Starke ÖSV-Mannschaft
Christof Innerhofer hat sich zum zweiten Mal in dieser Saison den Sieg in einer Weltcup-Abfahrt geholt. Nach Beaver Creek triumphierte der Italiener am Samstag auch beim Klassiker auf dem Wengener Lauberhorn. Innerhofer feierte nicht nur den fünften Weltcup-Sieg seiner Karriere, sondern verhinderte auch einen ÖSV-Doppelsieg. Klaus Kröll und Hannes Reichelt landeten auf den Plätzen zwei und drei.
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30 Hundertstel entschieden am Ende für den Südtiroler, der als einziger Läufer die längste Abfahrt im Weltcup-Kalender in 2:29,82 unter 2:30 Minuten blieb. „Die Klassiker gefallen mir sehr“, sagte der 28-Jährige, der im November auch auf der anspruchsvollen „Birds of Prey“ in Beaver Creek gewonnen hatte. Seinen ersten Weltcup-Sieg hatte Innerhofer im Dezember 2008 in Bormio gefeiert.
Kindheitstraum erfüllt
„Es war wirklich eine Wahnsinnsfahrt, ich war am Start so aggressiv wie selten zuvor“, sagte der Super-G-Weltmeister von 2011, „ich habe wirklich hundertprozentig riskiert und habe mir während der Fahrt gedacht: ‚Christof, du hast die Chance, versuche einfach, Vollgas zu geben.‘ Es ist einfach hammergeil.“ Der 28-Jährige erfüllte sich laut eigenen Angaben einen Kindheitstraum. „Das war einer meiner größten Träume, hier einmal ganz oben zu stehen.“

APA/EPA/Peter Klaunzer
Innerhofer hatte die Lauberhorn-Abfahrt heuer am besten im Griff
Zu den Gewinnern durfte sich auch der Franzose Johan Clarey zählen, mit 161,9 km/h im Haneggschuss sorgte der am Ende Fünftplatzierte für einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord im Weltcup. Die Bestmarke des Schweizers Carlo Janka aus der Superkombi-Abfahrt (158,77 km/h) hielt also lediglich einen Tag.
Kröll auf „einem guten Weg“
Kröll kam Innerhofer noch am nächsten. Bei der ersten Zwischenzeit noch vorne verlor der Steirer im Mittelteil zu viel Zeit. Trotzdem durfte er sich über das beste Saisonergebnis freuen. „Über die Minschkante habe ich leider Zeit verloren“, sagte der 32-Jährige über den entscheidenden Fehler, „aber ich bin sicher auf einem guten Weg. Der Stockerlplatz in Bormio hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Man kann dann über die Schmerzen, die man ab und zu hat, leichter hinwegsehen.“
Reichelt, der 0,76 Sekunden hinter Innerhofer blieb, holte sich mit Rang drei ebenfalls Selbstvertrauen für die WM-Abfahrt am 9. Februar in Schladming. Der Bormio-Sieger verlor vor allem im Kernen-S und im Ziel-S die entscheidenden Zehntel. „Die ’S’ haben mich heute nicht gemocht. Ich bin aber zufrieden, dass ich gesund im Ziel bin“, so der Salzburger.
Gelungenes Franz-Comeback
ÖSV-Cheftrainer Matthias Berthold konnte mit der Vorstellung seiner Fahrer generell zufrieden sein. Romed Baumann wurde Sechster, Joachim Puchner schaffte es als Zehnter ebenfalls in die Top Ten. Baumann setzte damit nach Rang acht in Bormio seinen Aufwärtstrend fort. „Im Ziel abschwingen und weit vorne sein, das ist ein echtes Glücksgefühl“, sagte der Tiroler, „Es gibt einfach nichts Schöneres, als bei diesem Wetter mit 160 km/h eine Piste runterzuschnalzen.“
Ein gelungenes Comeback feierte Max Franz. Der Kärntner, der nach einem schweren Sturz im Super-G von Beaver Creek mehrere Wochen pausieren musste, raste bei seiner Rückkehr auf den 14. Platz. „Mir taugt es voll. Es war eine gute Fahrt, nur unten hat es mich gezaubert. Aber ich bin sehr zufrieden“, sagte der 23-Jährige.

Reuters/ Ruben Sprich
Franz war die lange Zwangspause in Wengen nicht anzumerken
Abflug von Svindal
Kein Glück hatte Aksel Lund Svindal. Der Führende im Abfahrtsweltcup kam nach dem Sprung über den Hundsschopf zu Sturz und landete unsanft in den Fangnetzen. Svindal blieb aber unverletzt und fuhr selbst ins Ziel. „Es ist alles so schnell gegangen. Man will natürlich immer etwas retten, aber das Netz ist einfach zu schnell da gewesen“, sagte der Norweger. Eine schwere Niederlage setzte es für die Hausherren. Patrick Küng kam als bester Schweizer nur auf den 15. Rang.
Herren-Abfahrt in Wengen
1. |
Christof Innerhofer |
ITA |
2:29,82 |
2. |
Klaus Kröll |
AUT |
2:30,12 |
3. |
Hannes Reichelt |
AUT |
2:30,58 |
4. |
Erik Guay |
CAN |
2:30,97 |
5. |
Johan Clarey |
FRA |
2:30,99 |
6. |
Romed Baumann |
AUT |
2:31,12 |
7. |
Andrej Sporn |
SLO |
2:31,17 |
8. |
Adrien Theaux |
FRA |
2:31,23 |
9. |
David Poisson |
FRA |
2:31,24 |
10. |
Joachim Puchner |
AUT |
2:31,32 |
11. |
Dominik Paris |
ITA |
2:31,38 |
12. |
Benjamin Thomsen |
CAN |
2:31,51 |
13. |
Marco Sullivan |
USA |
2:31,54 |
14. |
Max Franz |
AUT |
2:31,59 |
15. |
Patrick Küng |
SUI |
2:31,77 |
16. |
Jan Hudec |
CAN |
2:31,90 |
17. |
Didier Defago |
SUI |
2:31,93 |
18. |
Peter Fill |
ITA |
2:32,00 |
19. |
Silvan Zurbriggen |
SUI |
2:32,02 |
20. |
Werner Heel |
ITA |
2:32,12 |
21. |
Travis Ganong |
USA |
2:32,60 |
22. |
Brice Roger |
FRA |
2:32,63 |
. |
Kjetil Jansrud |
NOR |
2:32,63 |
24. |
Vitus Lüönd |
SUI |
2:33,02 |
25. |
Andreas Romar |
FIN |
2:33,05 |
26. |
Florian Scheiber |
AUT |
2:33,09 |
27. |
Guillermo Fayed |
FRA |
2:33,17 |
28. |
Matthias Mayer |
AUT |
2:33,19 |
29. |
Ivica Kostelic |
CRO |
2:33,26 |
30. |
Yannick Bertrand |
FRA |
2:33,40 |
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