hinsicht trotz der zwei Nullnummern zumindest froh sein, keine groben körperlichen Probleme davongetragen zu haben. Sie habe „keine ärgeren Verletzungen“, berichtete Trainer Alex Hödlmoser - nur Prellungen. Mit einer Portion Frust packte sie nach ihrem enttäuschenden Aus im Riesentorlauf ihre Sachen in den Wagen. Sie kämpfe darum, die Energie zu finden, die sie sonst habe, gestand sie auf ihrer Facebook-Seite.

Lindsey Vonn

GEPA/Andreas Pranter

Frustriert fuhr Vonn nach dem Aus im Riesentorlauf ins Tal

Schon im Abfahrtstraining am Donnerstag hatte sie einen Sturz nur mit Mühe vermeiden können. Das Selbstvertrauen war dahin. Den nächsten Tiefschlag versetzte ihr der Riesentorlauf. Erst schaute sie fragend auf ihren Ski, dann verließ sie die Rennstrecke und fuhr außerhalb und ohne sich umzublicken ins Tal. Den Fragen der vielen wartenden Journalisten entkam Vonn durch den Hinterausgang.

„Versuche, positiv zu bleiben“

Sie werde nun intensiv darüber nachdenken, wie sie ihre Stärke wiederfinde, teilte sie via Twitter mit. „Ich versuche, positiv zu bleiben.“ Gegenüber Reuters hatte Vonn am Samstag gesagt, dass es immer schwieriger werde, so Ski zu fahren, wie sie wolle. „Mit dem Sturz und dem Beinahe-Sturz im Training habe ich mein Selbstvertrauen verloren.“ Statt nach Schweden wird sie deshalb wohl in die USA reisen, um neue Kräfte zu sammeln.

Vonns Probleme liegen vor allem im technischen Bereich, in den Speed-Bewerben offenbarte sie mit vor Val d’Isere vier Siegen in Folge keine Schwächen. „Seit ich krank (Magen- und Darmprobleme) war, hatte ich viel zu kämpfen. Ich glaube, dass es derzeit kein realistisches Ziel ist, in den technischen Bewerben zu kämpfen. Ich muss das akzeptieren und eine Lösung finden.“ Sorgen um ihren WM-Start im Februar in Schladming macht sich Vonn nicht. Nur welche Bewerbe sie bestreiten wird, habe sie noch nicht entschieden.

Den Schritt, mit ihrer psychischen Erkrankung an die Öffentlichkeit zu gehen, bereut sie bis jetzt nicht. „Natürlich befürchtete ich, dass mich die Leute anklagen und fragen werden, warum ich bisher nichts gesagt habe. Aber das ist eine persönliche Angelegenheit, so etwas verkündet man grundsätzlich nicht in den Medien. Aber ich hatte das Gefühl, dass es für mich wichtig war, meinen Teil darüber zu erzählen“, sagte Vonn.

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